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Seit 13:00 Uhr Nachrichten
StartseiteDie neue PlatteTatjana Masurenko, Viola24.08.2003

Tatjana Masurenko, Viola

Bei Coviello Classics ist eine Scheibe herausgekommen, die die grandiose Bratschistin Tatjana Masurenko allein bestritten hat. Die Masurenko, Professorin in Leipzig, zählt zu jenen Virtuosinnen und Virtuosen der Viola, die in den letzten Jahren die Reichweite dieses Instruments erheblich vergrößert haben. Dabei geht es ihr aber nicht nur darum, der Bratsche im Diskant eine Tonqualität abzugewinnen, die früher allein der Violine vorbehalten war; sondern noch mehr ist es ihr darum zu tun, den Ausdrucksreichtum der Viola immer tiefer auszuloten, expressive Farben hinzuzugewinnen, die weder der Geige noch dem Cello möglich sind, sondern spezifisch für das Altinstrument scheinen. Auf ihrer neuen CD ''Viola lumina'' setzt sie sich mit der zweiten Cellosuite d-moll von Johann Sebastian Bach auseinander und spiegelt diese gewissermaßen in der selten gespielten Sonate op. 31,4 von Paul Hindemith. Dazwischen finden sich die Elegie von Igor Strawinsky und das hochvirtuose, mit großem Ton und noblem Vibrato gespielte ‚Capriccio pour alto seule' op. 61 des Geigergottes Henri Vieuxtemps. Bei Bach fasziniert die Verbindung von lucider Klarheit und unterschwelliger Passion. Fast ohne Vibrato und beinahe streng wird die Faktur der Suite dargelegt, aber im Innern eines jeden Tons spürt man jenes Glühen, ohne das Bach eben nicht Bach wäre. Natürlich gerät die Sarabande zum eigentlichen Höhepunkt. Ein Satz wie die vorausgehende Courante demonstriert indes wie nebenbei, welche Tonqualität auf der ja eigentlich eher schwer ansprechenden Bratsche möglich ist. * Musikbeispiel: Johann Sebastian Bach - 3. Courante aus der Suite Nr. 2 d-moll BWV 1008 für Violoncello solo Die Bratschistin Tatjana Masurenko mit der Courante aus der zweiten Cellosuite von Johann Sebastian Bach. Auf Bach beruft sich Paul Hindemith auch beim Eingangssatz seiner Sonate op. 31 Nr. 4. Aber hier drängt das Espressivo nach außen, wobei die ganze Sonate durch die ungewöhnliche Reinheit, mit der die Intervalle und Klänge dargestellt werden, zugleich eine wahrhaft apollinische Schönheit gewinnt. * Musikbeispiel: Paul Hindemith - 1. Äußerst lebhaft aus der Sonate für Bratsche allein op. 31,4 So viel zu der neuen Solo-CD der Bratschistin Tatjana Masurenko, die bei dem Darmstädter Label Coviello Classics erschienen ist.

Viola Lumina

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