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StartseiteNachrichten vertieftParis setzt Zeichen der Solidarität11.01.2015

TrauermarschParis setzt Zeichen der Solidarität

Hunderttausende gedenken mit einem Trauermarsch der Opfer der Terroranschläge in Paris, darunter Dutzende Staats- und Regierungschefs. Das Sicherheitsaufgebot ist riesig. Scharfschützen sind entlang den Wegstrecken postiert. Sie sollen neue Anschläge verhindern.

Europäische Staats- und Regierungschefs nehmen am Gedenkmarsch in Paris teil und setzen so ein Zeichen gegen religiös motivierte Gewalt. (AFP / Philippe Wojazer)
Internationale Staats- und Regierungschefs nehmen am Gedenkmarsch in Paris teil und setzen so ein Zeichen gegen den Terror. (AFP / Philippe Wojazer)
Weiterführende Informationen

Terror im Namen des Islam - "Der IS fürchtet, Anhänger zu verlieren"
(Deutschlandfunk, Interview mit Stephan Rosiny, 11.01.2015)

Nach dem Terror von Paris - "Aufklärung ist die einzige Medikation"
(Deutschlandfunk, Markt und Medien, 10.01.2015)

Medien zwischen Terror und Pegida - "Wir lassen uns die Pressefreiheit nicht kaputtmachen"
(Deutschlandfunk, Interview mit Willi Steul, 10.01.2015)

"Wir sind nicht nur in Zorn und Empörung vereint, sondern in Solidarität und Engagement gegen Extremisten", sagte US-Außenminister John Kerry vor Beginn der Großkundgebung für die 17 Opfer der islamistischen Anschläge in Paris. Dort haben sich hunderttausende Menschen versammelt, um der Opfer der islamistischen Anschläge der vergangenen Woche zu gedenken. Der Platz der Republik im Stadtzentrum war schon über eine Stunde vor Beginn des geplanten Schweigemarsches überfüllt. Demonstranten schwenkten französische Fahnen und riefen immer wieder in Sprechchören: "Vive la France" und "Je suis Charlie". Knapp 50 Staats- und Regierungschefs nehmen ebenfalls am Gedenkmarsch teil, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, der britische Premier David Cameron und Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi, Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Außerdem dabei sind EU-Kommissionchef Jean-Claude Juncker sowie EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. 

Höchste Sicherheitsstufe

Nach dem Angriff auf die Redaktion der Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" und der Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt ist die Sicherheitslage in Frankreich mehr als prekär. "Wir befinden uns im Kriegszustand", sagte der Vorsitzende des jüdischen Dachverbands in Frankreich (Crif), Roger Cukierman, bei einem Treffen mit Staatspräsident François Hollande.

Für die Sicherheit der Teilnehmer des Trauermarsches sorgte die Regierung mit einem massiven Aufgebot an Sicherheitskräften. Etwa 2.200 Polizisten sicherten den Marsch ab, 150 von ihnen in Zivil. Scharfschützen waren entlang der Strecke vom Platz der Republik bis zum Platz der Nation auf den Dächern postiert. Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve versicherte, alle notwendigen Vorkehrungen seien getroffen. DLF-Korrespondentin Ursula Welter berichtete, dass der Schweigemarsch vom Platz der Republik aus zum Platz der Nation zog. Die Angehörigen der Opfer dieser Woche in der ersten Reihe: Die Familien und Freunde der Journalisten, der Polizisten, der Geiselopfer im jüdischen Supermarkt. Sie hielten sich an den Händen,  wurden von Weinkrämpfen geschüttelt.

Terror betrifft alle Demokratien

Im Vorfeld des Trauermarsches haben Innenminister aus elf EU-Staaten in Paris über den verstärkten Kampf gegen den internationalen Terrorismus beraten. Der Terrorismus, wie ihn Frankreich in diesen Tagen erlebt habe, betreffe alle Demokratien, sagte Cazeneuve nach dem Treffen, an dem auch US-Justizminister Eric Holder teilnahm. Sie hätten ihre Entschlossenheit bekräftigt, gemeinsam gegen den Terror zu kämpfen sowie die Zusammenarbeit und Kontrollen auszubauen, um besser gegen aus dem Ausland kommende Terroristen vorgehen zu können.

Unbekannte haben in der Nacht zum Sonntag einen Brandanschlag auf die "Hamburger Morgenpost" verübt. Einige Akten verbrannten, verletzt wurde niemand. Das Motiv für den Anschlag ist noch unklar.

(tzi/tj)

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