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Verkehrsverband"Kapazitäten für kostenlosen Nahverkehr fehlen"

Der U-Bahnhof in Bonn Heussallee/Museumsmeile ist in gelb gehalten. (dpa-Zentralbild)
Der ÖPNV könnte nach einem Konzept der Bundesregierung kostenlos sein - zumindest in fünf Städten. (dpa-Zentralbild)

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen hat zurückhaltend auf Pläne der Bundesregierung reagiert, in mehreren Städten den Nahverkehr kostenlos zu machen.

Verbandspräsident Fenske sagte, ein sprunghafter Anstieg der Fahrgastzahlen würde die vorhandenen Systeme vollständig überlasten. Schon heute drängelten sich die Menschen überall in Bussen und Bahnen. Deshalb müssten zuvor die Kapazitäten des Öffentlichen Nahverkehrs dringend ausgebaut werden. Ähnlich äußerte sich der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Kühn. Die Idee, Bus und Bahn in den Städten und Ballungsgebieten kostenlos anzubieten, klinge so verlockend, dass man sie eigentlich nicht ablehnen könne. Die plakative Forderung gehe allerdings am Ziel vorbei. Wer den öffentlichen Verkehr stärken wolle, müsse schnell dafür sorgen, dass Busse und Bahnen im dichteren Takt verkehrten.

Heute war bekannt geworden, dass die Bundesregierung einen kostenlosen Nahverkehr testen will, um die Luft in den Städten zu verbessern. Hintergrund ist eine drohende Klage der EU-Kommission, die alle bisherigen Maßnahmen für unzureichend hält. Nun zitieren mehrere Nachrichtenagenturen aus einem Brief von Umweltministerin Hendricks, Verkehrsminister Schmidt und Kanzleramtsminister Altmaier an den EU-Umweltkommissar. Demnach sind mehrere Maßnahmen vorgesehen, um die Luftverschmutzung zu reduzieren. Neben der Überlegung für einen ticketlosen Nahverkehr werden unter anderem Verkehrsberuhigungen in bestimmten Straßen und Steuervorteile für Firmen genannt, die alte Fahrzeuge durch Elektromodelle ersetzen. Als Modellstädte sind Bonn, Essen, Herrenberg, Reutlingen und Mannheim angedacht.

Diese Nachricht wurde am 13.02.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.