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Trumps erste AuslandsreiseAufbruch in Zeiten des Aufruhrs

US-Präsident Donald Trump an der Präsidentenmaschine Air Force One vor einem Flug nach Lynchburg, Virginia. (picture alliance/dpa - Ron Sachs)
US-Präsident Donald Trump an der Präsidentenmaschine Air Force One (picture alliance/dpa - Ron Sachs)

Nach vier Monaten Amtszeit bricht US-Präsident Trump zu seiner ersten Auslandsreise auf. Ziele sind der Nahe Osten und Europa. Trump lässt eine Heimat in Aufruhr hinter sich - wegen angeblicher Kontakte seines Wahlkampfteams zu Russland und Vorwürfen versuchter Vertuschung und des Geheimnisverrats.

Während ihn zu Hause zahlreiche politische Skandale verfolgen, wird Donald Trump morgen bei einem seiner wichtigsten Verbündeten erwartet, in Saudi-Arabien. Das Land ist für das Weiße Haus in Fragen der regionalen Vorherrschaft in Nahost das große Gegengewicht zum Iran, dem Hauptfeind Israels. In Riad trifft Trump König Salman. Bis Montag stehen außerdem ein Treffen des Golf-Kooperationsrates sowie ein Gipfeltreffen von angeblich 50 muslimischen Ländern an. Bei diesem Treffen will Trump eine zentrale Ansprache zu einer "friedvollen Vision des Islams" halten.

Halt in Israel, Brüssel, Sizilien, dem Vatikan

Am Montag reist Trump nach Israel weiter und anschließend in die Palästinensischen Autonomiegebiete. Im weiteren Verlauf der kommenden Woche besucht der Präsident erstmals auch Europa. Dort nimmt er an den Gipfeltreffen der Nato in Brüssel und der G7-Gruppe wichtiger Industriestaaten auf Sizilien teil. Außerdem ist im Vatikan ein Treffen mit dem Papst geplant. Die Besuche religiöser Stätten des Islams, des Christentums und des Judentums sollen Einheit symbolisieren.

Innenpolitische Probleme hinter sich lassen?

Trump sagte gestern bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus, er freue sich, die gesamte Situation (zu Hause) hinter sich zu lassen. Ob die Auslandsreise dabei wirklich hilft, bleibt offen - das Interesse von Öffentlichkeit und Journalisten dürfte weiterhin groß sein.

Zuletzt wurde ein Sonderermittlers des Justizministeriums zu mutmaßlichen Verbindungen seines Wahlkampfteams zu Russland eingesetzt. Trump sprach dabei von einer "Hexenjagd". Die Ernennung des Ermittlers Mueller sei eine "sehr sehr negative Sache", da sie zeige, dass die USA ein gespaltenes, durcheinander geratenes Land seien.

Trump weist die Vorwürfe zurück

Trump wies zudem den Vorwurf zurück, er habe den ehemaligen FBI-Direktor James Comey gebeten, Ermittlungen gegen Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn einzustellen. "Nein, nein", sagte Trump auf eine entsprechende Nachfrage bei der Pressekonferenz.

Vertraute Comeys hatten öffentlich gemacht, dass der ehemalige FBI-Direktor Gesprächsnotizen über Unterhaltungen mit Trump geführt hat. In einem Gespräch habe Trump ihn um ein Ende der Ermittlungen gegen Flynn wegen dessen Russland-Verbindungen gebeten. Trump hatte Comey in der vergangenen Woche entlassen.

Zudem hatten Berichte der "Washington Post" über einen möglichen Geheimnisverrat Trumps an Russland den Präsidenten in Bedrängnis gebracht. Dabei soll es sich um Informationen über die Terrormiliz IS handeln, die möglicherweise vom israelischen Geheimdienst stammen.

(vic/mw)

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