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StartseiteVerbrauchertippWie wird die Wohnung kindersicher?12.05.2017

Unfallquellen für Babys und KleinkinderWie wird die Wohnung kindersicher?

Heiße Herdplatten, brennende Kerzen oder Scheren. Die Gefahren für Kleinkinder im Haushalt sind groß. Wie macht man die eigene Wohnung kindersicher? Oder sollen Kinder lieber Gefahren selbst kennenlernen?

Von Ann-Kathrin Stracke

Ein Baby krabbelt über den Boden und zieht an einem Kabel. (dpa picture alliance / Patrick Pleul)
Eine klassische Gefahr für Babys im Haushalt: Steckdosen. (dpa picture alliance / Patrick Pleul)

"Die Steckdosen sind gesichert durch eine sehr sensible Sicherung und auch durch Verschlüsse an den Kappen, sodass man nichts hineinstecken kann."

"Ich habe Treppengitter angebracht und bestimmte Schränke zugemacht mit so Kindersicherungen, mit so Haken."

"Der Ofen hat einfach eine doppelte Scheibe: Es wird nicht heiß, sodass sich die Kinder nicht verbrennen können."

Viele Eltern möchten ihre Wohnung so gut wie möglich auf ihre Kinder einstellen. Sichern, was zu sichern ist, um auszuschließen, dass die Kinder sich auf einer ihrer Entdeckungstouren in der Wohnung verletzen. Heidemarie Arnhold vom Arbeitskreis für neue Erziehung rät Eltern, sich von Beginn an mögliche Gefahren klar zu machen:

"Das ist unmittelbar nach der Geburt, wenn die Kinder auf dem Wickeltisch sind und wenn die Kinder sich das erste Mal umdrehen können, das heißt vom Wickeltisch fallen können. Dabei kann es schon erhebliche Verletzungen geben. Dabei müssen sich die Eltern klarmachen, dass sie am Wickeltisch entsprechend aufpassen. Dann gibt es für Kinder in dem Alter auch den plötzlichen Kindstod. Das heißt: Eltern sollten sich unbedingt darüber informieren, wie sie ihr Kind schlafen legen, wie sie es betten. Insbesondere, wenn sie es nicht in ein Extrabett legen."

Elektronik sichern

Sind die Kinder etwas größer und fangen an, die Wohnung zu erkunden, rät die Pädagogin des Berliner Vereins, den Eltern vor allem die Elektronik zu sichern: 

"Von Anfang an daran denken, dass die Steckdosen abgesichert sein müssen, spätestens in dem Moment, in dem das Kind krabbelt und mit Gegenständen rumprobiert, kann es einen Metallgegenstand in eine Steckdose stecken. Das probieren Kinder noch sehr lange."

Ganz wichtig dabei: Das gelte auch bei Verlängerungskabeln, fügt sie hinzu. Viele Eltern setzten trotzdem auch auf die Selbsterfahrung der Kinder.

Gefahren erklären

Ein Vater auf dem Spielplatz will beispielsweise, dass seine Kinder merken, wenn etwas heiß ist und damit für sie gefährlich: 

"Den Kindern beizubringen mit allem umzugehen. Sie frühzeitig in alles einzubinden. Gemüse schneiden, dann mit Besteck umzugehen und, dass man sich wehtun kann, wenn man sich die Finger klemmt."

Auch Experten empfehlen, den Kindern Gefahren zu erklären und sie auch daran zu gewöhnen. Sie raten Eltern daher, regelmäßig mit Kindern über mögliche Risiken zu sprechen und ihnen beispielsweise auch vorsichtig zu zeigen, wie heiß eine Herdplatte oder ein Topf sein können, indem sie sich mit den Händen gemeinsam der Platte oder dem Topf nähern. 

Wichtiger Punkt: Feuer

Die meisten Kinder lieben Feuer - egal ob als Kerze beim Kindergeburtstag, als Wunderkerzen abends oder zu Silvester, im Kamin oder im Grill im Garten. 

"Grundsätzlich nur gemeinsam Feuer machen und für Feuer Regeln einführen. Immer vereinbaren, dass Feuer niemals ohne Anwesenheit eines Erwachsenen gemacht werden kann. Und: Eltern sollten von Anfang an auf die Gefahren von Feuer hinweisen."

Erziehungswissenschaftler raten Eltern auch Regale und Schublade zu sichern, damit Kinder diese nicht einfach aufziehen können. Weitere Informationen gibt es unter anderem beim Berliner Arbeitskreis für neue Erziehung.

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