Freistil / Archiv /

Unbetretbar?

Wege ins Moor

Von Günter Beyer

Moorlandschaft - Hohes Venn
Moorlandschaft - Hohes Venn (Paul Stänner)

Deutschland scheint bis zum letzten Quadratmeter bekannt und vermessen, weiße Flecken auf der Landkarte scheint es nicht mehr zu geben. Und doch: Selbst hierzulande existieren weiträumige, unbesiedelte und offenbar unbetretbare Gebiete - die Moore.

Das Moor ist ein Zwitter zwischen Erde und Wasser, zwischen fest und flüssig, geprägt von der rauen Schönheit, einer kargen, artenarmen Tier- und Pflanzenwelt. Lange war das Moor nur Ärgernis.

Seit Jahrhunderten schickte man die Verlierer ins Moor: Man zwang Sträflinge, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge als "Moorsoldaten", die letzten großen Moore urbar zu machen.

Inzwischen sind die Moore in Deutschland viel kleiner geworden. Das Feature beschreibt Menschen, die im und mit dem Moor leben: Landwirte, die noch gelegentlich zum Torfstechen hinausgehen.

Naturschützerinnen, die abgetorfte Flächen wieder vernässen. Archäologen, die die Moore als einmalige Schatzkammern der Menschheitsgeschichte schätzen. Das Moor-Liedgut und die Literatur zeichnen meist ein düsteres Bild. Ist da, wo die Wege enden, wirklich kein Durchkommen mehr?


Regie: Uta Reitz
DLF 2009

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Freistil

PopkulturDie Wiederholung in den Künsten

Andy Warhols Seriendruck von Marilyn Monroe mit orangefarbenen Hintergrund.

"Falls Gott nicht die Wiederholung gewollt hätte, so wäre die Welt niemals entstanden", schrieb der Philosoph Sören Kierkegaard. Heute sagt der DJ, Musiker und Schriftsteller Thomas Meinecke: "Wiederholung ist das zentrale Phänomen der Popkultur."

SehnsuchtAnatomie eines unstillbaren Gefühls

Eine Hand schreibt mit einer Schreibfeder in altertümlicher Schrift in ein Heft.

Unerreichbar weit weg und gleichzeitig ganz nah im Herzen regiert die Sehnsucht. Der Philosoph Friedrich Schleiermacher sah in ihr den Urquell des religiösen Gefühls. Dichter und Musiker sprechen von ihr als Motor ihrer schöpferischen Arbeit. Richard Wagner nannte sie eine "unendliche Melodie".

Sex in RusslandZwischen Prüderie und Porno

Das Protestplakat gegen Homophobie in Russland zeigt eine Begrüßungsszene zwischen Präsident Wladimir Putin und dem Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill.

In russischen Schulen gibt es so gut wie keine Sexualaufklärung. Im dritten Jahrtausend ist Russland auf dem Weg zurück zur Prüderie der Sowjetunion. Offiziell gab es zu sozialistischen Zeiten weder Prostitution noch Pornografie noch Sexshops. Dann zerbrach die UdSSR und die Menschen wurden offener.