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StartseiteCorsoVon der vermeintlichen Nähe in Fernbeziehungen25.02.2016

Theaterstück "Liebe in Zeiten der Glasfaser"Von der vermeintlichen Nähe in Fernbeziehungen

Durch Hilfsmittel wie Skype können sich Paare, die in Fernbeziehungen leben, so nah sein wie nie zuvor - doch das ist nur eine vermeintliche Nähe, meint der Regisseur Ed Hauswirth, der zu dem Thema am Theater Dortmund das Stück "Liebe in Zeiten der Glasfaser" inszeniert hat. Er weiß, wovon er spricht: Hauswirt lebt selbst in einer Fernbeziehung.

Ed Hauswirth im Gespräch mit Sören Brinkmann

Zwei Männer telefonieren über das Internet in einem Videochat. (imago/Jochen Tack)
Bringt Skype Menschen in Fernbeziehungen einander näher? (imago/Jochen Tack)
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Hauswirth glaubt, dass das Sich-nacheinander-Sehnen, welches es in Zeiten vor dem Telefon gab, also bevor man täglich kommunizieren konnte, heutzutage eine mediale Verlängerung bekommen hat. Denn auch wenn man sich in Videochats sehen und hören könne: "Es geht darum, dass man nicht körperlich anwesend ist, sondern nur mit einer Vorstellung voneinander arbeitet." Die Nähe sei also nicht echt.

In seinem Stück porträtiert er vier Paare, die in Fernbeziehungen leben und miteinander skypen. Dafür hat Hauswirth mehrere Paare befragt - die ihm von Ritualen und Angewohnheiten berichtet haben. So habe ein Paar berichtet, es würde einmal in der Woche fünf Stunden am Stück skypen - dabei würden sie aber nicht miteinander sprechen, sondern einfach "koexistieren" und ihren täglichen Aufgaben nachgehen. 

Auch wenn der Alltag so vermeintlich geteilt werden könnte, gehe das bei beispielsweise wichtigen Entscheidungen nicht, meint Hauswirth. Er spricht aus eigener Erfahrung, denn er lebt mit seiner Frau selbst in einer Fernbeziehung: "Schwierige Fragen können wir nur persönlich klären. Das geht nicht über den Laptop." 

Das Gespräch mit Ed Hauswirth können Sie mindestens sechs Monate in unserer Mediathek nachhören.

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