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StartseiteCampus & KarriereWas die Top 50 anders machen03.03.2016

Uni-RankingWas die Top 50 anders machen

In den weltweiten Rankings für Universitäten geht es mal um den guten Ruf, mal um die Anzahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen, um die besten Abschlüsse oder Absolventen. Auf den Spitzenpositionen finden sich aber fast immer dieselben Universitäten aus den USA und auch Großbritannien. Sie setzen einen Schwerpunkt, den sich viele Studenten in Deutschland wünschen.

Von Anja Nehls

Studenten tummeln sich im Foyer der LMU München, Vogelperspektive (imago/stock&people/HRSchulz)
Das Foyer der Uni München - einer der wenigen deutschen Unis, die es in internationale Rankings schaffen. (imago/stock&people/HRSchulz)

Deutschland will weiter nach vorne. Trotz Exzellenzinitiative sind im neuesten "Times Higher Education Ranking” einem Ranking, das vom Verlag der "Times" herausgegeben wird, nur drei deutsche Hochschulen unter den besten 50: Die Münchner Ludwig-Maximilians Universität auf Platz 29, die Uni Heidelberg auf Platz 37 und die Berliner Humboldt Uni auf 49. Dabei ist eine gute Platzierung in anerkannten Rankings so wichtig, meint Gabriele Althoff von der DAAD Akademie:

"Es ist wichtig für die internationale Sichtbarkeit, es ist wichtig, um tatsächlich gute Forschungsergebnisse zu bekommen, um die besten Partner für die Forschungs- und Lehrkooperationen zu bekommen. Es ist eine Frage der Reputation. Universitäten sind ja qua Definition international und wollen in diesen internationalen Rankings dann auch gesehen werden."

Während sich die deutschen Hochschulen noch abmühen, geben sich die internationalen Unis, die es an die Spitze geschafft haben überraschend entspannt. Eine davon die britische Universität Oxford, die in allen Rankings immer ganz weit vorne ist. Ed Nash ist dort zuständig für die strategische Entwicklung: "Wir achten nicht zu viel auf Rankings. Was wirklich wichtig für die Universitäten ist, ist sich selbst zu vertrauen, dass sie exzellente Lehre und Forschung anbieten zum Nutzen der Gesellschaft, und zwar nicht nur im eigenen Land, sondern in der ganzen Welt."

Internationalisierung und Austausch ist für die Universitäten heutzutage das wichtigste Erfolgskriterium, meint Ed Nash. Außerdem liege seine Uni auch durch die einzigartige Betreuung der Studierenden ganz vorne: "Durch ein Tutorien System, wo es nur zwei Studierende pro Klasse gibt, das ist einzigartig und anders. In den meisten Unis hat man zwischen 20 und 200 Studenten in einer Vorlesung. Die Lehre in Oxford ist viel intensiver und gründet sich auf Diskussionen und Gespräche und das hat eine andere Qualität."

Und diese Qualität zählt für die Studierenden und bringt die Uni im Ranking nach vorne. Die Erfahrung hat auch Jeffrey Peck der ehemalige Dekan der Weissmann School of Arts and Sciences in New York gemacht. "Was die deutschen Studierenden mir immer sagen, wenn sie in Amerika waren: 'Ach, ich habe mit Professoren Zeit verbracht, die haben sich für mich interessiert, die haben Zeit für mich.' Diese Beziehung, die zwischen Professoren und Studierenden in Amerika oft stattfindet und auch unterstützt wird, finde ich einen sehr, sehr wichtigen Teil, dieses Interesses in Amerika zu studieren."

Dennoch kann man Amerika und England mit Deutschland nicht vergleichen, darüber sind sich alle Seminarteilnehmer einig. Qualität kostet Geld, sagt Jeffrey Peck aus New York: "Die Eliteuniversität in Amerika, also die Ivy League und so weiter, die haben natürlich sehr hohe Studiengebühren, sehr große Spenden und dadurch können sie natürlich viel mehr leisten."

In Deutschland sind dagegen die Universitäten hauptsächlich staatlich finanziert – und deshalb lange nicht so unabhängig wie zum Beispiel die in England, beklagt Gabriele Althoff vom DAAD: "Wir sind trotz Wissenschaftsfreiheitsgesetz in Deutschland immer noch sehr reguliert und vieles von dem, was sie machen, ist halt nur bei einem höheren Grad an Autonomie möglich."

Dennoch können auch deutsche Hochschulen von hoch Gerankten im Ausland lernen, meint Claudia Wendt von der Universität Magdeburg. Exzellente Unis in England und Amerika verstehen unter diesem Begriff nämlich nicht immer das, was in Deutschland damit verbunden wird: "Weil ja Exzellenz, der Begriff, doch immer mit Forschung verbunden wird. Ich habe gelernt, dass die Exzellenz-Unis nicht exzellent sind, weil sie so viel forschen, sondern weil sie eben auch viel in ihre Lehre investieren. Das heißt, sie sind nicht trotz Lehre exzellent, sondern wegen Lehre."

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