Verbrauchertipp /

Unterschätztes Sparpotenzial

Ein hydraulischer Abgleich der Heizung ist bei vielen Anlagen sinnvoll

Von Klaus Deuse

Bei den hohen Energiepreisen lohnt es sich allemal, über Einsparungen nachzudenken.
Bei den hohen Energiepreisen lohnt es sich allemal, über Einsparungen nachzudenken. (dapd)

Um beim Heizen zu sparen, muss nicht unbedingt die Raumtemperatur gesenkt werden. Energieberater empfehlen einen hydraulischen Abgleich der Heizung. Allerdings sollte er von einem Fachmann durchgeführt werden.

"Sobald Wasser als Wärmeträger eingesetzt wird, also in der Heizungsanlage zirkuliert wie bei Fußbodenheizungen oder Heizkörpern, dann ist ein hydraulischer Abgleich zwingend erforderlich","

sagt Bernd Geschermann von der Energieagentur Nordrhein-Westfalen. Egal ob es sich um eine mit Gas, Öl oder Holzpellets betriebene Heizung handelt. Es geht um den optimalen Durchfluss des erwärmten Wassers zu den einzelnen Heizkörpern. Dafür müssen die Ventile richtig eingestellt sein. Energieberater Geschermann:

""Der Abgleich hat das Ziel dafür zu sorgen, dass der eine Heizkörper nicht brüllend heiß wird und der andere unter Umständen kalt bleibt. Denn dann ist die gängige Praxis dafür zu sorgen, dass der letzte Heizkörper tatsächlich auch warm wird und die Temperatur im Raum angemessen ist. Und das führt dazu, dass man entweder die Pumpenleistung nach oben schraubt oder die Vorlauftemperatur erhöht. Und beides ist fürs Energiesparen tödlich."

Mit dem Thermostatventil stellt man nur die gewünschte Raumtemperatur ein, nicht etwa Pumpenleistung oder die Temperatur des Wassers im Heizkörper. Der hydraulische Abgleich findet unterhalb des Thermostatventils an den einzelnen Heizkörpern statt.

"Man kann das daran sehen, dass wenn man den Thermostatkopf mal wirklich runter nimmt, dass auf diesem Messingteil, was da drunter ist, so ganz kleine Zahlen von 1 bis 6 oder von 1 bis 7 eingeprägt sind. Und wenn das vorhanden ist, dann kann man am Thermostatventil den hydraulischen Abgleich vornehmen."

Allerdings rät Bernd Geschermann Heizungsbesitzern dringend davon ab, für diesen Abgleich selbst zum Schraubenzieher zu greifen.

"Er sollte eigentlich von einem Fachmann durchgeführt werden, weil es letztlich doch nicht so einfach ist, die richtigen Einstellungen am Heizkörper zu finden."

Versierte Heizungsbauer berechnen nämlich vorher den einzustellenden Widerstand, der auch abhängig von der Raumgröße ist. Außerdem funktioniert der Abgleich nicht mit jedem Thermostatventil.

"Es braucht sogenannte voreinstellbare Thermostatventile. Und das heißt: unter Umständen muss das Wasser aus der Heizungsanlage abgelassen werden und die Thermostatventile müssen ausgetauscht werden."

Bei älteren Heizungsanlagen kann sogar der Austausch der Heizungspumpe erforderlich sein. Nach dem Abgleich wird im Heizkessel nur noch die Temperatur erzeugt, die für die Wärmeversorgung der Wohnung erforderlich ist. Bernd Geschermann von der Energieagentur NRW:

"Es ist so, dass ich an zwei Stellen spare. Auf der einen Seite wird weniger Wasser umgewälzt. Das heißt: ich kann die Leistung der Pumpe reduzieren. Die braucht dann weniger Strom. Und der zweite Punkt ist, dass ich die Vorlauftemperatur an meinem Heizkessel reduzieren kann und damit spar ich Gas."

Oder Heizöl im Tank. Die eingesparte Summe kann durchaus erheblich sein. Vor allem, wenn die Ventile vorher schlecht eingestellt waren.

"Wenn man es sehr gut durchgeführt hat, können da bis zu 15 Prozent Energiekosten-Ersparnis drin sein."

Bei dem Einbau einer neuen Heizung wird dieser Abgleich in der Regel gleich mit durchgeführt. Bei älteren Anlagen reicht nachträglich eine einmalige Justierung der Ventile.

Nach Einschätzung von Bernd Geschermann wäre der hydraulische Abgleich darum in vielen Fällen sinnvoll.

"Legen Sie mich nicht fest: aber irgendwas zwischen 95 und 99 Prozent der installierten Heizungsanlagen."



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