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Videoassistent Drees"Transparenz im Stadion muss besser werden"

Schiedsrichter und Video-Assistent Jochen Drees spricht im Anschluss an eine Pressekonferenz von DFB und DFL in Frankfurt am Main. (Arne Dedert/dpa)
Schiedsrichter und Video-Assistent Jochen Drees (Arne Dedert/dpa)

In der Diskussion um den Videobeweis in der Fußball-Bundesliga fordert der Videoassistent Jochen Drees bessere Bilder und mehr Transparenz im Stadion.

Die Leute müssten wissen, warum eine Entscheidung so oder so getroffen worden oder eine andere revidiert worden ist, sagte Drees im Deutschlandfunk. "Früher war die Maßgabe, was wir wahrgenommen haben wird auch entschieden und umgesetzt." Jetzt wisse jeder, dass auch ein Video-Assistent dabei ist. Deswegen sei in einigen Situationen auch das Unverständnis so groß gewesen, wenn trotzdem noch eine falsche Entscheidung getroffen worden sei. "Jetzt muss der Anspruch sein, dass wir diese klaren Fehler ganz rauskriegen."

Drees wies darauf hin, dass der Video-Assistent ganz andere Aufgaben habe als ein Schiedsrichter und sich erst dort hineinfinden müsse. Auf dem Feld spiele Intuition eine große Rolle. "Die Spielentwicklung, die Atmosphäre im Stadion trägt dazu bei, wie ich als Schiedsrichter agiere." Dieser emotionale Aspekt falle für einen Video-Assistenten "völlig raus". Der habe nur eine Analyse von Bildern zu machen, aber er könne durch seine Entscheidungen "den Kollegen auf dem Feld in eine bestimmte Richtung führen". Entscheidend sei es deshalb als Video-Assistent, nicht den eigenen Stil zu verfolgen, sagt Drees. Man müsse "dem Schiedsrichter seine Linie überlassen."

Der Videobeweis wird in der Fußball-Bundesliga seit dieser Saison eingesetzt und ist seither umstritten. Am Donnerstag hatten der Deutsche Fußball-Bund und die Deutsche Fußball-Liga bekannt gegeben, dass er vorerst bleibt, aber sparsamer eingesetzt werden soll. Nach ihren Angaben wurden in der Hinrunde der Bundesliga 37 Fehlentscheidungen der Schiedsrichter durch den Videobeweis verhindert. Elfmal habe der Schiedsrichter auf Intervention des Video-Assistenten eine falsche Entscheidung getroffen. Zweimal wurde korrekterweise eine Entscheidung beibehalten. Insgesamt wurden demnach in 153 Spielen 1041 Situationen überprüft, das macht 6,8 pro Spiel. Die 50 Handlungsempfehlungen bedeuten einen Schnitt von 0,3 Situationen pro Spiel.

Diese Nachricht wurde am 14.01.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.