Seit 00:05 Uhr Fazit
 
  • Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 00:05 Uhr Fazit
StartseiteVerbrauchertippVorsorge für das Haustier09.05.2017

Testament, Betreuung und mehrVorsorge für das Haustier

Laut Statistik lebt in jedem dritten Haushalt ein Tier. Dieses Haustier muss auch dann weiter versorgt werden, wenn dem Besitzer etwas zustößt. Für solche Notfälle kann man vorsorgen.

Von Klaus Deuse

Zwei Jahre alter Rüde (Shih Tzu, Canis lupus f. familiaris), sitzt im Park auf einer Wiese mit seinem Frauchen. (imago / blickwinkel)
Haustiere wie Hund und Katze gehören in Deutschland zur Familie. (imago / blickwinkel)
Mehr zum Thema

Haustier-Krankenversicherung Je größer das Tier, desto wichtiger der Schutz

Umstrittene Tierfriedhöfe Ruhestätte für Mausi, Felix und Lola

Wie Hunde aufs Wort hören Sprachverständnis von Vierbeinern

Versicherung für Haustiere Kein Rundumschutz im Krankheitsfall

Urlaub & Haustiere Hund, Katze, Maus richtig betreuen lassen

Tiere sind immer nur Begleiter auf einem Stück des eigenen Lebensweges, der durch eine Krankheit oder einen Unfall aber unerwartet enden kann. Das weiß auch die 67-jährige Karin Behrendt.

"Man macht sich natürlich Gedanken über seinen eigenen Tod und hat da auch verschiedene Vorsorgen oder Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Aber was mir immer noch Sorge macht, das ist mein armer Bruno, mein wichtigster Lebensgefährte oder Lebensabschnittsgefährte. Wenn der allein zurückbleibt, wenn ich vor ihm gehen sollte, das wäre ein Drama."

Auch wenn nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch Tiere nicht mehr als Sache gelten, werden sie in vielen Vorschriften noch als Sache betrachtet. Im Todesfall des Besitzers etwa wird ein Tier nicht anders eingestuft als ein Möbel- oder Schmuckstück, das in die Erbmasse fällt, stellt die Bochumer Rechtsanwältin Ines Maas fest.

"Und wenn es in die Erbmasse fällt, erben die Erben, die man hat. Das sind die nächsten Angehörigen. Sollten keine Erben vorhanden sein oder sollte eine Erbschaft ausgeschlagen werden, fällt es an den Fiskus."

Es gibt mehrere Möglichkeiten vorzubeugen

Sprich: an Vater Staat. Dann führt der Weg in der Regel umgehend ins Tierheim. Die beiden Söhne von Karin Behrendt leben und arbeiten in weit entfernten Städten und haben schon erklärt, dass sie Terrier Bruno nicht übernehmen können. Wenn man das als Tierbesitzer schon zu Lebzeiten weiß, kann man vorbeugen, sagt Anwältin Maas.

"In dem Fall rate ich dazu, ein Testament oder ein Vermächtnis zu erstellen. Diesbezüglich kann man sich auch beim Notar beraten lassen. Oder man macht ein höchstpersönliches Testament, in dem man festlegt, wem dieses Tier vermacht werden soll."

Zum Beispiel an enge Freunde oder Nachbarn, die das Tier schon lange kennen und die gut miteinander zurechtkommen. Eine solche Lösung lässt sich auch finanziell absichern, damit der spätere Besitzer für seine Tierliebe nicht draufzahlen muss.

"Das kann dergestalt geregelt werden, dass ich eine monatliche Summe festlege, dass derjenige damit handlungsfähig ist, Futter, Medikamente, etc. besorgen kann."

Und zwar testamentarisch verfügt bis zum Lebensende des Tieres. Möglichkeit Nummer zwei:

"Oder ich kann ein Sparbuch beim Notar hinterlegen, in dem ich schon eine hohe Summe festlege, oder eine höhere Summe, dass das Tier versorgt werden kann."

Rechtzeitig entsprechende Vorsorgemaßnahmen treffen

Bis zur Eröffnung eines Testamentes können allerdings einige Wochen vergehen, in denen das Tier bereits versorgt und betreut werden muss. Aber auch für diesen Überbrückungszeitraum weiß Rechtsanwältin Ines Maas Rat:

"Da sollte man im Vorfeld mit einem Tierheim Rücksprache nehmen, mit einer Tierpension. Das Tier kann die Leute dort vielleicht schon vorher kennenlernen, damit diese sich zunächst um das Tier kümmern, bis man die abschließende Regelung gefunden hat."

Aber auch wer nicht viel oder nichts zu vererben hat, kann für seinen tierischen Freund rechtlich die Weichen in eine gesicherte Zukunft stellen.

"Für den Fall, dass man verschuldet ist oder mittellos ist, sollte man mit dem Gedanken spielen, sich an einen Tierschutzverein zu wenden, um dort einen sogenannten Tierversorgungsvertrag anfertigen zu lassen, sodass das Tier hinterher auch versorgt ist."

Damit der Vierbeiner auch nach dem Tod des Besitzers ein beschütztes Dasein erleben darf, sollte man rechtzeitig entsprechende Vorsorgemaßnahmen treffen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk