• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Google+
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 10:10 Uhr Kontrovers
StartseiteNachrichten vertieftRussische Raketen für den Iran15.02.2016

Umstrittene AufrüstungRussische Raketen für den Iran

Der Iran modernisiert sein Waffenarsenal - mit Raketen aus Russland. Moskau will dem Land schon in Kürze das lange bestellte Flugabwehrsystem S-300 liefern. Das hat das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigt und lässt durchblicken, dass es nicht der letzte Waffendeal gewesen sein könnte. Israel und die USA haben schwere Bedenken.

Das russische Raketenabwehr-System S300 (dpa / picture-alliance / Dmitry Rogulin)
Das russische Raketenabwehr-System S300 (dpa / picture-alliance / Dmitry Rogulin)
Mehr zum Thema

Iran: Russland liefert Raketenabwehrsysteme

Iran Neue Rollenverteilung im Nahen Osten

Historiker: Militärschlag gegen Iran "würde einen Riesenkrieg auslösen"

Der Vertrag über S-300-Systeme im Wert von mehr als 800 Millionen Dollar war schon vor acht Jahren unterschrieben worden. Wegen des Atomstreits und der damit verbundenen UNO-Sanktionen gegen den Iran lag das Abkommen aber jahrelang auf Eis. 

Im vergangenen April hob der russische Präsident Wladimir Putin den Lieferstopp für die Raketensysteme auf - noch vor dem offiziellen Ende des Atomstreits Mitte Januar. Die S-300-Systeme können Flugzeuge und Raketen abschießen. 

Kritik aus Israel

Vor allem das mit dem Iran verfeindete Israel hat schwere Sicherheitsbedenken und wollte den Deal deshalb bis zuletzt verhindern. Nach Einschätzung von Beobachtern könnten die Raketensysteme dazu dienen, iranische Atomanlagen vor Luftangriffen zu schützen. Israel sieht sich vom Iran bedroht und hält sich deswegen Luftangriffe auf iranische Atomanlagen als Option offen. Die Regierung in Teheran betont dagegen, dass das russische Raketensystem zur Bekämpfung der Terrormiliz IS eingesetzt werde.

Iran rüstet weiter auf

Nach der Aufhebung der internationalen Sanktionen will der Iran auch seine Luftwaffe verstärken. Und auch dabei soll Russland zum Zuge kommen. Irans Verteidigungsminister Hossein Dehghan hatte vergangene Woche angekündigt, einen Vertrag über die Lieferung von Suchoi-30-Kampfjets abzuschließen. Wann das Abkommen unterzeichnet und wie viele Maschinen der Iran kaufen wird, sagte er nicht. Nach Angaben des Ministers wird das Land aber auch an der Konstruktion der Flugzeuge beteiligt sein.

Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge hat der Iran auch schon Interesse am Nachfolger des S-300-Raketensystems angemeldet. Darüber werde aber derzeit nicht verhandelt.

(rm/am)

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk