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StartseiteVerbrauchertippDas Auto richtig für den Urlaub packen 16.06.2017

VerkehrssicherheitDas Auto richtig für den Urlaub packen

Taschen, Zelt, Federballspiel - bei der Fahrt mit dem Auto in den Urlaub kommt gerade bei Familien viel Gepäck zusammen. Damit alles gut am Ferienort ankommt, sollte beim Packen des Autos einiges beachtet werden: Gegenstände festzurren und das zulässige Gesamtgewicht beachten.

Von Susanne Lettenbauer

Ein Auto mit aufgereihten Koffern, Bild stammt aus den 1970er-Jahren (imago/Gerhard Leber)
Ist ein Fahrzeug zu schwer beladen drohen empfindliche Geldstrafen zwischen 10 und 235 Euro und ein Punkt in Flensburg. (imago/Gerhard Leber)
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Urlaubsstimmung auf der A9 Richtung Süden. Am Rastplatz stehen die Autos schwer beladen:

"Ich bin erst einmal gespannt, zwölf Stunden Fahrt haben wir vor uns, wie das so wird. Aber wir freuen uns."

Diese vierköpfige Familie aus Göttingen hat vier Koffer geladen, drei Taschen, Federballspiel, Luftmatratze, Zelt. Die schweren Koffer stehen direkt hinter den Rücksitzen, davor das Zelt und die Taschen, das Ballspiel liegt darunter. Zur Sicherheit haben sie ein Netz zwischen Laderaum und Rückbank gespannt, damit bei einer Bremsung das Gepäck nicht nach vorn fliegt. Genau die richtige Vorgehensweise beim Packen eines Autos, lobt Johannes Boos vom ADAC in München:

"Wichtig ist grundsätzlich, dass Sie sicher beladen und dass Sie so beladen, dass Gegenstände nicht im Auto umherfliegen, das ist eigentlich das A und O. Bei einem Frontalcrash von lediglich 50 Kilometer pro Stunde – und das ist ja noch eine Geschwindigkeit im Stadtverkehr – da schießen eben Dinge, die im Auto nicht richtig gesichert sind, mit dem 30- bis 50-fachen des Gewichts durch den Innenraum."

Spanngurte, aber keine Gummispanner

Die meisten PKW besitzen Ösen im Laderaum. In diese können Spanngurte eingehängt werden, um das Gepäck zu sichern, aber möglichst keine Gummispanner, erklärt der ADAC-Sprecher. Bleibt die Rückbank frei, sollte man die Personengurte zum Anschnallen von Taschen und leichteren Koffern benutzen. Auch eine möglichst hochwertige Dachbox kann zusätzlichen Stauraum schaffen, erklärt Boos:

"Ganz wichtig ist es, dass Sie in diese Dachboxen nur leichte Gegenstände laden, also da gilt auch die Faustregel, schwere Gegenstände nach unten in den Fahrzeugraum, eher leichte Gegenstände nach oben, weil sich sonst der Schwerpunkt Ihres Autos verändert. Das merken Sie vor allem in lang gezogenen Kurven, zum Beispiel bei Autobahnausfahrten."

Im Auto sollte deshalb nie zuviel Gepäck verstaut werden, rät auch der TÜV Süd. Die Fahrsicherheit sei dann gefährdet, sagt TÜV-Experte Patrick Pöppl:

"Bei der Beladung im Innenraum sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass man die Airbags nicht durch Gepäckstücke verstellt. Bei einem möglichen Aufprall, wenn die Airbags auslösen, können sie Gepäckstücke zum Wurfgeschoss machen."

Gesamtgewicht beachten

Ist ein Fahrzeug zu schwer beladen drohen empfindliche Geldstrafen zwischen 10 und 235 Euro und ein Punkt in Flensburg, so Pöppl. Bei Verdacht auf Überladung zögert die Autobahnpolizei nicht, gleich auf dem Rastplatz das Gewicht mit mobilen Waagen zu kontrollieren. Das gilt im Übrigen auch für Wohnmobile. Das entsprechende zulässige Gesamtgewicht findet man im Fahrzeugschein. Zudem sei es unabdingbar, den Reifendruck und die Scheinwerfer auf das neue Gewicht einzustellen, so der TÜV-Experte:

"Im Normalfall ist in der Bedienungsanleitung oder im Tankdeckel oder in der Seitentür ein Hinweis gegeben, je nach Beladung wie viel Reifendruck man haben sollte. Bei der Scheinwerfereinstellung ist es so, dass normalerweise jedes Fahrzeug eine Leuchtweitenregulierung besitzt. Das ist ein Rädchen irgendwo im Umkreis vom Lenkrad."

Im Zweifelsfall können Urlauber ihr Fahrzeug vor Abfahrt in einer Werkstatt oder KFZ-Prüfstelle checken lassen und damit sicher gehen, dass sie während des Urlaubs nicht gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen und eventuell böse Überraschungen erleben.

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