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Todesarena - Müllhalde

Open Air Stadiongeschichten

Von Herbert Hoven

Soldaten der Wehrmacht singend bei einem Marsch, aufgenommen 1935
Soldaten der Wehrmacht singend bei einem Marsch, aufgenommen 1935 (picture alliance / dpa)

In Kiew findet im August 1942 das sogenannte Todesspiel statt. Die Betriebsmannschaft einer Brotfabrik tritt gegen eine Flakelf der deutschen Wehrmacht an. Und es passierte, was so nicht abgesprochen war: Die ukrainische Mannschaft gewinnt mit 5:3.

Eine Woche später werden acht sowjetische Spieler verhaftet und interniert. Im Lager Sirez werden drei von ihnen Monate später erschossen. Die Arenen der Neuzeit sind nicht nur Spielstätten für das beliebteste Ballspiel der Welt, sondern sie dienen diktatorischen Staaten als Gefängnis, werden nach Naturkatastrophen zu Notunterkünften ausgebaut, oder, wie in der Nähe von Neapel, als Mülldeponie ausgewiesen, weil die Kommunen nicht wissen, wohin mit den stinkenden Abfällen.

Und nach der Saison wird in vielen Stadien der grüne Rasen für Rock- und Popkonzerte bestuhlt. Aus Anlass der Fußball-Europameisterschaft präsentiert die Sendung einen anderen Blick auf und hinter die Kathedralen der Neuzeit.


WDR/DLF 2012

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Das Feature

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Der baskische Spitzenpolitiker Arnaldo Otegi erhebt seine linke Hand vor einem Plakat in Elgoibar am 6. September 2008.

Im vergangenen Jahr fällte der Europäische Menschengerichtshof zwei aufsehenerregende Urteile gegen Spanien. Straßburg zufolge hat die spanische Justiz Foltervorwürfe gegen Polizisten nicht untersucht und die Haftstrafen von verurteilten ETA-Terroristen illegal verlängert. Die beiden Urteile sind nur die Spitze eines Eisbergs.

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