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StartseiteVerbrauchertippWie aus Fahrrädern E-Bikes werden11.10.2017

UmrüstungWie aus Fahrrädern E-Bikes werden

Radfahren kann ganz schön anstrengend sein - vor allem, wenn es bergauf geht. Mit einem E-Bike ist aber auch das kein Problem, denn ein kleiner Elektromotor unterstützt in unterschiedlicher Intensität. Wem ein neues E-Bike zu teuer ist, sollte eine Umrüstung in Betracht ziehen.

Von Susanne Lettenbauer

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Umbau zum E-Bike in der Werkstatt Tegernsee-Bike (Deutschlandfunk / Susanne Lettenbauer)
Umbau zum E-Bike in der Werkstatt Tegernsee-Bike (Deutschlandfunk / Susanne Lettenbauer)

"Also grundsätzlich kann man fast alle Räder aufrüsten, es ist nur die Frage, welche Option man wählt." 

In Thilo Gauchs Fahrradwerkstatt warten Citybikes, Mountainbikes und Lastenräder darauf, ein komfortables E-Bike zu werden. Nach zwei bis drei Stunden Arbeitszeit steht das Zweirad normalerweise fertig umgerüstet da - solange es kein billiges Baumarktrad ist, so der Gründer der Heidelberger Firma Electric-Bikes Solutions:

"Der Rahmen muss natürlich stabil genug sein, da kommt es auf das Material an, was wir ablehnen sind Cabonrahmen, bei Aluminium muss man vorsichtig sein und fragen wie alt der ist, bei Stahlrahmen gibt es eigentlich keine Probleme." 

Motor vorne oder hinten?

Vor dem Umrüsten sollte man für sich klären, wofür man das künftige E-Bike nutzen will. Für gemütliche Stadttouren ist eher ein Mittelmotor geeignet, der statt des Tretlagers zwischen die Pedalen gebaut wird und die Kette als Unterstützung mit antreibt. Für ausgedehnte Radtouren in der Ebene empfiehlt der Fahrradexperte einen Frontnabenmotor im Vorderrad, mit einem Gewicht ab 1,8 Kilogramm einer der leichtesten. Für Mountainbikes gibt es statt der im Straßenverkehr erlaubten 250 Watt-Motoren Antriebe mit bis zu 2.500 Watt und 4,8 Kilogramm, mit der auch ungeübte jeden Berg rauffahren können:

"Wenn man einen Motor hintendrin hat, dann kann man sich sicher sein, dass dieses Rahmendreieck der stabilste Punkt an dem ganzen Fahrrad ist, da kann man auch sehr starke Motoren einbauen. Aber grundsätzlich ist auch ein Vorderradmotor sehr interessant, weil man dann eben Allradantrieb hat. Man selbst treibt das Hinterrad an über die Kette und der Motor unterstützt vorne."

Gerade ältere Fahrräder, die der Eigentümer gut kennt und gern fährt, seien gut geeignet. Mit etwas Geschick könne man die am Markt erhältlichen Umrüstsets selbst einbauen. Zudem müsse kein neues Rad angeschafft werden, ein Aspekt der Nachhaltigkeit:

"Wir haben sehr viele Kunden mit Spezialrädern, Liegeräder, Trikes, Tandems, dafür gibt es keine Antriebe von Herstellern. Falträder ist auch ein Klassiker, es gibt zwar welche, aber die sind den Kunden oft zu schwer, aber so ein Brompton-Falttrad können wir dann nachrüsten, da kommen keine fünf Kilo drauf." 

Umrüstungskosten von rund 900 Euro

Sehr preiswert ist das Umrüsten nicht: Rund 400 Euro müsse man für den günstigsten Motor ausgeben, dazu kommen der Akku und das Steuerungselement, in Summe knapp 900 Euro. Bei Neupreisen von Fertig-E-Bikes ab 2000 Euro noch immer eine günstige Alternative. 

In Herbst und Winter sollte man bedenken, dass der Akku bei niedrigen Temperaturen bis zu 15 Prozent Leistung verliert. Abhilfe bringt ein stärkerer Zweitakku, der gerade bei Umrüstsets im Unterschied zu fertigen E-Bikes von jedem beliebigen Hersteller kommen kann, solange die Spannung bei 36 bis 48 Volt liegt. 

Generell sei ein Umbau wirklich eine nachhaltige Alternative, bestätigt Walter Lechner vom ADFC München: 

"Der ADFC befürwortet das natürlich mit allen Kräften, weil gerade im älteren Jahrgang die Leute wieder aktiver werden und von dem her ist es doch eine schöne Sache, wenn die Leute ihre Räder wieder aus dem Keller rausschleppen, es wird mal wieder geputzt und geölt und dann gibt es die gute Sache der Umrüstung."

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