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StartseiteVerbrauchertipp Wenn der Autounfall vor Gericht landet10.03.2016

Verkehrsrechtsschutzversicherung Wenn der Autounfall vor Gericht landet

Pro Minute kommt es in Deutschland etwa vier bis fünf Mal zum Autounfall. Häufig Bagatellschäden, die schnell geklärt sind. Doch manchmal kann ein Streit danach richtig teuer werden. Wann greift die Verkehrsrechtsschutzversicherung? Was kostet sie? Was ist bei Abschluss zu beachten? Und für wen ist sie geeignet?

Zwei Frauen stehen diskutierend vor ihren beschädigten Autos. (imago/Jochen Tack)
Zwei Frauen stehen diskutierend vor ihren beschädigten Autos. Die Schuldfrage ist ungeklärt, doch ein Streit vor Gericht kann ohne die richtige Versicherung richtig in´s Geld gehen. (imago/Jochen Tack)
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Verbeulte Karosserie, eingedrückte Stoßstange, ungeklärte Ansichten. Kosten eines Rechtsstreits können sich auf mehrere tausend Euro belaufen. Landet der Fall vor Gericht, kommt eine Verkehrsrechtsschutzversicherung für den eigenen und den gegnerischen Anwalt auf. Die Kosten fürs Gericht werden dabei genauso bezahlt wie gerichtliche Gutachten, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten.

Verkehrsrechtsschutz: Kombiversicherung oder Einzelversicherung 

"Bei der Verkehrsrechtsschutzversicherung ist es so, dass die für Sachen leistet, die ich halt durchsetzen möchte persönlich. Sie zahlt zum Beispiel, wenn ich eine Ordnungswidrigkeit begangen hab, vielleicht falsch geparkt habe, und ich bin der Meinung, ich hab gar nicht falsch geparkt. Das wäre zum Beispiel so ein Fall, oder wenn ich geschädigt werde im Straßenverkehr oder als Autofahrer. Mir fährt jemand rein, und ich möchte meine Schadensersatzansprüche durchstehen per Rechtsanwalt sozusagen."

Verkehrsrechtsschutz lässt sich einzeln versichern oder auch innerhalb einer allgemeinen Rechtsschutzversicherung in Kombination mit anderen Versicherungen. Ob sich eine spezielle Versicherung lohnt, ist von der Bereitschaft zu klagen abhängig und von der individuellen Situation.

"Es kann eine Privatrechtsschutzversicherung abgeschlossen werden, in der aber ausdrücklich die Verkehrsrechtsschutzversicherung erst mal außen vor ist, genauso wie Rechtsschutzstreitigkeiten, die um vermietete Gebäude und vermietete Wohnungen gehen."

Die Kosten und was man bei Abschluss beachten sollte

Reiner Verkehrsrechtsschutz ist sehr viel günstiger als Rundum-Rechtsschutz. Schließen Rechtsschutzversicherungen Privat-, Berufs-, Miet- und Verkehrs­recht ein, muss man pro Jahr ein paar hundert Euro zahlen, sagt Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg.

"So nach den neusten Angeboten liegen wir zwischen 60, 65 und knapp unter 100 Euro im Jahr als Prämie für eine gute Verkehrsrechtsschutzversicherung."

Die Kosten hängen davon ab, was und in welcher Höhe versichert werden soll. Auf eine allgemeine Deckungssumme von 500.000 Euro sollte man beispielsweise achten und auch auf den Abschluss eines Familienvertrags.

Der Familienvertrag

"Da sind dann die volljährigen Kinder bis zu einem bestimmten Alter mitversichert und auch die Partner mitversichert."

Partner und Kinder sind häufig nicht nur als Mitfahrer im Auto geschützt, sondern auch wenn sie in öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind. Grundsätzlich empfiehlt die Verbraucherschützerin allerdings eine Verkehrsrechtsschutzversicherung nur Vielfahrern und denen, die die existenziellen Versicherungen bereits haben - wie beispielsweise Privathaftpflicht-, Berufsunfähigkeit- oder gegebenenfalls die Risikolebensversicherung. Wer dann eine Verkehrsrechtsschutzversicherung abschließen möchte, kann sich bei der Stiftung Warentest informieren. Finanztest hat 114 Tarife untersucht. Wer sich im Internet selbst auf die Suche macht, sollte bedenken, dass auch Vergleichsportale nicht unabhängig sind, sagt Bianca Boss.

"Wirklich drei, vier Portale raussuchen, meine Eckdaten dort eingeben und schauen, welche Versicherer stehen unter den ersten Dreien immer, und dann kann ich den, der immer unter den ersten Dreien steht, als Anbieter wählen für mich."

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