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StartseiteInterview"Die Gesellschaft muss umdenken"20.04.2014

Umgang mit Tieren"Die Gesellschaft muss umdenken"

Um die Rechte von Tieren durchzusetzen, bedürfe es neben politischer Entscheidungen eine grundsätzliche Änderung unserer Lebensgewohnheiten, sagte die Philosophin Friederike Schmitz im Deutschlandfunk. Die Konsequenz wäre nicht nur eine vegetarische, sondern eine vegane Lebensweise.

Friederike Schmitz im Gespräch mit Anne Raith

Braune Legehennen drängen sich in Pless bei Memmingen in einem Hühnerstall für Legehennen. Im Vordergrund liegen Eier auf einem Transportband. (Joerg Koch/dapd)
Neben Tierschutz-Standards muss sich auch die Lebensweise der Menschen ändern (Joerg Koch/dapd)
Weiterführende Information

Tiermediziner: Tierhaltung ist größte Baustelle (Deutschlandfunk, Umwelt und Verbraucher, 04.03.2014)

Alternativmethoden zu Tierversuchen (Deutschlandfunk, Deutschland heute, 5.02.2014)

Es sei erforderlich, dass die Menschen ihren Umgang mit Tieren grundsätzlich hinterfragen. Die Rechte der Tiere müssten anders bewertet werden, als dies aktuell der Fall sei. Tiere sollten nicht gedankenlos getötet werden - nur "weil wir ein bestimmtes Geschmackserlebnis wertschätzen", forderte die Philosophin Friederike Schmitz im Deutschlandfunk. 

Natürlich könne man die Tiere nicht fragen, wie sie sich am wohlsten fühlten. Aber die handlungsrelevanten Dinge seien klar: Tiere sollten nicht getötet werden. Sie bräuchten mehr Platz und der Nachwuchs sollte länger bei seinen Müttern bleiben dürfen. 

Allerdings brauche der Mensch nicht allen Tieren die gleichen Rechte zuzugestehen. Man könne hier unterscheiden zwischen domestizierten Tieren und Wildtieren. So hätten wir die Verpflichtung, für domestizierte Tiere zu sorgen, weil diese vom Menschen abhängig seien. Wildlebenden Tieren gegenüber hätten wir solche Verpflichtungen in der Regel nicht. "Wir brauchen da nicht einzugreifen." Wo der Mensch allerdings durch Eingriffe in die Natur Veränderungen der Lebensbedingungen bewirkt habe, da ergäben sich möglicherweise auch Pflichten der Fürsorge. 

Derzeitige Lebensgewohnheiten in vielfacher Weise problematisch

Mehr Rechte für Tiere durchzusetzen, könne einmal heißen, höhere Tierschutz-Standards zu etablieren, sagte Schmitz. Werde die Forderung nach Rechten für Tiere aber tatsächlich so verwendet, wie der Begriff "Rechte" allgemein gebraucht werde, dann folge daraus in der Konsequenz nicht nur eine vegetarische, sondern sogar eine vegane Lebensweise.

Die gegenwärtige Lebens- und Wirtschaftsweise unserer Gesellschaft sei in vielerlei Hinsicht problematisch. "Wir müssen eigentlich grundsätzlich überlegen, wie wir anders leben können", um die Umwelt und auch die Tiere zu schützen. Das müsse nicht mit einem "schlechteren Leben einhergehen", sondern könne im Gegenteil sogar eine bessere Lebensweise mit sich bringen. 

Das Interview können Sie in voller Länge in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören.

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