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StartseiteInformationen am MittagARD prüft Live-Übertragung18.09.2014

Tour de FranceARD prüft Live-Übertragung

Seit 2012 hatte das größte und schwerste Radrennen der Welt Pause im öffentlich-rechtlichen Fernsehen - jedenfalls live. Es kam nur in den Nachrichten vor. Der Grund: die vielen Dopingskandale im Radsport. Ab dem kommenden Jahr könnte es bei ARD und ZDF aber wieder Live-Bilder geben. Eine moralische Hürde scheint gefallen zu sein.

Von Andrea Schültke

Hauptfeld der Tour de France (afp, David Stockman)
ARD und ZDF wollen die Tour de France ab 2015 wieder live übertragen. (afp, David Stockman)
Weiterführende Information

Anti-Doping-Gesetz - Justizminister für Strafen ab dem ersten Milligramm, der ersten Pille
(Deutschlandfunk, Sportgespräch, 31.08.2014)

Italiener gewinnt Tour de France
(Nachrichtenleicht, Sport, 02.08.2014)

Tour de France - Der Fluchtgruppenkiller mit der roten Laterne
(Deutschlandfunk, Sport am Wochenende, 19.07.2014)

Deutscher Rad-Sportler hofft auf einen Sieg
(Nachrichtenleicht, Sport, 19.07.2014)

Rad-Rennen in Frankreich
(Nachrichtenleicht, Sport, 12.07.2014)

Die ARD-Intendanten prüfen einen teilweisen Wiedereinstieg in die Liveberichterstattung der Tour de France. Den entsprechenden Beschluss einer Intendantensitzung hat die ARD gegenüber dem Deutschlandfunk bestätigt. Demnach sollen nun Rechtefragen sowie Kosten und Umfang der Berichterstattung geklärt werden.

"Ausschlaggebend für die Überlegungen zu einem vorsichtigen Wiedereinstieg sind die ernsthaften Bemühungen des Radsports im Kampf gegen Doping",

erklärte eine Sprecherin der ARD gegenüber dem Deutschlandfunk.

Wie steht es denn mit dem Kampf gegen Doping im Radsport? Das hat eine Fernsehdokumentation der ARD jetzt unter die Lupe genommen. Die Autoren: Hajo Seppelt und Tom Mustroph. Ihre Dokumentation lässt den Betrachter zu der Erkenntnis kommen: Der Radsport ist sauber - und er ist es nicht.

Einerseits hat der Weltverband UCI seit einem Jahr ein neues Präsidium. Das alte hatte ja positive Dopingproben diverser Stars wie Lance Armstrong oder Alberto Contador unterschlagen. Und ein renommierter Anti-Doping-Experte erklärt gegenüber den Journalisten, der Radsport-Weltverband habe inzwischen das beste Kontrollsystem der Welt. Andererseits kommt ein Experte für Blutwerte von Athleten im Ausdauersport zu Wort. Er kann aus den aktuellen Blutwerten nicht schließen, dass der Radsport jetzt sauber ist.

Dann gibt es die sogenannte "neue Generation" der deutschen Radsportler wie Marcel Kittel. Er fuhr bei der diesjährigen Tour de France vier Etappensiege heraus. Er habe noch nie verbotene Substanzen genommen, erklärt Kittel in der ARD-Dokumentation. Aber das hat Jan Ullrich auch gesagt, bevor er dann doch als Dopingsünder überführt wurde.

Wenn die Verantwortlichen einen Wiedereinstieg in die Live-Berichterstattung von der Tour de France prüfen, werden sie sicher auch eines im Hinterkopf haben: das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die in der Fernseh-Dokumentation zitiert wurde. Demnach sind Dreiviertel aller Fernsehzuschauer davon überzeugt, beim Doping im Radsport habe sich nichts verändert. Aber trotzdem möchten 51 Prozent die Tour de France im Fernsehen live verfolgen.

 

Hören Sie dazu auch ein im Deutschlandfunk.

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