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StartseiteVerbrauchertippWenn die Pizza längst kalt ist07.03.2018

Verbraucherrechte bei BringdienstenWenn die Pizza längst kalt ist

Keine Zeit, keine Lust - aber Appetit: Wenn es ans Kochen gehen soll, dann greifen viele gern zum Hörer oder klicken sich durchs Internet. Wenn dann geliefert wird, kann schon mal das Falsche in der Packung oder das Essen kalt sein. Die volle Rechnung zahlen oder die falsche Lieferung essen muss man aber nicht.

Von Margret Bielenberg

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Ein Mann hält eine Pizzaschachtel in der Hand. Im Hintergrund ist die Klingelanlage eines Mehrfamilienhauses zu sehen.  (imago / Seeliger )
Nicht immer wird tatsächlich die bestellte Pizza geliefert. (imago / Seeliger )
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Sushi, indisch oder Pizza: Gerade in den Großstädten wächst der Markt der Essenslieferdienste.  Auch die Hamburger Studentin Muriel bestellt ab und zu mal etwas, wenn in ihrer WG mal wieder niemand Zeit zum Einkaufen hatte. Nur klappt das leider nicht immer wie geplant.

"Mir ist es schon einige Male passiert, dass ich Pizza bestellt habe, und dann eine andere Sorte bekommen habe als bestellt, das dann aber erst später gemerkt habe und dann, ja dann habe ich sie halt trotzdem gegessen und mich geärgert. Aber mehr habe ich dann nicht gemacht."

Rechnung mindern bei mangelhafter Lieferung

Am besten immer gleich in die Packung schauen, rät Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. Denn wenn der Bote erst mal weg ist, lässt sich zwar hinterher telefonieren, ein Beweisfoto der falschen Pizza übermitteln und eine neue kostenlos nachbestellen, doch wem der Magen knurrt, der hat dazu wenig Lust.

"Im Recht ist ja immer erst die Nachlieferung, die Nachbesserung, also nochmal liefern, aber man kann natürlich alles verhandeln. 10 bis 20 Prozent erscheint hier realistisch."

Bis zu 20 Prozent weniger zu zahlen oder das Essen erneut zu fordern, ist auch eine Möglichkeit, wenn das Bestellte kalt geliefert wird. Muriels Mitbewohner Sebastian wäre über eine kalte Pizza fast noch froh gewesen. Da hätte er den Preis runtergehandelt und sie dann einfach noch mal in den Backofen geschoben, schmunzelt er. Doch seine Lage war anders:

"Eine schlechte Erfahrung, die ich gemacht habe, war dass die Pizza, die ich bestellt hatte, überhaupt nicht geliefert wurde und danach habe ich nie wieder was bei diesem Pizzadienst bestellt. Aber ein großer Schaden ist nicht entstanden, weil ich ja nichts bezahlt hatte."

Auf Zahlungsmodalitäten achten

Hat jemand vorab beispielsweise mit Kreditkarte gezahlt und das Essen wird nicht geliefert, sollte er sich umgehend an den Lieferdienst wenden, um die Zahlung rückgängig zu machen. Empfehlenswert ist es, schon bei der Bestellung zu fragen wie lange die Lieferung dauern kann. 30 bis 45 Minuten ist eine übliche Zeitspanne, sagt die Verbraucherschützerin. Danach ergibt sich folgendes Prozedere:

"Dann müsste man nochmal anrufen und nachfragen und da eine Nachfrist setzen und sagen, dann muss es aber in 20 Minuten da sein, bevor ich dann zurücktreten kann, bevor ich dann auch woanders bestellen kann, ohne doppelt zu bezahlen."

Ein Fahrradkurier ist im Auftrag der Firma Deliveroo unterwegs. Deliveroo beliefert Kunden mit Essen aus Restaurants. (picture alliance/dpa/Gregor Fischer)Sich einfach Essen nach Hause bestellen, gehört für viele Menschen zum Alltag mit dazu. (picture alliance/dpa/Gregor Fischer)
Kommt der Lieferdienst pünktlich und mit dem richtigen und warmen Essen, kann es beim Bezahlen Probleme geben: Zum Beispiel, wenn ein Aufschlag fürs Treppensteigen in den fünften Stock verlangt wird. Denn wurde das bei Vertragsabschluss nicht deutlich vermittelt, muss nichts extra bezahlt werden. Auch wer bar zahlen möchte und vorher nicht ins Portemonnaie geguckt hat, kann ein Problem haben, sagt Julia Rehberg.


"Wenn ich feststelle, dass ich nur großes Geld im Portemonnaie habe, 100 Euroschein und die Pizza vielleicht 15 Euro kostet oder 20 oder einen krummen Betrag, dann sollte ich schon bei der Bestellung darauf hinweisen, damit der Lieferant genug Wechselgeld dabei hat, ansonsten wird es natürlich schwierig. Ich muss ja irgendwie bezahlen."

Bestell-Plattformen oft nur Vermittler

Wer sein Essen nicht direkt beim Pizzadienst oder dem Restaurant bestellt, sondern über eine Internet-Plattform wie beispielsweise Lieferando oder Foodora sollte bei Reklamationen aufpassen. Denn der Vertragspartner ist zwar in der Regel der Bringdienst, der sich um die pünktliche und komplette Lieferung kümmern muss, doch je nach Vertragskonstruktion kann es sein, dass man sich bei Reklamationen direkt an das Restaurant wenden muss, wenn das Essen nicht schmeckt, weil es beispielsweise versalzen ist.

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