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"Titanic"-Redakteur"Haben 'Bild' nicht hinters Licht geführt"

Das Bild eines Maskierten, der eine "Bild"-Zeitung in der Hand hält. (Titanic / Thomas Hindner)
So macht sich die "Titanic" online über ihren Fake gegen die "Bild" lustig. (Titanic / Thomas Hindner)

Das Satire-Magazin "Titanic" verteidigt das Lancieren einer Falschmeldung in der "Bild"-Zeitung: Man habe gemeinsam mit dem Blatt dessen Kampagne gegen die SPD weitergeführt, sagte "Titanic"-Redakteur Moritz Hürtgen augenzwinkernd im DLF. Nun prüfe man, einen Hund in die Bild-Chefredation einzuschleusen.

Das Satire-Magazin "Titanic" hat das Lancieren einer Falschmeldung in der "Bild"-Zeitung verteidigt. Der verantwortliche "Titanic"-Redakteur Moritz Hürtgen, sagte im Deutschlandfunk, man habe Bild "nicht hinters Licht geführt", sondern gemeinsam mit ihr deren "SPD-Kampagne weitergesponnen". Man sehe einer möglichen Klage der SPD gelassen entgegen. Er rechne allerdings nicht damit. Hürtgen erklärte weiter, die "Titanic" verzichte - vorerst - auf rechtliche Schritte gegen die "Bild". Hürtgen scherzte, derweil prüfe man bei der "Titanic", einen Hund in die Bild-Chefredation einzuschleusen - als Nachfolger von Julian Reichelt.

Wie die "Titanic" auf ihrer Internetseite mitteilte, hatte Redakteur Hürtgen einen angeblichen Schriftverkehr an die "Bild" geschickt, der belegen soll, dass Kühnert die Hilfe eines russischen Internet-Trolls namens Juri in Erwägung gezogen haben soll. Dieser habe ihm bei der "NoGroko"-Kampagne helfen sollen. Vergangene Woche veröffentlichte die "Bild" einen entsprechenden Bericht unter dem Titel "Neue Schmutzkampagne bei der SPD". Die "Titanic" erläuterte zu ihrem mutmaßlichen Vorgehen: "Eine anonyme Mail, zwei, drei Anrufe – und 'Bild' druckt alles, was ihnen in die Agenda passt."

Ein Sprecher des Axel-Springer-Verlags, zu dem die "Bild" gehört, teilte dem Deutschlandfunk schriftlich mit, die Zeitung habe "die Echtheit der uns anonym zugestellten E-Mails immer deutlich in Frage gestellt und journalistisch eingeordnet". Zum Beispiel habe man in der "Bild" am 16. Februar geschrieben: "Für die Echtheit gibt es keinen Beweis." Auslöser der "Bild"-Berichterstattung sei die Ankündigung der SPD gewesen, Strafanzeige gegen Unbekannt zu stellen. Der Springer-Sprecher schreibt: "Wir sind gespannt, ob die SPD diese nun gegen 'Titanic' richten wird."

Kühnert teilte mit, man habe von Anfang an gesagt, dass das eine plumpe Fälschung gewesen sei. Es sei nicht witzig, dass die "Bild" auf diese fragwürdigen Informationen eine mehrtägige Berichterstattung aufgebaut habe.

Einen ausführlichen Bericht über den Satire-Coup können Sie hier lesen.

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