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StartseiteInformationen am MorgenBis 2040 wird jedes vierte Kind betroffen sein22.03.2017

Unicef warnt vor WasserkriseBis 2040 wird jedes vierte Kind betroffen sein

Über 660 Millionen Menschen haben keinen täglichen Zugang zu sauberem Wasser. Angesichts der extremen Knappheit ist der Krieg und Kampf ums Wasser in vielen Ländern längst Realität. Unicef appelliert auch deshalb am Weltwassertag an die Regierungen dieser Welt, kollektiv zu handeln.

Von Georg Schwarte

Ein jemenitisches Kind trinkt an einem Wasserhahn. (picture alliance / dpa / epa Yahya Arhab)
In 36 Ländern der Welt herrsche schon extremste Wasserknappheit: (picture alliance / dpa / epa Yahya Arhab)
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Zehn Liter Wasser. Mehr nicht. Fürs Trinken, Kochen, Waschen, die persönliche Hygiene. In einigen Gegenden Syriens nach jetzt sechs Jahren Krieg Alltag. Unicef, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, schlägt auch deshalb heute am Weltwassertag Alarm. Nicht nur in Syrien, in 36 Ländern der Welt herrsche schon heute extremste Wasserknappheit:

"Die Zahlen sind enorm. Nicht nur, was Wasserversorgung angeht, sondern auch die Daten über die drohende Knappheit. 600 Millionen Kinder werden betroffen sein."

Kriege, Klimawandel und Ressourcenverschwendung

Cecilia Scharp von Unicef in New York zeigt auf die Prognose des Kinderhilfswerks. Jedes vierte Kind der Erde werde bis 2040 in Regionen leben, in denen Wasser knapp werde.

Schon heute haben über 660 Millionen Menschen keinen täglichen Zugang zu sauberem Wasser. 2,4 Milliarden keine hygienischen Toilettenanlagen. 800 Kinder unter fünf Jahren sterben schon jetzt jeden Tag an vermeidbaren Krankheiten durch verschmutztes Trinkwasser. Tendenz steigend. Auch dem Klimawandel geschuldet:

"Klimawandel und Wasserknappheit sorgen dafür, dass wir nicht nur die Grundversorgung mit Wasser, sondern auch das Menschenrecht auf Wasser nicht mehr gewährleisten können."

Dramatische Lage in Nigeria, Somalia und Äthiopien

Beispiel Afrika. Nirgendwo auf der Welt, so der Unicef-Direktor Anthony Lake, sei die Lage dramatischer als in Nigeria, Somalia und vor allem Äthiopien. Neun Millionen Menschen dort allein in diesem Jahr ohne sauberes Trinkwasser, 1,4 Millionen Kinder in Lebensgefahr durch anhaltende Dürreperioden.

"Der Klimawandel – längst da und zu spüren", sagt sie. Unicef spricht von einer Notlage und schlägt jetzt Alarm. Im Nahen Osten – Kriegen, Klimawandel und Ressourcenverschwendung geschuldet - werde die Wasserversorgung aller Menschen dort bis 2050 um die Hälfte schrumpfen. Allein der Krieg in Syrien hat in den Jahren zwischen 2011 und 2015 den Zugang zu sauberem Trinkwasser um 67 Prozent reduziert. In Flüchtlingslagern in Jordanien und dem Libanon steigen die Spannungen - der Krieg und Kampf um Wasser – dort längst Realität. Unicef appelliert auch deshalb heute an alle Regierungen dieser Welt, kollektiv zu handeln. Ressourcenschonende Industrialisierung, kostengünstige Abwasseraufbereitung und Kampf gegen den Klimawandel, der derzeit schon zur Versalzung vieler Süßwasserquellen führe, drei Punkte, um die so wörtlich "derzeit tödlichen Aussichten" in Bezug auf die Wasserversorgung auch für die Kinder der Welt zu verbessern.

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