Samstag, 18.11.2017
StartseiteDie neue PlatteTelemann - "Konzerte für Streicher"16.07.2000

Telemann - "Konzerte für Streicher"

Musica Antiqua Köln

Die Deutsche Grammophon hat mal wieder ihr Hausensemble Musica Antiqua Köln ins Rennen geschickt, und die präsentieren im Bach-Jahr den großen Telemann, den die Leipziger ja viel lieber als Thomaskantor gehabt hätten. "Konzerte für Streicher" ist die neue CD lapidar überschrieben, wobei sich unter insgesamt sieben Werken auch zwei Divertimenti finden, mit denen Telemann durchaus vorwitzig den damals neuesten Geschmack zu bedienen suchte. Und wieder einmal muss man vergnügt konstatieren, wie blitzgescheit dieser Komponist doch war. Mit leichter Hand und raschem Verstand machte er die unterschiedlichsten Ideen zu eigenen. Er war und bleibt die klanggewordene praktische Vernunft. Und wenn man die Eingangspolonaise zum Polnischen Konzert B-dur hört, kann man die Leipziger wohl verstehen, die seinerzeit wohl hofften, der göttliche Telemann sei noch am ehesten in der Lage, den Lutherischen Choral ein bisschen aufzupeppen und die ehrwürdige Thomaskirche durch eine Art von protestantischem Swing aufzulichten. * Musikbeispiel: Georg Philipp Telemann - Polonaise aus: Concerto polonais B-dur für Streicher und B.c. Musica Antiqua Köln mit der aus dem Polnischen Konzert B-dur von Georg Philipp Telemann. Die Qualitäten dieses Ensembles und seiner Solisten treten freilich am ehesten noch in dem Konzert G-dur für 2 Violinen und Streicher zutage - am wenigsten übrigens in einem Konzert gleicher Tonart für zwei Violen und Anhang. Reinhard Goebel und Florian Deuter sind als Bratscher nicht unbedingt eine Offenbarung. Aber als Violinisten trumpfen sie mit jener leichtfüßigen Brillanz auf, die diesem Ensemble nun schon lange als Etikett anhaftet. Das ist elegant und zugleich empfindsam gespielt. Bei aller Leichtigkeit hat der Ton doch Substanz, und man spürt den Willen zum großen Auftritt. Ein bisschen ist das Musik für Schnelldenker, aber man sollte eben auch nie vergessen, dass der einstige Leipziger Jurastudent Georg Philipp Telemann das Zeug zu einem glänzenden Anwalt gehabt hätte. * Musikbeispiel: Georg Philipp Telemann - Allegro aus: Concerto "a sei" G-dur für 2 Violinen solo, 2 Violinen, Viola und B.c. Das war die neue Platte im Deutschlandfunk, heute mit einer neuen CD des Ensembles Musica Alta Ripa, Konzerte von J. S. Bach, erschienen bei Dabringhaus & Grimm, ferner einer Neuproduktion des Gambisten Lorenz Duftschmid - Werke von Johannes Schenck, verlegt bei dem Versand-Label cpo - und schließlich Konzerten von Georg Philipp Telemann, die Musica Antiqua Köln bei der Deutschen Grammophon herausgebracht hat.

Norbert Ely

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