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StartseiteLyrixUnsterbliche Liebe01.09.2011

Unsterbliche Liebe

Im September und Oktober ist lyrix zu Gast im Rheinischen Landesmuseum Trier. Als Inspirationsquelle dienen euch in diesen Monaten Gedichte von Nevfel Cumart und C.F. Meyer sowie römische Skulpturen und Grabmäler aus dem Landesmuseum Trier.

Rheinisches Landesmuseum Trier (Rheinisches Landesmuseum Trier)
Rheinisches Landesmuseum Trier (Rheinisches Landesmuseum Trier)

Vergänglichkeit und Verlust spielen im aktuellen Leitmotiv eine wesentliche Rolle. In dem Gedicht "meine liebe" von Nevfel Cumart erklärt das lyrische Ich seine immerwährende Liebe einem lyrischen Du. Die Ewigkeit dieser Liebe ist besonders in den unterschiedlichen Zeitformen erkennbar, die Cumart verwendet. Während in Cumarts Gedicht vor allem das beidseitige Leid deutlich wird, thematisiert C.F. Meyer in "Lethe" angelehnt an die Antike die Zusammengehörigkeit von Tod und Vergessen, die eine unsterbliche Liebe unmöglich werden lässt.

Die Vollkommenheit immerwährender Liebe kommt auch in den gewählten Skulpturen aus der Römerzeit zur Geltung. Kunstvolle Grabmäler hatten im alten Rom eine wichtige Bedeutung, um den geliebten Verstorbenen Ehre zu erweisen. Sie wurden mitunter sogar bereits zu deren Lebzeiten errichtet. Dass sie teilweise bis heute erhalten sind, ist eine starke Symbolik für die Unsterblichkeit jener Liebe.

"Unsterbliche Liebe" lautet unser Leitmotiv im September und Oktober. Was fällt euch zu diesem Thema ein? Ist ewig währende Liebe überhaupt möglich? Wie stellt ihr euch eine Liebe vor, die über den Tod hinaus reicht und was kennzeichnet sie?

Oder denkt ihr an berühmte Liebesgeschichten und Paare aus Literatur und Historie? Welche Rolle spielen die Liebe und der Tod in euren Texten? Lasst euch von den beiden Gedichten und den geschichtsträchtigen römischen Museumsobjekten inspirieren und schickt uns Gedichte zum Thema "Unsterbliche Liebe" – Wir sind gespannt auf eure Sicht der Dinge und eure Ideen!

Hier findet ihr die lyrix-Regeln zum Nachlesen.
Für den Versand eures Gedichts findet ihr hier eine E-Mail-Vorlage.
Alternativ könnt ihr euer Gedicht im lyrix-Portalselbst veröffentlichen.

Meine Liebe
von Nevfel Cumart

das kreuz auf deiner rechten schulter
bist du gezogen auf den hügel
weit in der ferne heulten wölfe
meine liebe verließ dich nicht

du hast geweint geschrien in der nacht
der himmel gab dir keine antwort
vor hunger aßest du deinen atem
meine liebe verließ dich nicht

du wirst gehen bald oder bleiben
wirst zu stein werden oder asche
der glühende wind trägt dich davon
meine liebe aber verläßt dich nicht



Lethe
von C.F. Meyer

Jüngst im Traume sah ich auf den Fluten
Einen Nachen ohne Ruder ziehn,
Strom und Himmel stand in matten Gluten
Wie bei Tages Nahen oder Fliehn.

Sassen Knaben drin mit Lotoskränzen,
Mädchen beugten über Bord sich schlank,
Kreisend durch die Reihe sah ich glänzen
Eine Schale, draus ein jedes trank.

Jetzt erscholl ein Lied voll süsser Wehmut,
Das die Schar der Kranzgenossen sang -
Ich erkannte deines Nackens Demut,
Deine Stimme, die den Chor durchdrang.

In die Welle taucht ich. Bis zum Marke
Schaudert ich, wie seltsam kühl sie war.
Ich erreicht' die leise ziehnde Barke,
Drängte mich in die geweihte Schar.

Und die Reihe war an dir zu trinken,
Und die volle Schale hobest du,
Sprachst zu mir mit trautem Augenwinken:
"Herz, ich trinke dir Vergessen zu!"

Dir entriss in trotzgem Liebesdrange
Ich die Schale, warf sie in die Flut,
Sie versank, und siehe, deine Wange
Färbte sich mit einem Schein von Blut.

Flehend küsst ich dich in wildem Harme,
Die den bleichen Mund mir willig bot,
Da zerrannst du lächelnd mir im Arme
Und ich wusst es wieder - du bist tot.



Hier die ausgewählten Objekte aus dem Rheinischen Landesmuseum Trier:


(Rheinisches Landesmuseum Trier) (Rheinisches Landesmuseum Trier)Schlafender Amor
Amor, der Liebesgott in Kindergestalt, wurde bei den Römern oft allegorisch verstanden. Im Landesmuseum sind gleich zwei Darstellungen des schlafenden Amor erhalten. Die schön gearbeiteten Figuren wurden im 2. und 3. Jahrhundert aus kostbarem Marmor gehauen, leider sind sie nur beschädigt erhalten.


Amazone
Das kriegerische Frauenvolk der Amazonen ist ein beliebtes Thema in den griechischen Mythen. Die leider nicht komplett erhaltene Marmorstatue einer Amazone ist die römische Kopie einer Statue aus griechischer Zeit. Sie entstand wohl im 2. Jahrhundert.



Gaius Albinius Asper und Secundia Restituta
Große Grabmonumente standen in römischer Zeit gut sichtbar an den Landstraßen und vor den Toren der Stadt. Dieses Grabmal, das leider nicht ganz vollständig erhalten ist, zeigt ein Ehepaar: Gaius Albinius Asper und seine Gattin Secundia Restituta.





Das Rheinische Landesmuseum Trier

Das Rheinische Landesmuseum Trier ist eines der bedeutendsten archäologischen Museen in Deutschland. Seine Sammlung erstreckt sich von der Vorgeschichte über die römische Zeit, das Mittelalter bis zum Barock. Vor allem aber die römische Vergangenheit der ältesten Stadt Deutschlands (Augusta Treverorum) wird im Landesmuseum Trier anhand von archäologischen Funden lebendig dargestellt.

Mehr zum aktuellen Leitmotiv und weitere Objekte zur Inspiration auf den Seiten des Landesmuseums Trier hier.

Die begleitenden Unterrichtsmaterialien für den Deutschunterricht stehen hier als PDF zur Verfügung:

lyrix-September/Oktober11-PDF-Deutschunterricht

lyrix-September/Oktober11-PDF-Deutsch als Fremdsprache

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