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StartseiteCampus & KarriereUni Bremen muss sparen08.02.2007

Uni Bremen muss sparen

Die Politik beschließt Kürzungen, doch wie diese dann in der Praxis umgesetzt werden, das ist Sache der betroffenen Institutionen. So auch bei der Universität Bremen. Um 100 Millionen Euro soll deren Etat bis 2010 nach dem Willen der Landesregierung abschmelzen. Die Universitätsleitung wollte diese Vorgaben schon erfüllen, doch eine Vollversammlung der Hochschule hat ihr nun den Auftrag erteilt, das Feld nicht kampflos zu räumen.

Von Folkert Lenz

Auch in Bremen regiert der Rotstift.  (AP)
Auch in Bremen regiert der Rotstift. (AP)

Wer Zoff und Randale bei der Vollversammlung der Universität Bremen erwartet hatte, der lag falsch. Keine Pfiffe, keine Zwischenrufe. Stattdessen ein unerwartet friedvolles Austauschen der Argumente zwischen den mehreren Tausend Anwesenden in der Mensa. Und: Überraschender Dank von Uni-Rektor Wilfried Müller an die rund 300 Studierenden, die vor zwei Wochen eine Sitzung des Akademischen Senats gesprengt hatten.

Das Selbstverwaltungsgremium wollte eigentlich eine Kürzungsliste verabschieden, um die Sparvorgaben der Bremer Regierung umzusetzen. So wäre die Zahl der Professoren in den kommenden Jahren um fast ein Viertel abgeschmolzen. Der Studiengang Sport: einfach dicht. Musik, Religions-, Behindertenpädagogik – aufgegangen in anderen Fächern oder ausgelagert.

Die Beschlussvorlage hatte dem universitären Senat den Vorwurf eingetragen, sich zum Helfershelfer der Landesregierung zu machen.

Nun sind sich plötzlich alle einig: Professoren, Mitarbeiter, Studierende, aber auch das Rektorat wollen sich gemeinsam gegen die Sparorgie wehren, die nach Ansicht vieler Redner auf lange Sicht das Aus für die Universität bedeuten würde. Die Kürzungskritiker wollen in den kommenden Wochen jetzt vor allem die Politiker angehen - ein gut gewählter Zeitpunkt: Im Mai sind Landtagswahlen in Bremen.

Die neue Einigkeit in der Universität hilft auch dem Rektor. Der kann in neuerlichen Verhandlungen mit Bremens Wissenschaftssenator Willi Lemke jetzt wesentlich selbstbewusster auftreten.

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