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StartseiteVerbrauchertippKeine scharfen Chemikalien verwenden15.03.2018

TeppichreinigungKeine scharfen Chemikalien verwenden

Möbelabdrücke, tiefsitzende Laufspuren, Tierfäkalien - Teppiche sind ein gutes Versteck für allerlei Partikel abseits von Staub. 19 bis 23 Euro pro Quadratmeter kostet eine professionelle Teppichreinigung im Durchschnitt. Wer selbst Flecken entfernen will, sollte aggressive Mittel meiden.

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Eine Frau blättert auf einem Teppich sitzend durch ein Magazin. (imago/Westend61)
Staub und Schmutz setzen sich in Teppichen leicht fest - eine Reinigung tut ab und zu Not. (imago/Westend61)
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Dagmar Heyduck steht in einem großen gefliestem Raum hinter ihrem Wohnhaus in Köln, einer Teppichwäscherei. Hier werden die Teppiche ausgelegt, wenn sie gereinigt werden. Um sie herum befinden sich eine Teppich-Klopf-Maschine und eine sogenannte Langschleuder, um nach der Wäsche die Feuchtigkeit aus dem voll gesogenen Teppich zu schleudern. Zusammen mit ihrem Mann und seiner Familie hat sie sich auf das Reinigen und Reparieren von Teppichen spezialisiert. Sie rät: Teppiche alle drei bis fünf Jahre zu reinigen, vorausgesetzt, sie seien durchschnittlich verschmutzt.

"Und dann wird der Teppich wirklich ganz nass, immer mit Wasser und Seife, das heißt wir waschen auf Pflanzenbasis, mit Seifenkraut waschen wir. Dann wird er ganz nass einshampooniert und wieder ausgespült. So lange, bis nur noch klares Wasser wieder herauskommt. Und es ist teilweise, wenn Sie so einen Teppich haben, zwei mal drei, oder drei mal vier ist, wirklich harte körperliche Arbeit."

Vorsicht beim selber reinigen

Werden Teppiche stark beansprucht, haben sie also tiefe Laufspuren oder beispielsweise hartnäckige Tierhaare oder Tierfäkalien, sollten sie öfter gereinigt werden. Den Teppichen schade das nicht, solange keine scharfen Chemikalien verwendet würden, sagen Experten wie Dagmar Heyduck. Kippen allerdings Kaffee, Tee oder Cola auf den Teppich, kann es zur Verfärbungen kommen, die teilweise auch bei einer Reinigung nicht mehr heraus zu bekommen sind. Bei kleinen Flecken, könnten die Besitzer Teppiche auch selber reinigen, am besten mit mildem Feinwaschmittel, rät Dagmar Heyduck.

"Wenn irgendetwas umgefallen ist, den Teppich nie zu nass bearbeiten, um da schon Flecken herauszukommen. Und wenn man zu stark an einem Teppich arbeitet, kann nachher eben eine bleichende Wirkung einsetzen, oder so stark die Faser zerstört werden, dass es filzig wird, oder dass teilweise der Fluor auch rausfallen kann."  

Das bestätigt auch Dieter Kurth. Seine Firma hat sich vor 33 Jahren auf das Reinigen von Teppichen spezialisiert. Vielen Menschen fällt allerdings erst bei Umzügen oder Wohnungsauflösungen auf, dass ihre Teppiche dringend gereinigt werden müssen. Die Teppiche seien dann aber häufig sehr staubig und hätten viel von ihrer Substanz verloren, warnt Kurth

"Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Teppich, der liegt 40 Jahre in ihrer Wohnung und wird nur gesaugt. Das Fett geht raus - das ist Tierfett - und das muss dann mit einer speziellen Seife wieder eingewaschen werden. Bei losen Teppichen ist es am besten, wenn man Seifen nimmt, die rückfettende Substanzen drin haben und dem Teppich praktisch ihre normale Substanz wiedergeben."

Preise variieren zum Teil stark

19 bis 23 Euro pro Quadratmeter kostet eine professionelle Teppichreinigung im Durchschnitt. Je nach Material, variiert der Preis. Bei Seidenteppichen beispielsweise müssten die Verbraucher mit 40 bis 50 Euro pro Quadratmeter rechen, da der Teppich von Hand aufgebürstet werde, erklärt Dagmar Heyduck.

Übrigens sollten auch fest verlegte Teppichböden regelmäßig gereinigt werden. Dafür können sich Verbraucher in Teppichwäschereien oder Fachmärkten spezielle Teppichsauger mit den nötigen Reinigungsmitteln ausleihen. Die Preise variieren hier allerdings zum Teil stark. Die Teppichexperten Dagmar Heyduck und Dieter Kurt raten deshalb dringend zu einem Preisvergleich. Außerdem sollten Verbraucher auch dabei  darauf achten, dass sie möglichst natürliche Reinigungsmittel benutzen.

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