• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
StartseiteCampus & KarriereUmweltfreundliche Investition15.12.2006

Umweltfreundliche Investition

In Leipzig startet das Projekt "UniSolar"

Die Idee klingt verlockend: Eine Universität produziert den Strom, den sie verbraucht, über Solaranlagen auf ihren Dächern einfach selbst. Studierende finanzieren die Anlage mit und sind dafür später an Gewinnen aus dem produzierten Strom beteiligt. Die Uni Leipzig will mit dem Projekt "UniSolar" diese Idee Wirklichkeit werden lassen.

Von Ronny Arnold

Schon kommenden Mai eine 250 Quadratmeter große Solaranlage auf dem Dach der Uni Leipzig stehen. (AP)
Schon kommenden Mai eine 250 Quadratmeter große Solaranlage auf dem Dach der Uni Leipzig stehen. (AP)
Mehr bei deutschlandradio.de

Externe Links:

UniSolar Leipzig

Ein Teil der Anlage soll von den Studierenden selbst bezahlt werden - über einen Darlehensvertrag. Die Idee zum UniSolar-Projekt stammt von Studierenden und Absolventen der Universität Leipzig sowie der HTWK, die nun über einen Verein das Projekt koordinieren und in die Öffentlichkeit tragen. 300 Studierende werden gebraucht, um das Projekt zu realisieren.

" Bei 1000 Euro bekommt man über zehn Jahre 220 Euro an Zinsen dazu, bekommt allerdings auch das Geld schon innerhalb dieser zehn Jahre zurück. So dass der effektive Zinssatz bei vier Prozent liegt. "

Ferdinand Dürr, Vorsitzender des Vereins UniSolar und Student der Politikwissenschaften an der Uni Leipzig, rechnet das Darlehensmodell vor. Jeder Studierende, der sein Geld bei UniSolar anlegt, macht in zehn Jahren insgesamt vier Prozent Rendite - und investiert in saubere Energie. Schon im Mai kommenden Jahres soll die 250 Quadratmeter große Solaranlage auf dem Dach des Geisteswissenschaftlichen Zentrums der Uni stehen und ihren ersten Strom liefern. Und ab dann verdienen die Studierenden mit, erklärt Ferdinand Dürr.

" Die Rendite kommt daher, dass es über das "Erneuerbare Energien Gesetz" einen garantierten Preis gibt, den ökologisch erzeugter Strom erzielt, wenn er ins öffentliche Netz eingespeist wird. In dem Fall wird der Strom an die Stadtwerke verkauft, die 49,02 Cent je Kilowattstunde bezahlen an das Studentenwerk. "

Das Leipziger Studentenwerk wird der offizielle Betreiber der Anlage sein, die Darlehensverträge abschließen und später das investierte Geld plus Rendite auszahlen. 75.000 Euro, die Hälfte des benötigten Geldes, kommt direkt vom Studentenwerk. Die andere Hälfte soll nun von den Studierenden eingesammelt werden. Kein leichtes Unterfangen, erzählt Nadine Waldmann von UniSolar, die seit Tagen an den Hochschulen für das Projekt wirbt.

" Also die Resonanz ist ziemlich gut. Die Leute, die so auf uns zukommen, sind alle ziemlich begeistert davon und finden es gut, dass es so was gibt in Leipzig. Es sind auch viele dabei, die sich beteiligen möchten, aber bei denen ein bisschen das Problem ist, sie sind Studenten und haben gerade keine 250 Euro. "

Denn 250 Euro muss man mindestens haben, um bei UniSolar einzusteigen. Maximal 2500 Euro dürfen investiert werden, damit möglichst viele Interessierte sich beteiligen können. Neben Studierenden dürfen auch Angestellte der Hochschulen, Mitarbeiter des Studentenwerkes und freie Investoren Geld geben. Sie müssen allerdings mit mindestens 500 Euro einsteigen. Falls sich zu viele bewerben sollten, werden Studierende der Uni und der Leipziger Hochschulen bevorzugt behandelt. Als eine der ersten hat sich Carola Kunkel, Sprecherin des Studentinnenrates, bei UniSolar angemeldet.

" Ich fand die Idee schön, dass viele Leute gemeinsam ein Projekt, was letztendlich einen ökologischen Nutzen hat, dass die Leute sich zusammen tun und das möglich machen. Bei mir persönlich spielt die Geldanlage nicht so eine große Rolle. Weil aus 250 Euro, letztendlich kommt da nicht so ein Riesenbetrag raus, dass man damit reich wird. Aber man macht auf jeden Fall nicht minus. Ich fand die Idee daran schön, die ideelle Seite, die Gemeinschaftssache und die ökologische Seite. "

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk