Freitag, 19.01.2018
StartseiteVerbrauchertippBanken lassen sich immer mehr Leistungen bezahlen04.01.2018

Versteckte GebührenBanken lassen sich immer mehr Leistungen bezahlen

Ob SMS-TAN oder andere Bearbeitungsgebühren: Kunden wundern sich seit einiger Zeit über Gebührenposten auf den Kontoauszügen ihrer Banken. Welche davon sind zulässig, welche nicht - und was kann man gegen sie tun?

Von Brigitte Scholtes

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Eine EC-Karte steckt im Schlitz eines Geldautomaten (dpa / picture-alliance / Karl-Josef Hildenbrand)
Womit Kunden normalerweise nicht rechnen: Gebühren bei verschiedenen Transaktionen bei der eigenen Bank (dpa / picture-alliance / Karl-Josef Hildenbrand)
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Vor etwa anderthalb, zwei Jahren sind die Banken in Deutschland in die Offensive gegangen. Die Niedrigzinspolitik der EZB drückte zu sehr auf ihre Ertragslage, das Zinsgeschäft bringt deshalb nicht mehr die lange üblichen Erträge. Als einer der ersten war es der damalige Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon, der deshalb verkündete:

"Die Zeit, wo man angesichts Zinsüberschüssen Quersubventionierung betreiben kann, die sind vorbei. Und wir glauben auch, dass die Zeit kostenloser Girokonten ebenfalls vorbei ist. Wir werden uns im Geleitzug aller Marktteilnehmer auch mit neuen Ertragsquellen auseinanderzusetzen haben."

Diese Ertragsquellen sind etwa Gebühren. Da waren die Geldhäuser zwar schon immer recht kreativ, aber inzwischen übertreiben sie doch an der ein oder anderen Stelle, sagt auch Josefine Lietzau von Finanztipp:

"Die Banken verlangen zum Beispiel inzwischen öfter mal Gebühren, wenn man Geld über die SMS-TAN überweist, dann kann die SMS etwas kosten. Das ist schon etwas, womit Kunden eigentlich nicht rechnen. Und es kann auch passieren, dass man zum Beispiel Geld bezahlen muss, wenn man an den Bankautomaten der eigenen Bank Geld abhebt. Und das ist eigentlich schon dreist dem Kunden gegenüber." 

Einzeltransaktionen in Rechnung gestellt

Kunden berichten auch von Gebühren, die sie für die Auflösung eines Sparbuchs bezahlen müssen. Oder bei bestimmten Kontomodellen stellt ein Geldhaus Einzeltransaktionen im Online-Banking in Rechnung - etwa den Abruf der Umsätze auf dem eigenen Konto. Dreist ist das - aber ist es trotzdem legal? Solche Gebühren sind oft versteckt und nicht sofort zu erkennen. Deshalb hilft nur ein Blick ins Kleingedruckte, sagt Verbraucherschützerin Lietzau von Finanztip: 

"Bei Bankgebühren muss es immer so sein, dass sie auch im Preis- Leistungsverzeichnis der Bank aufgeführt werden. Sollte das nicht so sein, dann ist es auch nicht wichtig, ob ein Urteil schon gefallen ist oder nicht. Dann kann ein Kunde versuchen, diese Gebühren zurückzubekommen, und er sollte sich dabei an den Ombudsmann der eigenen Bank wenden." 

Der Kunde muss sich also durch die Bestimmungen des Preis- Leistungsverzeichnisses durcharbeiten. Allerdings gibt es auch viele Gebühren, die gerichtlich untersagt wurden. Unzulässige Gebühren sind längst ein Dauerbrenner bei den Gerichten. Eine Faustregel gibt es, erklärt Josefine Lietzau:

"Generell kann man sagen, dass Banken nicht zum Nachteil von Kunden vom Gesetz abweichen dürfen, und dass sie auch nicht Gebühren verlangen dürfen, wenn sie etwas aus Eigeninteresse machen. Ein ganz klassisches Beispiel dafür waren die Kreditbearbeitungsgebühren. Bei diesen Gebühren sollten halt auch noch die Bonitätsprüfung und die Bearbeitung abgedeckt werden. Und die hat dann der Bundesgerichtshof für unzulässig erklärt, und die Bankkunden konnten anfangen, sie zurückzufordern."

Rechtskräftig verboten

Zurückfordern kann man die auf jeden Fall also dann, wenn eine Gebühr schon vom Bundesgerichtshof oder anderen Gerichten rechtskräftig verboten worden ist. Dazu wendet man sich schriftlich, am besten per Einschreiben, an die Bank und trägt sein Anliegen vor. Dann sollte die Bank sich normalerweise nicht querstellen. Schwierig wird es eben nur, wenn ein Kreditinstitut dreist, aber im Bereich des Zulässigen agiert. Dann hilft unter Umständen nur noch ein Wechsel der Bank, wobei sich zuvor unbedingt der Blick in das Gebührenverzeichnis des neuen Geldinstitutes empfiehlt.

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