Das Feature / Archiv /

 

"Und dann haben sie aufgehört zu arbeiten"

Eine alternative Integrationsgeschichte

Von Peter Kessen

Stahlarbeiter während eines Warnstreiks (AP)
Stahlarbeiter während eines Warnstreiks (AP)

Wenn im Zusammenhang mit Migration von "Integration" die Rede ist, stehen meist die Defizite im Vordergrund. Obwohl die Menschen unterschiedlicher Herkunft zuerst in der Arbeitswelt aufeinandertrafen, spielt eine daraus resultierende Geschichte meist keine Rolle: die Historie der internationalen Streiks in Deutschland.

Das Feature von Peter Kessen ist eine "Oral History" der Arbeitskämpfe der eingewanderten Menschen in der Bundesrepublik. Es handelt vom wilden Streik im "Italienerdorf" in Wolfsburg im November 1963, vom legendären "Türkenstreik" bei Ford im August 1973, den streikenden Arbeiterinnen bei der Pierburg GmbH in Neuss und von der sechsmonatigen Arbeitsniederlegung bei Gate Gourmet am Düsseldorfer Flughafen. Der Autor hat eine Recherchereise an die Orte legendärer Arbeitskämpfe unternommen, dokumentiert die Stimmen der Pioniere und heutiger Aktivistinnen und Aktivisten, erkundet aber auch die Gegenwart eines Managements, das unter dem Stichwort "Diversity Management" die feinen Unterschiede der Herkunft als Ressource nutzbar machen möchte.

Produktion: Deutschlandfunk 2009


Manuskript zur Sendung als pdf oder im Textformat.

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Vorschau - Das Feature

Weed im Wilden WestenColorados neue Kiffer-Kultur

Hanfpflanzen (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

"Das bislang ehrgeizigste soziale Experiment des 21. Jahrhunderts" - so nennt der Gouverneur von Colorado die Marktfreigabe von Marihuana. Seit mehr als einem Jahr darf Cannabis im Rocky-Mountains-Staat frei verkauft werden. In der Hauptstadt Denver, ebenso wie in den schicken Skiorten wie Aspen und Vail ist das lang verteufelte Kraut aus der Schmuddelecke der Stoner-Subkultur gezogen.

Antisemitismus in UngarnDie Blutanklage

Das Budapester Parlamentsgebäude in Ungarn. (imago / McPHOTO)

Im April 1882 verschwand das 14-jährige christliche Dienstmädchen Esther Solymosi aus dem von mehrheitlich armen Ungarn und Juden bewohnten nordungarischen Dorf Tiszaeszlár. Der tragische Fall ereignete sich am Vorabend der Osterfeier und des Pessachfestes und schuf eine hysterische Atmosphäre.

Mutismus"Die Sprache hat mich wiedergeboren"

Der Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil (Lotta Ortheil)

Noch mit sieben Jahren sprach Hanns-Josef Ortheil kein einziges Wort. Die Diagnose lautete damals: autistische Ich-Versenkung. Heute spricht man von Mutismus, wenn Kinder jahrelang schweigen. Ortheils Mutter, durch den Tod von vier Söhnen traumatisiert, schwieg in dessen Kindheit ebenfalls.

HilfsorganisationViva con Agua - Eine Initiative aus St. Pauli

"Alle für Wasser, Wasser für alle!" ist am 22.03.2014 in Berlin auf einem Schild bei einer Demonstration der Organisation Viva con Aqua zu lesen, die anlässlich des Weltwassertages für den weltweiten Zugang zu sauberem Trinkwasser stattfand. (picture-alliance / dpa / Stephanie Pilick)

Sie gilt als die etwas andere Hilfsorganisation aus dem etwas anderen Milieu - die Initiative Viva con Agua, die sich für sauberes Trinkwasser und sanitäre Grundversorgung in Entwicklungsländern engagiert. Der international tätige Verein entstand im Hamburger Stadtteil St. Pauli und ist eng verbunden mit dem dortigen Fußballclub.

Dark tourismVergnügungsreisen ins Grauen

Ein Becken am National September 11 Memorial am Ground Zero in New York (dpa / picture alliance / Alexandra Schuler)

In Scharen strömen moderne Reisende in ehemalige Kerker und Konzentrationslager, urlauben am liebsten dort, wo einst Kriege tobten, wo Natur- und Atomkatastrophen Land und Leben zerstörten. Mit prickelndem Ekel inhalieren sie den Gestank indischer Slums, inspizieren mit kundigem Blick Folterzentren wie die berüchtigte Tuol-Sleng-Schule in Phnom Penh.

DDR-JugendhilfeKinderleben in einem preußischen Gefängnis

Die Königsstraße der ostbrandenburgischen Kurstadt Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland). (picture-alliance / dpa / Patrick Pleul)

Kinder wurden von der DDR-Jugendhilfe aus ihren Elternhäusern genommen, um sie vor familiärer Gewalt zu schützen. Ihre erste Heimerfahrung sammelten einige dieser Kinder im Durchgangsheim Bad Freienwalde, einem ehemaligen preußischen Gefängnis.