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StartseiteCampus & KarriereChancen von Wissensregionen 12.02.2016

Tagung in BerlinChancen von Wissensregionen

Wie könnte man in Deutschland eine Marke wie das kalifornische Silicon Valley etablieren? Mit regionalen Wissensnetzwerken, an denen Hochschulen und Universitäten, Schulen und Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Institutionen und die öffentliche Verwaltung teilnehmen. Über das Potenzial solcher Wissensregionen diskutierten die Teilnehmer der Tagung "Wissensregionen in Deutschland".

Von Anja Nehls

Die Stanford Universität in Kalifornien. (picture alliance / dpa / Udo Bernhart)
Konkurrenz belebt das Wissens-Geschäft: Auch die Stanford University im Silicon Valley ist Teil einer Wissensregion. (picture alliance / dpa / Udo Bernhart)

Das Potenzial ist riesig, man muss es nur besser nutzen. Wenn Hochschulen und Universitäten, Schulen und Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Institutionen und öffentliche Verwaltung kooperieren entstehen Wissensregionen und die nützen allen, sagt Andreas Schlüter vom Stifterverband für die deutsche Wissenschaft zum Auftakt der Tagung Wissensregionen in Deutschland:

"Wie erfolgreich und wie gesellschaftlich fortschrittlich Deutschland sein wird, entscheidet sich mit dem Umfang von Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, durch Formate des Wissensaustauschs in der Gesellschaft und nicht zuletzt der Möglichkeit, Talente für die Region zu gewinnen oder sogar nur die eigenen Talente in der Region zu halten."

Für fast 200 Teilnehmer der Tagung geht es darum, wie Kooperationen organisierte werden können, welche sinnvoll sind und wie sie auch langfristig mit Leben gefüllt werden. Beim Verbund niedersächsischer technischer Hochschulen hat das weniger gut geklappt, in Ostwestfalen Lippe dagegen hervorragend, meint Volker Meyer-Guckel, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. Allerdings seien die Bedingungen überall in Deutschland unterschiedlich:

Wissensregionen können auch kleiner sein

"Also einige Wissensregionen sind natürlicherweise gegeben, nehmen sie das Ruhrgebiet, wo viele Städte auf engstem Raum zusammen sind und damit auch Akteure, die in irgendeiner Weise vernetzt werden können. In anderen Bundesländern ist es eine ganz andere Voraussetzung. In Ostdeutschland müssen sie erst mal ihre Schäfchen sammeln um überhaupt eine Region mit kritischer Masse zu definieren, das sind ganz andere Voraussetzungen."

Wissensregionen können aber auch kleiner sein. Stefan Komoss, Bürgermeister des Berliner Bezirks Marzahn-Hellersdorf sieht seinen Bezirk auf einem guten Weg zu einer Wissensregion. Das Kinderforschungszentrum des Bezirks sei dafür ein besonders gelungenes Beispiel.

"Eine naturwissenschaftlich orientierte Einrichtung, die formal an eine Schule angedockt worden ist. Der Bezirk hat da ein ganz besonderes innovatives Gebäude gebaut und finanziert, die Ausstattung mit Experimentiergeräten da auch finanziert, die Schulverwaltung hat Lehrerstunden bereitgestellt und die Alice Salomon Hochschule als Partner betreut wissenschaftlich als Partner mit einem Lehrstuhl und mehreren wissenschaftlichen Mitarbeitern."

Von dieser Kooperation profitieren dann nicht nur die Kinder und Eltern, sondern auch die sozialpädagogische Alice-Salomon Hochschule für ihre Forschung und am Ende auch wieder der Bürgermeister:

"Ich als Bezirksvertreter im politische Sinne habe natürlich immer ein Interesse an bestimmter Beratungskompetenz und Beratungswissen, beispielsweise würde mich wahnsinnig interessieren und da ist Alice-Salomon-Hochschule auch ein interessante Partner, wie sind so die Einstellungen der Bevölkerung zu bestimmten Fragen beispielsweise der Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen."

Wer sich zusammenschließt, wird auch international eher wahrgenommen

In Hamburg gibt es eine gute Zusammenarbeit zwischen Bildungsträgern, Unternehmen und Stiftungen, um die Naturwissenschaft wieder für Schüler und damit den wissenschaftlichen Nachwuchs interessant zu machen. Um Kooperationen geht auch Henner Willnow von der IHK Schwerin:

"Bei uns im Westmecklenburg ist das Thema Ernährungswirtschaft ein ganz großes, da sind wir gerade mit den Hochschulen im Land aktiv, um da noch mehr Forschung und Innovation in Produkte und Prozesse anzuschieben, gemeinsam mit den Unternehmern."

Wer sich zusammenschließt, wird auch international eher wahrgenommen, vorausgesetzt, die Wissensregion wird auch bekanntgemacht, sagt Volker Meyer Guckel:

"Also wenn Sie da als Region nicht eine Marke etablieren, so wie den Amerikanern das mit Silicon Valley wunderbar gelungen ist, dann schaffen Sie überhaupt keine Sichtbarkeit und dann wird es schwierig wirklich international mitzuhalten."

Deshalb geht es heute in Berlin auch um Wissenschafts- und Standortkommunikation, um politische Vernetzung und um Wissensregionen im Wettbewerb. Denn Konkurrenz belebt schließlich das Wissens-Geschäft – auch das eine Gemeinschaft von Kooperationspartnern. Und auch bei der Fortsetzung der Exzellenzinitiative ist die Förderung regionaler Wissensnetzwerke im Gespräch.

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