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StartseiteVerbrauchertipp"Personalausweis" für Hunde und Katzen13.09.2017

Tierchip"Personalausweis" für Hunde und Katzen

Oft wird Haustieren, die gerne das Weite suchen, ein kleiner Chip implantiert, auf dem ihre persönliche Nummer verzeichnet ist. Anhand dieser können sowohl die Daten des Tieres, als auch des Besitzers abgelesen werden. Doch Tier und Besitzer finden trotz Chip nicht immer zueinander.

Von Susanne Kuhlmann

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Jack Russell Terrier leckt eine Hauskatze ab. Jack Russell Terrier licks a House cat (imago stock&people)
Chip und Registrierung helfen Besitzern, Tieren und nicht zuletzt auch Tierheimen. Denn dort landen viele Hunde und Katzen, die entweder keinen Chip tragen oder für die kein Registereintrag vorliegt (imago stock&people)
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"Klassischerweise werden Hunde und Katzen gechipt. Man kann aber auch kleine Heimtiere, also Kaninchen, Meerschweinchen chippen lassen, auch Pferde," sagt Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund. Nur ein kleiner Eingriff ist nötig, denn der Chip ist winzig:

"Der Chip ist reiskorngroß und wird vom Tierarzt implantiert mit einer Spritze. An der linken Seite des Halses wird er unter die Haut gesetzt."

Je nach Tier kostet das zwischen 20 und 50 Euro. Die auf dem Chip verzeichnete 15-stellige Nummer ist so etwas wie der Personalausweis für das Tier. Bei Vögeln ist es der Ring. Die Nummer alleine hilft allerdings nicht weiter.

Aktion "Check meinen Chip"

"Wichtig ist, dass man das Tier nicht nur chippen lässt, sondern dass man es auch im Haustierregister registrieren lässt. Da werden mit dieser Nummer alle Daten verbunden, die wichtig sind. Daten zum Halter, Anschrift, Telefonnummer und auch zum Tier. Was es für ein Tier ist, wann es geboren ist, welche Art es ist. So lässt sich das Tier mit seinem Chip dem Halter und den damit hinterlegten Daten zuordnen."

In dieser Woche erinnern der Bundesverband praktizierender Tierärzte und der Deutsche Tierschutzbund mit einer Gemeinschaftsaktion daran, dass Chip und Registrierung unbedingt zusammengehören, damit ein entwischtes Tier wiedergefunden wird.

"Seitdem wir unsere Krusie haben, habe ich gemerkt, wie sinnvoll dieses 'Gechipte' ist." - Ann-Katrin Lehmann hat vor kurzem eine Hündin mit ausgeprägtem Jagdtrieb übernommen. Einen Chip hatte sie zu dem Zeitpunkt glücklicherweise schon.

"Krusie war nämlich kaum da, da war sie auch schon wieder weg, aus dem Garten ausgerissen. Das dauerte einen Tag und noch eine Nacht. Dann bin ich auf die Idee gekommen, mich bei Tasso anzumelden, diesem Haustierregister. Das dauerte keine zwei Stunden, da wusste ich, dass sie im Tierheim sitzt."

Chipnummer im Register hinterlegt

Der Verein Tasso führt seit über dreißig Jahren eines der Haustierregister in Deutschland, kostenfrei. So lange besteht auch schon das Deutsche Haustierregister, ein ebenfalls kostenloser Service des Tierschutzbundes. Das Deutsche Haustierregister tauscht seine Daten mit anderen europäischen Registern aus - falls ein gechipter Hund im Urlaub abhandenkommt. Eine weitere Registrierungsstelle heißt ifta. Sie ist kostenpflichtig, betreibt aber unter anderem eine weltweit gebührenfreie Telefonhotline. Alle Register funktionieren ähnlich, erläutert Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund:

"Es wird die Chipnummer hinterlegt mit allen Daten zu Tier und Halter. Die Register tauschen sich auch untereinander aus, wenn ein Tier als vermisst gemeldet wird."

Viele Tierärzte tragen die Daten von Tier und Halter sofort in eines der Register ein, wenn sie den Chip implantiert haben. Manchmal muss der Tierbesitzer allerdings selber dafür sorgen. Beim Deutschen Haustierregister funktioniert das so:

"Man kann beispielsweise die Chipnummer eingeben auf der Webseite und dann wird angezeigt, ob das Tier drin ist, und man kann seine Daten auch aktualisieren."

Chip und Registrierung helfen Besitzern, Tieren und nicht zuletzt auch Tierheimen. Denn dort landen viele Hunde und Katzen, die entweder keinen Chip tragen oder für die kein Registereintrag vorliegt. Die neue Aktion "Check meinen Chip" soll künftig immer in der zweiten Septemberwoche stattfinden.

"Die Leute sollen sich bei uns melden, wenn sie denken: Ah, ich habe mal meine Telefonnummer gewechselt oder habe eine neue Handynummer. Dann ist man auf dem neuesten Stand. Wenn das Tier dann mal entwischt, kann man sicher sein, dass man auch kontaktiert wird."

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