Wissenschaft im Brennpunkt / Archiv /

 

Vergessen

Gedächtnisforscher lernen von Amnesiepatienten

Von Kristin Raabe

Nur Stütze für das Gedächtnis ist alles Papier. (Stock.XCHNG - Piotr Lewandowski)
Nur Stütze für das Gedächtnis ist alles Papier. (Stock.XCHNG - Piotr Lewandowski)

Die Erinnerung an die erste Liebe, die Fähigkeit, schreiben zu können, das Wissen, wer ich bin, - all das ist im Gedächtnis gespeichert. Wie aus Sinneseindrücken, Gefühlen und Denkprozessen Erinnerungen werden, versuchen Forscher nun schon seit Jahrzehnten zu verstehen. Dabei zeichnet sich ab: Es sind die Amnesiepatienten, die die  Forschung einen großen Schritt voranbringen können.

Ein Unfall, eine Hirnentzündung oder ein Tumor können Teile des Gehirns zerstören und damit das Gedächtnis schädigen. Kennen Forscher die Lücke im Erinnern, versuchen sie sie genau einzugrenzen und zu vermessen. Vieles von dem, was als gesichertes Wissen galt, wurde so revidiert: Berliner Forscher beispielsweise haben herausgefunden, wie das räumliche Kurzzeitgedächtnis funktioniert und wo es im Gehirn liegt.

Ein ehemaliger Cellist überraschte, weil er alle musikalischen Tests mit Bravour bestand. Von seinem eigenen Leben wusste der Mann aber nichts mehr. Die Wissenschaftler schlossen daraus, dass das musikalische Gedächtnis offenbar völlig unabhängig vom restlichen Gedächtnis funktioniert.


"Manuskript zur Sendung:"

Vergessen


"Buchtipp:"

Kuno Kruse: Der Mann, der sein Gedächtnis verlor. Die Geschichte des Jonathan Overfeld
ISBN: 978-3-44-215669-6
Goldmann Verlag, 256 Seiten, 8,99 Euro


"Weiterführende Links:"

Seiten des Deutschlandradios:

     &nbspError im Gehirn
     &nbsp(Agenda vom 14.01.13)

     &nbspFast alles weg
     &nbsp(Reportage vom 03.01.13)

     &nbspTiefer als Schlaf
     &nbsp(Wissenschaft im Brennpunkt vom 11.11.12)

     &nbspVergessen und verloren
     &nbsp(Forschung und Gesellschaft vom 01.03.12)

     &nbspIm Dickicht der Eiweiße
     &nbsp(Forschung aktuell vom 14.12.11)

     &nbspWenn die Erinnerung aussetzt
     &nbsp(Sprechstunde vom 24.02.09)

Links ins Netz:

      Charité Berlin: Arbeitsgruppe Christoph Ploner, Spatial Cognition

      Universität Bielefeld: Arbeitsgruppe Hans Markowitsch

      Universität von Kalifornien, San Diego: Arbeitsgruppe Jacopo Annese

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Wissenschaft im Brennpunkt

Eingriff ins HirnDie Wirkung tiefer Elektroden auf die Psyche

Computergrafik des menschlichen Gehirns von hinten. (imago/Science Photo Library)

Durch ein Loch im Schädel gibt ein Draht kleine Stromstöße ans Hirngewebe ab - mit dieser Methode werden bereits seit etwa zehn Jahren psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Zwangsstörungen behandelt. Nun gehen Mediziner dazu über, den Eingriff auch bei anderen Erkrankungen zu erproben.

MedizinRettende Inseln

(dpa/picture alliance)

Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung. Früher eher selten, nehmen die Zahlen vor allem bei Kindern und Jugendlichen dramatisch zu. Die moderne Insulintherapie ermöglicht ihnen in den allermeisten Fällen ein normales Leben, doch die Patienten müssen schon sehr viel tun, um gesund alt zu werden. Es ist ein täglicher Kampf um die guten Zuckerwerte.

Medizin Versuch und Irrtum - Ebola-Studien im Eilverfahren

Ein afrikanischer Arzt in Schutzanzug verabreicht einem anderen Mann eine Spritze. (picture alliance / dpa / Alex Duval Smith)

Im Sommer 2014 explodieren die Ebola-Zahlen in Guinea, Liberia und Sierra Leone. Die Epidemie ist verheerend - aber auch eine Chance für die Forschung. Denn jetzt, mitten im größten je erlebten Ausbruch, lässt sich prüfen, wie wirksam Medikamente und Impfstoffe gegen Ebola sind.