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Mittwoch, 24.01.2018
StartseiteVerbrauchertippGuter Kaffee auch von der günstigsten Maschine27.11.2017

Vollautomaten im TestGuter Kaffee auch von der günstigsten Maschine

Sie machen Cappuccino, Latte Macchiato, Espresso mit einem Knopfdruck: Laut Statistischem Bundesamt hat bereits jeder siebte Haushalt in Deutschland einen Kaffeevollautomaten. Während die Geräte selbst im Vergleich der Stiftung Warentest fast alle gut abschnitten, gab es vor allem beim Punkt "Kundenservice" große Unterschiede.

Von Dieter Nürnberger

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Milchschaum auf einem Glas Latte Macchiato (picture alliance / dpa / Martin Gerten)
Latte Macchiato auf Knopfdruck: Je nach Vollautomat wird der Milchschaum feiner und der Kaffee kräftiger. (picture alliance / dpa / Martin Gerten)
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Espresso, Cappuccino oder ein Latte Macchiato - bei einem Kaffeevollautomaten reicht ein Knopfdruck, um den Lieblingskaffee zu brühen. Und je nach Ausstattung kann dazu auch die Milch automatisch oder per Handarbeit aufgeschäumt werden. 12 dieser Kaffee-Alleskönner hat die Stiftung Warentest untersucht. Auffällig sind dabei zuerst die enormen Preisunterschiede. Das teuerste Modell in der Untersuchung kostet knapp 1.500, das günstigste 250 Euro. Warentesterin Claudia Till:

"Beim Preis spielen wahrscheinlich einfach die Marken eine Rolle. Es gibt hier einfach hochpreisige Marken. Die verwenden dann eventuell auch hochpreisigere Komponenten. Aber: Was die Ausstattung an sich angeht - beispielsweise die Getränkeauswahl - die ist bei den getesteten Vollautomaten sehr ähnlich."

Nicht eine Maschine für alle Kaffeesorten

11 von 12 Kaffeevollautomaten erhielten eine gute Bewertung. Neben der technischen Untersuchung spielte auch das Urteil von geschulten Kaffeeexperten eine Rolle. Sie bewerteten Geschmack, Geruch, Aussehen und Konsistenz der Kaffees. Dabei fiel auf, dass es per se nicht die eine, beste Maschine für alle Kaffeesorten gibt. Grundlage waren zunächst die Werkseinstellungen der Vollautomaten. 

"Einige Maschinen - vor allem die von "Melitta" - macht einen besonders aromatischen Espresso. Der schmeckt kräftiger als bei den Konkurrenten. Bei einigen, etwa beim "Philips"-Modell, ist der Espresso dünner, auch wässriger. Und "De'Longhi" macht den feinsten Milchschaum. Da gibt es schon Unterschiede."

In der Untersuchung zeigte sich jedoch, dass sich experimentieren lohnen kann. Die meisten Zubereitungsschritte der Kaffeevollautomaten lassen sich individuell anpassen, sagt Claudia Till. 

"Wenn man beispielsweise den Mahlgrad feiner einstellt, kommt meistens ein kräftigerer Espresso raus, als wenn ich es bei der Werkseinstellung belasse. Da ist er oft recht grob eingestellt. Man kann an den Geräten auch die Kaffeestärke erhöhen. Im Menü oder per Tastendruck. Man kann zum Beispiel auch das Volumen ändern und mit weniger Kaffee brühen - auch so wird der Espresso stärker, was vor allem für den Cappuccino wichtig ist."

Wer nicht reinigt, dem droht Schimmel

Eines einte alle Kaffeevollautomaten: Obwohl die Maschinen Schläuche und Leitungen in der Regel selbstständig reinigen, sollte allerlei Handarbeit bei der Pflege eingeplant werden.

"Ich muss täglich den Tresterbehälter reinigen und leeren. Das Kaffeeauffangbecken - dort landet der Restkaffe - sollte ich ebenso regelmäßig reinigen. Auch das Innere der Maschinen. Wir haben festgestellt, dass beim Mahlen oft recht viel Kaffee daneben landet. Schaue ich dort aber wochenlang nicht rein, dann schimmelt das schon."

Die beste Bewertung erhielt das Modell "Jura J6", mit knapp 1.500 Euro das teuerste Modell in der Untersuchung. Fast gleichauf folgen allerdings auch schon "De'Longhi" und "Melitta" für 650, beziehungsweise 530 Euro. Doch selbst die günstigste Maschine im Test für 250 Euro erhielt eine gute Bewertung. Das Modell "Krups EA 8108" war etwas umständlicher in der Handhabung, brühte aber dennoch guten Kaffee.

Fast nur gute Ergebnisse für die Kaffeevollautomaten selbst. Beim Kundenservice fällt das Ergebnis allerdings deutlich gemischter aus. In einem Zusatz-Test erhielten nur die Herstellerkundendienste von "De'Longhi", Philips" und "Krups" ein "gut". Die Reparaturen kosteten im Schnitt zwischen 100 und 200 Euro. Bei den schlecht bewerteten Kundendiensten wurden Geräte in Einzelfällen nicht komplett repariert, oder kamen teilweise sogar mit anderen Defekten wieder zurück.

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