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StartseiteVerbrauchertippEinweggrills sind tabu31.07.2017

Umweltfreundlich picknickenEinweggrills sind tabu

Liegen gelassene Grillschalen, leere Flaschen, Plastikgeschirr: Im Sommer prägt dieser Müll das Bild in öffentlichen Grünanlagen. Das muss nicht sein, sagen Umweltschützer und geben Tipps für einen nachhaltigen Picknick- und Grillgenuss. Es fängt bereits bei der Planung an.

Von Hilde Braun

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Menschen picknicken in einem Park. (dpa / picture alliance / Jan Woitas)
Wer picknickt, sollte immer eine Mülltüte dabei haben. (dpa / picture alliance / Jan Woitas)
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Ein umweltfreundliches Picknick beginnt schon beim Vorbereiten zuhause. Plastikbesteck, -teller und -becher oder welche aus Papier oder Bambus bleiben am besten zuhause. Stattdessen besser Mehrweggeschirr mitnehmen, wie Campinggeschirr aus Emaille oder Edelstahl. Bei wiederverwendbarem Plastik-Geschirr gilt es auf das Material zu achten - und gesundheitsschädliche Weichmacher zu vermeiden. Vor allem das Geschirr aus Polystyrol gilt als krebserregend. Besser sind Becher und Teller aus Polyethylen oder Polypropylen. Die lassen sich in der Regel an den Abkürzungen "PE" oder "PP" erkennen, erklärt Phillip Heldt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

"Meistens hat man das Glück, dass auf Kunststoffgeschirr dieses Recycling-Symbol drauf ist, das ist ein Dreieck mit drei Pfeilen. Und da drin steht meistens eine Zahl oder eine Buchstabenkombination."

Müll vermeiden

Mit Mehrweggeschirr wird außerdem Müll vermieden, und es lässt sich besser damit hantieren. Denn wirklich gut schneiden beispielsweise Einmalmessern aus Plastik ohnehin nicht. Wer nicht genug Geschirr oder Besteck zuhause hat, kann die Picknickgäste auch bitten, ihre Ess- und Trinkutensilien selbst mitzubringen. Hinterher kann jeder seine Sachen in den Geschirrspüler geben.

Vermeintlich praktische Einmalgrill-Sets im Aluschälchen mit Kohle und Grill-Anzünder sollten beim nachhaltigen Picknick auch tabu sein, sollte gar nicht erst eingekauft werden. Selbst wenn Einweg-Grill oder Aluschalen zuhause in eine Wertstofftonne wandern, steht der hohe Produktionsaufwand in keinem Verhältnis zur kurzen Nutzungsdauer, so Verbraucherschützer Heldt. Er empfiehlt als Alternative günstige Klapp- oder Eimergrills. Die gibt es schon ab 25 Euro zu kaufen und sind kaum größer als ein Einweggrill.

"Die Einmalgrills sind, wenn man es auf die Dauer hochrechnet, recht teuer, wenn ich häufiger grille. Und was aber auch für den Grillgenuss sehr schlecht ist bei den Einweggrills: Häufig ist dieses Grillrost sehr dicht über der Kohle, das heißt, die Hitze ist zu groß, um hochwertig zu grillen. Das führt dann einerseits dazu, dass die Würstchen auf der einen Seite verbrennen, auf der anderen Seite noch roh sind."

Auf Aluminiumschalen verzichten

Außerdem geben sie unter Umständen gesundheitsschädliches Aluminium an das Grillgut ab. Deshalb sollte man auch auf Grillschalen aus Aluminium verzichten, weiß Lydia Schmidt, die zusammen mit einer Kochschule in Essen Grillseminare gibt und empfiehlt Alternativen:

"Was man zum Beispiel machen kann, wenn man Käse macht, Backpapier drum wickeln. den muss man zwar feststecken, aber das geht auch ganz gut."

Schon vor dem Picknick ans Aufräumen denken

Schon beim Planen des Picknicks sollte außerdem auch ans Aufräumen hinterher gedacht werden. Dazu packt man neben Geschirr, Essen und Getränken unbedingt ausreichend Müllbeutel ein. Zuhause kann man es dann in den verschiedenen Tonnen entsorgen.

"Es gibt natürlich generell dafür Strafen, wenn man seinen Müll einfach irgendwo liegen lässt, die werden in der Regel über das Ordnungsamt eingetrieben, wenn man denn erwischt wird. Da schicken die Kommunen dann gezielt Mitarbeiter des Ordnungsamtes hin.

Was aber viel schöner ist, was es auch in einigen Städten gibt, da haben die Städte eigene Grillscouts ausgebildet, dass sind Leute, die von Grillgruppe zu Grillgruppe ziehen, sie noch mal für das Thema sensibilisieren, dass es eben alle Steuerzahler und auch sie selbst betrifft und viele Kosten verursacht. Die verteilen einfach Müllbeutel und geben noch mal Tipps zur Abfallvermeidung."

Wer eine Getränkekiste mitbringt, hat gleich eine handliche Abstellfläche parat, hinterher lassen sich die leer getrunkenen Flaschen damit gut transportieren. Damit vermeidet man außerdem Verletzungen durch Glasscherben, etwa wenn Glasflaschen einfach im Gras liegenbleiben.

 

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