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USAKritik an NBC wegen Interview mit Verschwörungstheoretiker

Der amerikanische Verschwörungstheoretiker Alex Jones. (pa/dpa/AP/Kalifa)
Der amerikanische Verschwörungstheoretiker Alex Jones. (pa/dpa/AP/Kalifa)

Der US-amerikanische Sender NBC hat trotz großer Empörung ein Interview mit dem Verschwörungstheoretiker Alex Jones gesendet.

Jones hatte das Massaker an der Sandy Hook Grundschule Schule in Newton (Connecticut) von 2012 mit 27 Toten als Falschmeldung bezeichnet. In dem NBC-Interview wich Jones Fragen der Moderatorin Megyn Kelly aus.

Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen sagte dem Deutschlandfunk zur Strategie von Verschwörungstheoretikern: "Ein hartgesottener Verschwörungstheoretiker gewinnt in einem Diskurs, in einer Debatte immer!" Er vermöge alles, was man sage, zu einem Indiz oder zu einem Beleg für den großen Verdacht umzudeuten. Man müsse vorsichtig sein, dass man nicht in dem Versuch, mit allen zu sprechen, vollkommen unsinnige Standpunkte legitimiere.

Die Anwälte mehrerer Oper hatten Moderatorin Kelly aufgefordert, auf eine Ausstrahlung zu verzichten. Zumindest das Regionalprogramm von NBC in Connecticut lehnte eine Übertragung des Interviews ab. Kelly verteidigte ihre Entscheidung damit, dass der Einfluss von Jones seit Beginn der Amtszeit von US-Präsident Trump gewachsen sei. Trump hatte Jones öffentlich unterstützt und auch sein Radioprogramm besucht.

Bei der Ausstrahlung handelte es sich nicht um ein klassisches 1:1-Interview. Stattdessen wurde Jones durch kritische Beiträge eingeordnet und mit diesen konfrontiert.

Auch über Kellys Person wird diskutiert. Sie war als Fox-Moderatorin bekannt geworden, weil sie Trump während des Wahlkampfs mit sexistischen Äußerungen konfrontiert hatte. Vor zwei Wochen hatte sie Russlands Präsident Putin interviewt. Kritiker warfen ihr anschließend vor, Putin nicht hart genug befragt zu haben. Außerdem wurde eine Videosequenz geleakt, in der sie Putin indirekt lobte.

Über das Thema berichten wir heute auch in der DLF-Sendung Mediasres ab 15.35 Uhr.