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StartseiteSport am WochenendeTransparenz nicht erwünscht26.09.2012

Transparenz nicht erwünscht

Bundestags-Sportausschuss zieht Olympia-Bilanz und diskutiert über Sportförderung

Gewohnt abgeschottet hinter dicken Türen, debattierte der Sportausschuss des Bundestags über das stark diskutierte deutsche Sportförderkonzept. Doch Kritiker des derzeitigen Systems, die sich in den letzten Wochen immer wieder zu Wort meldeten und vor allem die zu starke Fokussierung auf Medaillen anprangerten, waren nicht zugegen.

Von Robert Kempe

Viola von Cramon, sportpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen (Büro Viola von Cramon)
Viola von Cramon, sportpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen (Büro Viola von Cramon)

Passend zur geschlossenen Gesellschaft waren mit DOSB und Bundesinnenministerium ausschließlich die zwei Institutionen in den Ausschuss geladen, die seit Wochen eine transparente Debatte zur Sportförderung blockieren. Noch immer sind die Dokumente der Zielvereinbarungen, nach denen zig Millionen Euro Steuergeld an die Sportverbände verteilt werden, nicht öffentlich.

Dies scheint sich aber bei den Parlamentariern noch nicht überall herumgesprochen zu haben. So begründete die SPD ihren Antrag auf Offenlegung der Zielvereinbarungen damit, dass zwei Journalisten diese bereits vor Gericht erzwungen hätten. Die beiden WAZ-Reporter konnten jedoch nur die Offenlegung der Medaillenvorgaben gerichtlich erstreiten - nicht die vollumfänglichen Zielvereinbarungen.

Der Antrag der SPD fand im Ausschuss keine Mehrheit. BMI-Staatssekretär Christoph Bergner, CDU, bekräftigte noch einmal, dass das Ministerium auch weiterhin keinen Anlass sehe, die Zielvereinbarungen zu veröffentlichen, und beruft sich weiter auf den Datenschutz.
Unterstützung bekommen BMI und DOSB gewohnt von der Union, deren Obmann Klaus Riegert legt Wert darauf:

"dass wir die Zielvereinbarungen als Vereinbarungen zwischen DOSB und Sportverbänden sehen. Und damit fallen diese Vereinbarungen in die Autonomie des Sports."

Die Grünenpolitikerin Viola von Cramon kann dieser Haltung nichts mehr abgewinnen.

"Ich glaube es spricht überhaupt nichts gegen die Transparenz. Es geht hier nicht um Staatsgeheimnisse, sondern es geht darum, dass wir endlich erfahren dürfen nach welchen Kriterien das Geld verteilt wird."

Dies, so Kritiker, sei entscheidend für eine konstruktive Debatte zur zukünftigen Sportförderung.

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