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StartseiteVerbrauchertippMit falscher Beladung wirds gefährlich23.03.2018

Urlaub im WohnwagenMit falscher Beladung wirds gefährlich

Über 600.000 Wohnwagen sind in Deutschland für den Straßenverkehr zugelassen. Viele Besitzer einer solchen Laube auf Rädern starten jetzt in die Saison. Eine sichere Reise beginnt aber nicht erst mit dem Umdrehen des Zündschlüssels, sondern schon vorher beim Beladen des Caravans.

Von Bernd Debus

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Ein Auto fährt mit einem Wohnwagen an 120 km/h Schild vorbei. (imago stock&people)
Nicht nur bei hohen Geschwindigkeiten gefährlich: wer überlädt, verändert das Fahrverhalten seines Fahrzeuges. (imago stock&people)
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Der Unfall passierte so schnell, dass sich Christiane kaum an den Ablauf der Ereignisse erinnern kann. Eben noch war sie mit ihrem Wohnwagen auf der Fahrt in ein langes Wochenende. Und dann:

"Hing der Wohnwagen mit dem Popo auf der Leitplanke und wir guckten in den kommenden Verkehr. Das muss ich nicht noch mal haben."

Das Gespann war, wie aus dem Nichts, ins Schleudern geraten und hatte sich um 180 Grad gedreht. Die Unfallursache hat ihr später ein guter Freund erklärt:

"Im Nachhinein weiß ich jetzt, dass wir die Ladung falsch gelegt haben. Wir hatten hinten zu viel."

Optimal sollten schwere Dinge unten, in der Mitte des Wohnwagens und im vorderen Bereich verstaut werden, so dass der Caravan vorne deutlich schwerer ist als hinten. Messen lässt sich das mit einer so genannten Stützlastwaage. Die jeweils zulässige Stützlast steht auf Plaketten an der Anhängerkupplung des Autos und auf der Deichsel des Wohnwagens.

Mit mehr als zehn Prozent zu viel, darf nicht weiter gefahren werden

Allerdings: Übertreiben darf man es beim Packen auch wieder nicht. ADAC-Sprecher Peter Meintz:

"Es wird rücksichtslos zugeladen. Viele Leute vergessen jeden Maßstab. Wiegeaktionen der Polizei sprechen da ein deutliches Bild."

In den Fahrzeugpapieren steht, was der Wohnwagen vollgepackt höchstens wiegen darf. Die Zuladung hängt dann vom Gewicht des leeren Caravans ab. Wichtig dabei: Die Zahl entspricht nicht immer den Angaben im Prospekt und sie schwankt, je nachdem, wie viel Zubehör verbaut wurde. Wer auf Nummer sicher gehen will, fährt den leeren Caravan auf eine öffentliche Waage.

Tatsache ist: manche Wohnwagen erlauben gerade mal 150 Kilo Zuladung. Und die sind schnell überschritten. Peter Meintz zu den Folgen:

"Wer mehr als zehn Prozent zu viel hat, darf mit dem Gewicht nicht weiter fahren. Und dann reicht es häufig nicht mehr nur das Wasser abzulassen, es reicht auch nicht, ein paar Lebensmittel an den Straßenrand zu stellen. Wir reden da manchmal über fünfzig, sechzig Kilo."

Dazu kommen Geldstrafen, die im europäischen Ausland schnell dreistellig ausfallen. Zur Kontrolle bleibt nur, beim Packen das Gewicht von allem, was Haus oder Wohnung Richtung Caravan verlässt, mit Hilfe einer Personenwaage zu protokollieren.

Verändertes Fahrverhalten des Fahrzeugs

"Überladen ist ein heikles Thema, auch aus einem anderen Grund noch. Wer überlädt verändert das Fahrverhalten seines Fahrzeuges. Und dieses veränderte Fahrverhalten kann bei Seitenwind oder in Notsituationen zum Verhängnis werden."

Und manchmal reicht schon zu schnelles Fahren, um ein Wohnwagen-Gespann in den Graben oder in die Leitplanke zu befördern. Erlaubt sind in vielen europäischen Ländern nur achtzig Stundenkilometer.

Bei diesem Tempo lässt sich allerdings nicht jedes Ziel an einem Tag erreichen. Dann heißt es übernachten. Kein Problem, denn das Schlafzimmer hat man ja dabei. Aber:

"Also das einfach Anhalten, Grill raus, sich hinsetzen, dann die Nacht zu genießen, das ist Camping und das ist auf öffentlichen Straßen und Wegen verboten, auch auf Parkplätzen."

Immerhin: Parken und sich für eine Nacht ins Wohnwagenbett kuscheln ist zumindest in Deutschland erlaubt. In unseren Nachbarländern gelten allerdings zum Teil andere Regeln. Wer sich über all das keine Gedanken machen möchte, entscheidet sich, wie Christiane, gleich für eine Nacht auf dem Campingplatz:

"Und da ist es angenehm, wenn man ankommen kann, kann wirklich vernünftig und in Ruhe schlafen ohne Angst zu haben. Dann noch mal eine ordentliche Dusche am Campingplatz benutzen. Hat schon was. Ist auch ein Vorteil"

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