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StartseiteVerbrauchertippWie man sich am besten schützt31.03.2017

Unerwünschte WerbeanrufeWie man sich am besten schützt

Ständiges Telefonklingeln, nervige Fragen, betont freundliche Anrufer, die einem einen noch besseren Vertrag anbieten wollen als den, den man schon hat: Werbeanrufe sind vor allem eines: lästig. Bei unbekannten Rufnummern aber einfach nicht mehr ans Telefon zu gehen, ist nur eine Möglichkeit, um solchen Telefonaten aus dem Weg zu gehen.

Von Karin Lamsfuß

Ein Mensch telefoniert. (imago / Reporters)
Werbeanrufe sind in den meisten F ällen unlauter. (imago / Reporters)
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"Ich habe das Gefühl, die warten immer ab, bis ich nach Hause komme. Dann klingelt es. Und dann kommt ein Angebot oder ein Gewinnvorschlag." - "Ob ich denn ne Berufsunfähigkeitsversicherung hätte, wollte der Anrufer wissen. Oder ne Zahnzusatzversicherung." - " Das wird dann ziemlich ruppig bei mir: "Ich habe Sie nicht gebeten, mich anzurufen, bitte lassen Sie das sein! Und lege auf."

Abwimmeln, entnervt auflegen oder bei unbekannter Nummer gar nicht mehr ans Telefon gehen: So schützen sich viele gegen unerlaubte Werbeanrufe. Was viele Verbraucher nicht wissen: In den meisten Fällen sind diese Anrufe sogar verboten, erklärt Christine Steffen, Juristin und Expertin für Telekommunikation bei der Verbraucherzentrale NRW:

"Das darf er nur, wenn ich zuvor meine Einwilligung erteilt habe. Und zwar vor dem Anruf. Es reicht also nicht aus, dass der Anrufer mich, nachdem er mich schon an der Strippe hat, fragt, ob ich mit diesem konkreten Anruf jetzt einverstanden bin."

Einwilligung durch die Hintertür

Diese Einwilligung holen sich werbende Unternehmen meist versteckt: etwa über Gewinnspiele. Oder Kreuzworträtsel. Wer hier bereitwillig seine Daten rausrückt und das Kreuzchen an der falschen Stelle macht, gibt damit sein Einverständnis. Doch viele Unternehmen, so Christine Steffen, haben nicht einmal so eine – teils – erschlichene Einwilligung. Dann gilt:

"Wenn ich das Gefühl habe, ich habe einen unseriösen Anbieter an der Strippe, dann versuche ich zu fragen, wer konkret dran ist, ich notiere mir die Nummer und ich notiere mir auch, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit ich angerufen wurde.

Diese Daten sind ganz wichtig, damit ich den unzulässigen Werbeanruf im Anschluss melden kann: entweder bei der Verbraucherzentrale oder auch bei der zuständigen Bundesnetzagentur."

Unerlaubte Werbeanrufe online melden

Sowohl die Verbraucherzentralen, als auch die Bundesnetzagentur haben entsprechende Musterformulare auf ihren Internetseiten vorbereitet. Erst wenn Kunden sich die Mühe machen, die unerlaubte Telefonwerbung zu melden, können die Unternehmen abgemahnt, Bußgelder verhängt und die Nummern gesperrt werden. Das jedoch funktioniert nur bei Anrufen aus dem Inland. Darüber hinaus kann auch jeder Einzelne etwas tun, um nicht mehr belästigt zu werden:

"Bei Telefonnetzen, die über IP-Technik laufen, ist es so, dass man über den Router einzelne Nummern tatsächlich in eine Sperrliste eintragen kann, bei den Mobilfunkgeräten ist es je nach Gerät und Betriebssystem ist es auch so, dass man einzelne Nummern in eine Sperrliste eintragen kann, falls das im Einzelfall nicht funktioniert, stehen auf dem Markt aber bestimmte Apps zur Verfügung mit denen man solche Sperrlisten erstellen kann; ob sich das im Ergebnis allerdings lohnt, ist fraglich, weil die Anbieter die Nummern auch regelmäßig tauschen."

Keine Telefonwerbung nach Vertragskündigung

Ebenfalls verboten ist übrigens auch die sogenannte Nachfasswerbung. Kündigt der Kunde seinen Vertrag, versuchen viele Firmen, ihnen am Telefon einen neuen angeblich noch attraktiveren Vertrag anzubieten. Auch solche Fälle sollten Verbraucher melden, wenn sie sich gestört fühlen. Grundsätzlich aber gilt:

"Wenn ich solche Werbeanrufe ganz vermeiden möchte, haben wir als Tipp: Bei unbekannten Nummern im Display erst gar nicht dran zu gehen oder wenn man eben doch abgehoben hat, dann kann ich genau so dreist sein und einfach auflegen."

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