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StartseiteSport am WochenendeTeurer Spaß29.02.2012

Teurer Spaß

Der Sportausschuss des Bundestags befasst sich mit den Olympischen Spielen von Sotschi

Kostenexplosionen, Umweltzerstörung, Zwangsumsiedlungen, Korruption - die Olympischen Winterspiele 2014 im russischen Sotschi bieten viel Anlass für Kritik. Und so befasste sich auch der Sportausschuss des Bundestages mit Sotschi.

Von Robert Kempe

Baustelle eines Hotels im Kaukasus-Gebirge nahe Sotschi (dpa)
Baustelle eines Hotels im Kaukasus-Gebirge nahe Sotschi (dpa)

Für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi müssen der Bund sowie der Deutsche Olympische Sportbund wohl mit erheblichen finanziellen Zusatzkosten rechnen. Man gehe davon aus, dass die Entsendekosten für die deutsche Olympiamannschaft, höher als bei früheren Olympischen Winterspielen seien werden, sagte Viola von Cramon, sportpolitische Sprecherin der Grünen:

"Konkrete Zahlen gibt es natürlich noch nicht. Es sieht aber schon so aus, dass wir einen großen Betreuerstab - insbesondere für die Fachverbände brauchen. Vertretend hier war ja der Deutsche Skiverband. Der ja auch im Vorfeld gesagt hat, dass die Hotelkosten ungefähr doppelt so teuer sind. Das heißt da fallen Budgets an, die mehr als eine halbe Million Euro darstellen."

Schon vor ein paar Wochen hatte der Generalsekretär des Deutschen Skiverbandes, DSV, Thomas Pfüller, die hohen Unterbringungskosten in Sotschi stark kritisiert. Im Ausschuss stellte für den Verband Jürgen Wolf im DSV für den Breitensport zuständig, dar, dass Teile der Mannschaft außerhalb der Olympischen Dörfer untergebracht werden müssten, um die Anreise zu den Wettkampfstätten gering zu halten. Die genauen Kosten hingen davon ab

"Welche Zusatzleistungen wir da für diese Außenquartiere selbst noch erbringen müssen, also ob wir zu Beispiel für die gesamte Sicherheit für die Athleten vor Ort selbst sorgen müssen, wie sich die Verpflegungssituation vor Ort darstellt, wie sich die Akkreditierungssituation darstellt, das muss sicher noch geklärt werden, und da gibt es auch noch einen erheblichen Gesprächsbedarf."

Die Abgeordneten führten ihre Gespräche gewohnt hinter verschlossenen Türen. Wegen kritischer Berichterstattung ist seit geraumer Zeit die Öffentlichkeit im Ausschuss nicht mehr erwünscht.. Überraschend waren auch Naturschutz- oder Menschenrechtsorganisationen zum Thema Sotschi nicht eingeladen. Als Gast wurde der russische Botschafter empfangen, der erwartet das positive Bild von den Vorbereitungen der Olympischen Winterspiele den Politikern vermittelte. Klaus Riegert, CDU:

"Also er hat zu meiner Überraschung, die Themen Umwelt, Korruption und Sicherheit selber angesprochen. Natürlich in der Form, dass er davon ausgeht, dass Russland die Dinge in den Griff bekommt."

Die Spiele in Sotschi lässt sich Russland viel kosten, auf rund 24 Milliarden Euro sollen die Ausgaben angestiegen sein, viermal so hoch wie in Vancouver 2010.

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