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StartseiteVerbrauchertippWenn die letzte Wurst gegrillt ist 07.07.2017

Tipps zur Grillreinigung Wenn die letzte Wurst gegrillt ist

Schwamm und Bürste, Brötchen und Cola oder Spezialreiniger: Für den Kampf gegen hartnäckige Grillrückstände gibt es viele Rezepte. Doch nicht alle sind schonend und effektiv. Was bei der Grillpflege beachten werden sollte.

Von Christiane Enkeler

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Jemand reinigt einen Grill mit einer Zwiebel (imago stock&people)
Manche schwören auf Zwiebeln als Grillreiniger. (imago stock&people)
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Wer sich tagsüber auf der stadtbekannten Grillwiese sonnt, muss keine Grillfreundin sein:

"Ich hab noch nie einen Grill sauber gemacht, das machen immer andere."

Andere? Andere machen sich Gedanken:

"Ich würde vorschlagen, man nimmt Spüli und - wie heißen die Dinger aus ..." "Stahlwolle?" "Stahlwolle! Und dann schrubbt man halt den Grill wieder ab. Also den Grillrost."

"Ich habe gehört, den Rost muss man vorher einweichen oder so. Ja gut, aber im Endeffekt muss man auch wieder abreiben, denke ich."

Putztuch und Bürste sind besser als Spezialreiniger

Philip Heldt ist der Fachmann aus der Verbraucherzentrale Düsseldorf.  Er bevorzugt die mechanische Lösung. Denn ein stark wirksamer Grillreiniger sei eben auch stark ätzend.

"Ich kann eigentlich genau den gleichen Effekt erreichen, wenn ich den Putzschwamm nehme oder ein Mikrofasertuch mit groben Fasern drin. Die gibt es extra auch speziell, die für Böden zum Beispiel sind relativ grob, damit kann ich eben halt auch mit einem sanften Spülmittel den Grill wunderbar reinigen, nutze dann eben mehr die mechanische Wirkung, habe aber eben nicht das Risiko, dass ich mich verätze oder noch einen Spezialreiniger kaufen muss."

Die grobe Drahtbürste ist vor allem für den Rost gedacht und nicht für die Wände und Außenseiten des Grills. Wem das zu heftig vorkommt, für den gibt es auch Bürsten mit Messingborsten. Vorher Einweichen ist nicht falsch. Dazu kann man den Rost auch über Nacht auf die Wiese legen, in den Morgentau. Oder ihn in eine feuchte Zeitung einwickeln.

Ordentlich heizen und die Asche abwischen

Und vorher, direkt nach dem Grillen, kann man auch noch mal richtig durchheizen, rät Verbraucherfachmann Philip Heldt.

"Ich mach das Ding einfach so heiß, dass alles an organischem Material verbrennt, und dann rieselt das in Form von Asche und Ruß runter. Wichtig ist dann nur, dass ich diese Asche oder den Ruß halt auch wirklich noch mal vom Rost runterputze, weil darin könnten Bestandteile sein, die dann, wenn sie in der Nahrung sind, also auf dem frischen Fleisch, dann möglicherweise krebserregend sind. Deswegen einfach nur noch mal hinterher mit einem Lappen sauber putzen, dann dürfte eigentlich kaum noch was dran sein, dann ist alles gut."

Bei Gusseisen hilf etwas Öl

Blank schrubben sollte man einen Edelstahlrost. Eine spezielle Pflege braucht ein Gusseisenrost.

"Man kann's auch richtig blitzeblank machen, so gut es geht, und dann einfach noch mal mit ein bisschen Öl einreiben. Aber es genügt wirklich nur eine ganz dünne Schicht, sodass quasi eine Schutzschicht da drauf ist."

Beim nächsten Grillen erst ein bisschen einbrennen lassen und dann erst Grillgut auflegen. Mit ein bisschen Öl lässt sich sogar reinigen.

"Gleiches löst sich im Gleichen, das lernt man schon im Chemieunterricht, also das funktioniert schon - wenn ich jetzt aber wirklich in größeren Mengen den Belag beseitigen will, dann macht es schon Sinn, das mit Wasser zu machen."

Selbst gemachte Putzmittel sind nicht unbedingt harmloser

Im Internet liest man einiges, alles Mögliche soll helfen: vom trockenen Brötchen bis zur Cola.

"Ob ich jetzt n Brötchen nehme oder einen Putzschwamm, hat chemisch keine andere Wirkung. Das ist einfach nur mechanisches Abrubbeln, was ich damit mache - die Wirkung wird sehr ähnlich sein."

Cola enthält Phosphorsäure, die funktioniert als saurer Reiniger. Basisch geht es aber auch, mit Natron oder Soda.

"Backofenreiniger, da ist Natronlauge drin, ist stärk ätzend, da ist natürlich ein selbst gemachtes Putzmittel aus Soda immer besser. Weil es eben weniger stark die Haut angreift und auch weniger stark die Oberflächen, die ich reinigen will."

Verbraucherschützer Philip Heldt gibt zu beachten: Selbst gemachte Putzmitteln sind nicht automatisch umweltfreundlicher oder harmloser. Ohnehin gibt es auch noch eine ganz einfache Lösung, selbst bei Fleischsaft und Marinade: eine Grillschale aus Edelstahl - die kann anschließend in die Spülmaschine.

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