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StartseiteVerbrauchertippWer zahlt für Einsätze der Feuerwehr?13.04.2017

Teurer NotrufWer zahlt für Einsätze der Feuerwehr?

Wenn jemand in Not gerät, kann er die Telefonnummer 112 wählen, dann kommt der Rettungsdienst zu Hilfe. Die Feuerwehr ist aber nicht für jeden Unglücksfall und jedes Problem zuständig. Und manchmal kostet ein Anruf sogar richtig Geld.

Von Hilde Braun

Fahrzeuge der Polizei und Feuerwehr mit Blaulicht während eines Einsatzes in Magdeburg. (picture alliance / dpa / Jens Wolf)
Feuerwehr und Polizei bei einem Einsatz. (picture alliance / dpa / Jens Wolf)
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Hilfeleistung Immer die 110 oder 112 wählen

Grundsätzlich gilt: im Notfall anrufen. Die Leistungen der Feuerwehr sind unentgeltlich. Sie werden von Steuergeldern gezahlt. Das ist der Fall, wenn – juristisch ausgedrückt - Menschen, Tiere, Sachwerte oder Umwelt in Gefahr sind. Es sei denn diese Gefahr wurde böswillig herbeigeführt. Typisches Beispiel: ein vorsätzlich gelegter Brand. Thorsten Drewes ist Pressesprecher bei der Feuerwehr Mülheim.

"Unter grober Fahrlässigkeit können Sie sich zum Beispiel vorstellen, dass Sie in einer großen Sommerhitzeperiode mit einer Zigarette durch den Wald spazieren und die ungeachtet wegschnippen und wenn dadurch ein Brand entsteht wo sie dabei erwischt werden, dann können Sie dafür natürlich haftbar gemacht werden und die Kosten des Einsatzes müssen Sie dabei natürlich auch übernehmen."

Dem Brandstifter droht dann außerdem ein Strafverfahren. Auch wenn die Katze nicht mehr vom Baum herunter kommt, oder ein Eichhörnchen im Gulli festsitzt, rückt die Feuerwehr aus und rettet das Tier – in der Regel, berichtet  Milan Görres, Hauptbrandmeister. 

"Also gerade im Bereich des Tierfangs hat man immer wieder schöne Einsätze. Wir werden im Winter regelmäßig angerufen, dass ein Schwan auf einer Eisfläche festgefroren ist, ist natürlich auch wieder unser Job. Wenn Wildvögel im Garten landen und nicht mehr weiter kommen. Also da hatte ich persönlich schon mal ein Graureiher, der nicht mehr hochgekommen ist, den holen wir dann auch ab." 

Den Einsatz bezahlen muss jemand, der den Schaden verursacht hat

Sitzt die Katze aber immer wieder auf dem gleichen Baum, dann kann der Halter des Tieres auch zur Kasse gebeten werden. Aber das ist eine Einzelfallentscheidung und:

"Ich denke vor 30 Jahren hätten die Leute für solche Sachen nicht angerufen. Wenn da ein Vogel im Garten ist, hätte man dem Vogel selbst auf die Beine geholfen oder in den Wald gepackt. Inzwischen haben die Leute mehr die Mentalität da ist ja jemand für zuständig, sind wir dann ja im Endeffekt auch und wir machen das schon."

Den Einsatz bezahlen muss auch jemand, der den Schaden verursacht hat. Beispiel: Man weiß, der Heizlüfter sprüht nach kurzer Zeit Funken, er wird aber trotzdem betrieben. Anderes Beispiel: auslaufende Flüssigkeiten aus dem Fahrzeug. Hier gilt das sogenannte Verursacherprinzip. So musste Hauptbrandmeister Milan Görres kürzlich eine drei Kilometer lange Ölspur mit seinen Kollegen beseitigen.

"Da waren wir natürlich stundenlang beschäftigt, es hat sehr viel Manpower gekostet und den Verursacher auch einiges an Geld, weil sehr viele Leute stundenlang beschäftigt waren, und Fahrzeuge waren ja gebunden und irgendeiner muss dafür ja auch bezahlen."

Ganz klar ist die Lage beim Missbrauch des Notrufs

Da ist die Rechtslage eindeutig. Bei vielen Vorkommnissen ist es aber eine Einzelfallentscheidung, wer die Kosten trägt. Beispiel: Keller leer pumpen. Ist ein Rohrbruch die Ursache, muss geklärt werden, wie es dazu kam. Das gilt auch für einen Fehlalarm von Feuermeldeanlangen, beispielsweise in einem Kaufhaus, die durch Rauchgas ausgelöst werden können, erklärt Thorsten Drewes.

"Wenn die jetzt allerdings nicht bestimmungsgemäß auslösen, durch eine technische  Fehlfunktion, oder das Fehlverhaltens eines Mitarbeiters und wir rücken an, dann gibt es Pauschalpreise, das ist je nach Größe des Objektes unterschiedlich, weil zum Beispiel bei einem Krankenhaus fahren wir mit mehr als einem Löschzug hin. Ja, wenn das jemand vorsätzlich gemacht hat und dabei ertappt wird, kriegt der natürlich die Rechnung."

Ganz klar ist die Lage beim Missbrauch des Notrufs. Wer sich einen üblen Scherz erlaubt und die Feuerwehr grundlos ruft, muss zahlen. Das ist außerdem eine Straftat. Im Zweifel rücken die Einsatzkräfte dann aus. Fatal ist es in einem solchen Fall, wenn sie dann an anderer Stelle fehlen, nämlich dort, wo sie wirklich gebraucht werden.

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