Das Feature / Archiv /

"Und dann haben sie aufgehört zu arbeiten"

Eine alternative Integrationsgeschichte

Von Peter Kessen

Stahlarbeiter während eines Warnstreiks
Stahlarbeiter während eines Warnstreiks (AP)

Wenn im Zusammenhang mit Migration von "Integration" die Rede ist, stehen meist die Defizite im Vordergrund. Obwohl die Menschen unterschiedlicher Herkunft zuerst in der Arbeitswelt aufeinandertrafen, spielt eine daraus resultierende Geschichte meist keine Rolle: die Historie der internationalen Streiks in Deutschland.

Das Feature von Peter Kessen ist eine "Oral History" der Arbeitskämpfe der eingewanderten Menschen in der Bundesrepublik. Es handelt vom wilden Streik im "Italienerdorf" in Wolfsburg im November 1963, vom legendären "Türkenstreik" bei Ford im August 1973, den streikenden Arbeiterinnen bei der Pierburg GmbH in Neuss und von der sechsmonatigen Arbeitsniederlegung bei Gate Gourmet am Düsseldorfer Flughafen. Der Autor hat eine Recherchereise an die Orte legendärer Arbeitskämpfe unternommen, dokumentiert die Stimmen der Pioniere und heutiger Aktivistinnen und Aktivisten, erkundet aber auch die Gegenwart eines Managements, das unter dem Stichwort "Diversity Management" die feinen Unterschiede der Herkunft als Ressource nutzbar machen möchte.

Produktion: Deutschlandfunk 2009


Manuskript zur Sendung als pdf oder im Textformat.

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Das Feature

SpanienAusnahmezustand?

Der baskische Spitzenpolitiker Arnaldo Otegi erhebt seine linke Hand vor einem Plakat in Elgoibar am 6. September 2008.

Im vergangenen Jahr fällte der Europäische Menschengerichtshof zwei aufsehenerregende Urteile gegen Spanien. Straßburg zufolge hat die spanische Justiz Foltervorwürfe gegen Polizisten nicht untersucht und die Haftstrafen von verurteilten ETA-Terroristen illegal verlängert. Die beiden Urteile sind nur die Spitze eines Eisbergs.

Lebensgeschichten Schluss mit dem Spießerleben

Hagen beim Unterricht mit einem menschlichen Skelett. 

Dzieñ dobry, dziêkujê und pocałunek: Guten Tag, danke und Küsschen ist alles, was Hagen auf Polnisch sagen kann. Den Rest erledigt der Google-Übersetzer. Barbara könnte die Frau sein, mit der Hagen ein neues Leben ausprobiert. Vor sechs Jahren wurde der 59-Jährige aus der Bahn geworfen.

Rechtsradikalismus "Ich weiß, wie Opa ums Leben kam"

Ein Mann passiert ein Graffiti mit der Aufschrift "In Germany, France or England Chrissi Avgi beats up Greek immigrants", was soviel heißt wie "In Deutschland, Frankreich oder England macht Chrissi Avgi den Immigranten das Leben schwer". 

Neofaschistische Parolen, Jagd auf Ausländer, antisemitische Hetze: Nach dem Ende der Herrschaft der Militärjunta 1974 war rechtsradikales Denken in der griechischen Bevölkerung nicht populär. Zumal auch die Erinnerungen an das nationalsozialistische deutsche Besatzungsregime im Zweiten Weltkrieg mit seinen Gräueln gegen die Zivilbevölkerung und die Partisanenbewegung noch lebendig geblieben waren.