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TunesienMit neuer Umweltpolizei gegen Müllproblem

Tunesien versinkt unter Müllbergen - hier ein Straßenzug in der Hauptstadt Tunis (imago stock&people)
Tunesien versinkt unter Müllbergen - hier ein Straßenzug in der Hauptstadt Tunis (imago stock&people)

Tunesien will mit einer Art "Umweltpolizei" gegen das massive Müllproblem vorgehen.

Das Land versinkt förmlich im Müll: Am Straßenrand türmen sich aufgerissene Plastiktüten, aus denen der Hausmüll quillt. Es gibt viele illegale Müllkippen, um die sich niemand kümmert. Die Menschen kämpfen eher gegen Armut, steigenden Preisen oder korrupten Beamten als gegen die Müllberge. Und darum empfinden laut einer Umfrage der Heinrich-Böll-Stiftung 72 Prozent der befragten Tunesier den Zustand der Umwelt zwar als "schlecht", aber nur 0,6 Prozent sehen die Umwelt als aktuelles Problem.

Helfen soll eine neue Polizeieinheit. Die "Grüne Polizei " wird sie genannt. Es geht den Beamten aber nicht hauptsächlich darum Umweltsünder zu bestrafen - vor allem sollen sie die Menschen für den Umweltschutz sensibilisieren. Erst soll die neue Umweltpolizei in einigen Bezirken rund um die Hauptstadt Tunis ihren Dienst aufnehmen. Bald soll sie dann in 74 Gemeinden im ganzen Land unterwegs sein.

Diese Nachricht wurde am 15.02.2018 im Programm Deutschlandfunk Nova gesendet.