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U-Bahnhof-KunstScharfe Kritik an Lüpertz-Kacheln

Markus Lüpertz ist deutscher Maler, Grafiker und Bildhauer. (Deutschlandradio / Ellen Wilke)
Markus Lüpertz ist deutscher Maler, Grafiker und Bildhauer. (Deutschlandradio / Ellen Wilke)

Das Kachebild-Projekt von Markus Lüpertz in Karlsruhe steht erneut in der Kritik.

Der Leiter des Karlsruher Zentrums für Kunst und Medien, Weibel, hat sich mit scharfen Worten gegen die Pläne des Künstlers gewandt. Er stört sich daran, dass Lüpertz großformatige Keramikreliefe mit religiösen Motiven an öffentlichen Haltestellen installieren will. Weibel sprach in der Süddeutschen Zeitung (Bezahlschranke) von einer "Sakralisierung von U-Bahn-Stationen". Er fühle sich an die Istanbuler Hagia Sophia erinnert, die der türkische Präsident Erdogan wieder in eine Moschee verwandeln wolle. Lüpertz' Konzept folge demselben Muster.

Weibel erklärte, öffentliche Räume würden derzeit "mit christlichen Symbolen besetzt". Er verweist auf die Debatte um das Kuppelkreuz auf dem Berliner Stadtschloss: "Das sind allergische Reaktionen auf die von Paranoikern gefürchtete, vermeintlich drohende Islamisierung des Abendlandes". Wer Geld und Einfluss habe, versuche den öffentlichen Raum gewaltsam zu besetzen.

Lüpertz will sich in dem Projekt "Genesis - Die sieben Tage des Herrn" mit der biblischen Schöpfungsgeschichte befassen. Der Gemeinderat hatte dem Konzept Ende Juli unter der Bedingung zugestimmt, dass das Projekt vollständig privat finanziert wird. Dem Vernehmen nach hat die Kunstaktion einen Etat von rund einer Million Euro. Hinter dem Projekt steht der frühere Geschäftsführer der Karlsruher Keramikmanufaktur Majolika, Anton Goll - auch dieser Umstand hat bereits für Kritik gesorgt.