Die Nachrichten

Letzte Sendung hören:11:30 Uhr Nachrichten
schliessen

Deutschlandfunk24 Die Nachrichten

 
 
 
Nachrichten   
 
0:00
 
 
 

Nachrichten

VatikanPapst gesteht Mitschuld der Kirche an Genozid in Ruanda ein

Papst Franziskus empfängt den Präsidenten von Ruanda, Paul Kagame, zu einer Audienz im Vatikan. (AFP/Tony Gentile )
Papst Franziskus empfängt den Präsidenten von Ruanda, Paul Kagame. (AFP/Tony Gentile )

Papst Franziskus hat eine Mitschuld der katholischen Kirche am Völkermord in Ruanda eingestanden.

Bei einem Besuch des ruandischen Präsidenten Kagame im Vatikan bat er für die "Sünden und Fehler" der Kirche und ihrer Mitglieder um Vergebung. In der Mitteilung, die der Heilige Stuhl im Anschluss an die Audienz veröffentlichte, heißt es wörtlich, auch Priester und Ordensleute hätten dem Hass und der Gewalt nachgegeben und so das Evangelium verraten. Der Papst wünsche, dass das "demütige Eingeständnis" dazu beitrage, den Weg zu einer friedlichen Zukunft Ruandas zu ebnen.

Mit seiner Wortwahl ging Franziskus weiter als die katholischen Bischöfe Ruandas. Die Bischofskonferenz des Landes hatte im November 2016 um Vergebung gebeten, weil Geistliche an den Massakern beteiligt waren. Von einer Schuld der Kirche als Institution wollten sie jedoch nicht sprechen. Die Regierung Ruandas hatte die Erklärung als unzureichend bezeichnet.

Während des Genozids in dem ostafrikanischen Land wurden 1994 innerhalb von drei Monaten 800.000 Tutsi und gemäßigte Hutu von radikalen Hutu-Milizen ermordet. Viele Menschen wurden in Kirchen getötet, in die sie sich geflüchtet hatten. Sie wurden zum Teil von Priestern oder Ordensleuten ausgeliefert.