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StartseiteVerbrauchertippNicht immer überzeugend29.05.2017

Trekkingräder im TestNicht immer überzeugend

Mehr als vier Millionen neue Fahrräder kauften die Deutschen im vergangenen Jahr. Und rund ein Drittel sind Trekkingräder, die als ideal für die Stadt, aber auch für längere Touren über Land gelten. Die Stiftung Warentest hat Modelle für Damen und Herren untersucht. Längst nicht alle konnten überzeugen.

Von Dieter Nürnberger

Ein Mann fährt auf einem Trekkingrad. (imago / Westend61)
Ein Mann fährt auf einem Trekkingrad. (imago / Westend61)
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Das typische Trekkingrad hat einen vergleichsweise leichten und schlanken Rahmen. Damit sind die Fahrer in der Regel deutlich flotter unterwegs als beispielsweise mit einem City- oder Mountain-Bike, die meist deutlich schwerer sind. Bei den Mountain-Bikes kommt noch hinzu, dass hier auf vieles verzichtet wird, was im Gelände entbehrlich ist - zum Beispiel ein Gepäckträger. Somit spreche im Alltag viel für ein Trekkingrad, sagt Nico Langenbeck von der Stiftung Warentest:

"Das Allrounder-Rad ist schon das Trekkingrad. Da kann ich wirklich mit Gepäck fahren - in der Stadt fahren, über Land fahren, es wird als Pendlerrad genutzt. Also, das ist wirklich das Rad, mit dem ich am meisten unternehmen kann. Die getesteten Räder lagen alle in der Preisklasse zwischen 750 und 950 Euro. Sie haben auch ungefähr die gleiche Ausstattung: Also LED-Scheinwerfer und Kettenschaltung mit 24 bis 27 Gang."

Immer noch Risse oder Brüche im Rahmen

Sieben Testradler fuhren mit jedem Modell jeweils zehn Kilometer - hinzu kamen spezielle Lasten-Untersuchungen auf dem Prüfstand. Wichtigste Kriterien waren die Stabilität beim Radfahren und auch die Bruchfestigkeit der einzelnen Komponenten. Mehr als die Hälfte der untersuchten 20 Modelle bot generell eine gute Qualität. Doch überraschend für die Warentester: Es gibt immer noch Modelle, die nach der Untersuchung Risse oder sogar Brüche im Rahmen aufwiesen:

"Zwischen Oberrohr und Vorbau haben wir Brüche festgestellt. Zum einem am "Gudereit"-Herrenrad und zum anderen am "Pegasus"-Herrenrad. Diese Räder sind entsprechend auf "mangelhaft" abgewertet worden."

Auch unzuverlässige Bremsen, wenig stabile Gepäckträger oder Seitenständer sowie unkomfortable Sattel oder zu schwache Beleuchtung sorgten für Punktabzüge.

Und auch eine unter Fahrradfahrern durchaus verbreitete Annahme bestätigte sich: Es geht um die Fahrstabilität von Damen- und Herrenrädern. Damenräder sind mit einem Trapezrahmen ausgestattet, das hier etwas tiefer liegende Oberrohr ermöglicht es, einfacher auf das Rad zu steigen. Männerfahrräder haben einen sogenannten Diamantrahmen. Die Unterschiede in der Fahrstabilität treten vor allem bei hoher Beladung auf, sagt Warentester Nico Langenbeck.

Vor dem Kauf probefahren

"Die Trapez-Rahmen sind meist von der Fahrstabilität her nicht ganz so stabil. Konkret: Gerade beim Fahren mit Gepäck flattern die mehr auf, sie schwingen mehr. Dadurch sind sie aber von der Festigkeit her besser als die entsprechenden Herrenräder. Diese sind wiederum von der Fahrstabilität besser. Gerade, wenn Sie viel mit Gepäck unterwegs sind, empfehlen wir eher einen Diamant-Rahmen. Und diese Diamant-Rahmen sind aber aufgrund der Steifigkeit anfälliger für Brüche und anderes."

Die zwölf gut bewerteten Trekkingräder lagen eng beieinander. Generell empfiehlt die Stiftung Warentest vor dem Kauf eine Probefahrt. In guten Fachgeschäften sei dies ohne große Probleme möglich.

"Die Testsieger sind die Räder von "Kalkhoff" - sowohl beim Herren- und auch beim Damenrad. Es sind die "Endeavour 27"-Modelle. Preis-Leistungs-Sieger wäre - wenn überhaupt - das "Pegasus"-Damenrad für 750 Euro. Das wurde mit "gut" bewertet. Aber auch ein Rad, welches 800 oder 850 Euro kostet, ist unter Umständen in einzelnen Punkten sogar noch besser."

Und für das Fahrrad-Fachgeschäft spreche auch, dass Käufer beispielsweise gleich nach einem - wenn nötig - besseren Gepäckträger oder einer helleren Beleuchtung fragen können. Der Händler kann dies dann sofort montieren, bevor es auf die Straße geht.

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