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UNHCR zu "Aquarius""Ich schäme mich als Europäer"

Das Foto zeigt das Schiff "Aquarius" der französischen Organisation "SOS Mediterranée am 12. Juni 2018. (dpa-Bildfunk / AP / Salvatore Cavalli)
Das UNGCR findet die Kontroverse um das Rettungsschiff "Aquarius" beschämend. (dpa-Bildfunk / AP / Salvatore Cavalli)

UNO-Flüchtlingshochkommissar Grandi hält den Streit um das Rettungsschiff "Aquarius" für beschämend.

Es sei schändlich, wenn ein Boot mit notleidenden Menschen an Bord keinen Hafen finde, in dem es anlegen könne, sagte Grandi in Genf. Italien hatte der "Aquarius" mit mehr als 600 Flüchtlingen aus Afrika an Bord die Aufnahme verweigert. Inzwischen sind die Migranten auf dem Weg nach Spanien.

Frankreich hatte die Weigerung Italiens, die "Aquarius" aufzunehmen, als zynisch bezeichnet. Daraufhin war das für Freitag geplante Treffen des französischen Präsidenten Macron mit dem italienischen Regierungschef Conte in Gefahr. Inzwischen äußerte Paris Verständnis für Italiens große Belastungen in der Flüchtlingskrise.

Verärgerung in Italien

Der italienische Ministerpräsident Conte sagte, Italien akzeptiere keine Belehrungen von Ländern, die sich immer abgewendet hätten, wenn es um die Einwanderung gehe. Innenminister Salvini von der rechten Lega verlangte eine Entschuldigung von Frankreich. Die italienische Regierung bestellte zudem den französischen Botschafter ein. Man habe deutlich gemacht, dass man die Kritik des französischen Präsidenten Macron nicht akzeptieren könne, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums.

Macron hatte die Weigerung Italiens, die mehr als 600 Flüchtlinge an Bord des Schiffs aufzunehmen, als zynisch und verantwortungslos bezeichnet. An Italien appellierte er, das internationale Seerecht zu achten. Später erklärte sich Spanien zur Aufnahme der Menschen bereit.

Diese Nachricht wurde am 13.06.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.