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Vom Randsport zum Millionenspektakel

Die Entwicklung des Frauenfußballs

Von Eduard Hoffmann und Jürgen Nendza

Neu Isenburg, Trainingslager der Nationalmannschaft: Die Beine der deutschen  Nationalspielerinnen
Neu Isenburg, Trainingslager der Nationalmannschaft: Die Beine der deutschen Nationalspielerinnen (AP - Axel Heimken)

"Mannweiber" wurden sie vor über 50 Jahren noch genannt. und gspielt haben sie oft unbemerkt - die Frauenfußballerinnen. Denn bis 1970 war der Sport für Frauen offiziell verboten. Heute strahlen die deutschen Spielerinnen bei der WM im eigenen Land von den Plakaten. Manch einer beäugt diese Entwicklung aber auch schon kritisch. Eine Chronik.

"Fünf Minuten noch bis zum endgültigen Glück, und Toor, Tor für die deutsche Mannschaft, 2:0, Simone Laudehr... "

30. September 2007: Endspiel um die Frauenfußball-Weltmeisterschaft in China. Deutschland gewinnt gegen Brasilien mit 2:0 und wird zum zweiten Mal Weltmeister. Bei der Ankunft in Deutschland werden die Weltmeisterinnen von rund 20.000 Fans auf dem Frankfurter Römer gefeiert.

Die Frauen-Nationalelf ist längst zum Aushängeschild des Deutschen Fußball-Bundes geworden. Siebenmal Europameister, zweimal Weltmeister - solche Erfolge sorgen für große öffentliche Aufmerksamkeit. Frauenfußball boomt. In den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl der aktiven Teams verdoppelt, auf insgesamt 14.000. Heute ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Frauen und Mädchen Fußball spielen.

Das war nicht immer so. Als Ende des 19. Jahrhunderts in England und Schottland Frauenteams anfingen, Fußball zu spielen und bereits etliche Tausend Zuschauer anlockten, waren im deutschen Kaiserreich kickende Frauen noch unvorstellbar. Das weibliche Geschlecht war von Leibesübungen oder gar Wettkampfsport ausgeschlossen. Die Männer warnten vor seelischer und körperlicher Vermännlichung des "schwachen Geschlechts". Sie sahen die Gefahr,

dass durch Springen oder Beinspreizen die Sexualorgane der Mädchen aus ihrer Lage gebracht werden, dass Turnen einen dicken Hals, breite Hände, kurz Mannweiber zur Folge hat...

…so schreibt Gertrud Pfister, Professorin für Sportsoziologie an der Universität Kopenhagen, in ihren historischen Untersuchungen zum Thema "Frau und Sport".

Erst im Zuge der Liberalisierung und Demokratisierung der Weimarer Republik wurde es Frauen möglich, sich umfassend sportlich zu betätigen. Doch Fußball blieb für Frauen immer noch tabu. Als die Metzgerstochter Lotte Specht im Frühjahr 1930 in Frankfurt am Main den ersten deutschen Damenfußball-Club gründete, wurden die Spielerinnen als "Mannweiber" beschimpft.

"Die Zuschauer und Männer, die haben sogar Steine nach uns geworfen. Und die Zeitungen haben uns alle durch den Kakao gezogen und geschimpft. Und dann haben wir nur ein Jahr existiert, also die Presse hat da kolossal gegen uns gearbeitet, und nach einem Jahr war der Traum aus."

Erst nach dem Krieg, in den 50er Jahren, schnürten in Deutschland Mädchen und junge Frauen erneut die Fußballschuhe und kickten zunächst mit Brüdern und Freunden auf der Straße oder in Hinterhöfen. Doch als Deutschlands Fußball-Nationalmannschaft 1954 überraschend das "Wunder von Bern" vollbrachte und Weltmeister wurde, wollten die fußballbegeisterten Mädchen und Frauen auch selber regelmäßig trainieren und in Vereinen spielen.

Zur Hochburg des Frauenfußballs wird das Ruhrgebiet, hier gründeten sich mit Fortuna Dortmund und Gruga Essen die ersten neuen Damenfußballvereine.
Trotz der grundgesetzlich festgeschriebenen Gleichberechtigung von Mann und Frau mit Gründung der Bundesrepublik 1949 bestimmte weiterhin ein konservatives Frauenbild die Nachkriegsjahre. Das galt auch für den Fußball, der vor allem vom Deutschen Fußball-Bund nach wie vor als "unweibliche" "nichtfraugemäße" Sportart angesehen wurde. In einer Publikation aus dieser Zeit erklärten die DFB-Herren:

Im Kampf um den Ball verschwindet die weibliche Anmut, Körper und Seele erleiden unweigerlich Schaden, und das Zurschaustellen des Körpers verletzt Schicklichkeit und Anstand.

Am 30. Juli 1955 schließlich verbot der DFB seinen Vereinen, Damenfußball-Abteilungen zu gründen oder Damenfußball-Abteilungen bei sich aufzunehmen: aus "ästhetischen Gründen und grundsätzlichen Erwägungen" und unter Androhung von Geldstrafen. Dr. Hubert Claessen, langjähriges Vorstandsmitglied des DFB, war beim Verbotsbeschluss mit dabei.
"Das war ja für die schon ´ne schwere Sünde, nicht wahr, dass die Mädchen da mit ´nem wackeligen Busen übers Feld liefen und dann auch noch gegen den Ball traten, oder sich foulten gegenseitig, das waren ja alles Vorstellungen für die alten Herren, die sagten, das ist unmöglich."

Die fußballbegeisterten Frauen ließen sich das Kicken aber nicht verbieten und spielten trotz des DFB-Verbots weiter - auf kommunalen Fußballplätzen. Weitere Vereine gründen sich: Kickers Oberhausen, DFC Bochum und Rhenania Essen, wo auch Erika Flügge und Helga Nell spielten. Anfangs mussten sich die beiden weiblichen Fußballpioniere einiges gefallen lassen.
"Da kamen wirklich Kommentare. Also, da möchte ich heute gar nicht mehr dran denken. Die blöden Weiber, die sollen lieber am Kochtopf bleiben! Und dann sagte der nächste: Guck mal, das sind doch alles Mannweiber!"

Helga Nell:

"Alles war ja neugierig, Damenfußball und so, ja, und dann musste man schon mal sich die Backe abputzen, wurde man angespuckt, waren immer so ´n paar Quertreiber."

Doch nach und nach wuchs die Anerkennung seitens der Zuschauer und Kritiker. Die Kickerinnen überzeugten die Herren mit spielerischen Qualitäten. Schließlich fand am 23. September 1956 das erste Länderspiel einer deutschen Damen-Fußballelf statt.

Aus der "Wochenschau":

Die Gleichberechtigung schreitet auch in Fußballstiefeln voran. Essen war Schauplatz des ersten Länderkampfes der deutschen Frauen in Schwarz-weiß gegen Holland. 18.000 Zuschauer waren Zeugen dieses historischen Tages. Der Name Beckmann wird zweifellos in die Damenfußballgeschichte eingehen, denn die Mittelstürmerin schoss das erste Länderspieltor.

Ende der 60er-Jahre spielten etwa 60.000 Mädchen und Frauen in Deutschland Fußball. Auftrieb erhielten sie durch die "neue Frauenbewegung", die sich im Zuge der Studentenbewegung etablierte. Aber erst als die Kickerinnen einen eigenständigen Verband gründen wollten, beugte sich auch der DFB und hob am 31. Oktober 1970 das 15-jährige Damenfußball-Verbot auf.

Lange Zeit wurde Frauenfußball im Verband jedoch bestenfalls geduldet, von systematischer Förderung konnte keine Rede sein. Der DFB verpasste seinen Spielerinnen sogar Sonderregeln, die den Frauen das Fußballspielen eher erschwerten. Monika Koch-Emsermann kickte zu dieser Zeit beim FSV Frankfurt:

"Wir haben eine verkürzte Spielzeit gehabt, wir haben am Anfang mit dem Jugendball spielen müssen, und dann durften wir nicht mit Stollenschuhen spielen, das waren eigentlich alles Regeln, die uns mehr behindert als gefördert haben."

Dennoch zählte der DFB 1971 bereits 110.000 weibliche Mitglieder, und drei Jahre später wurde die erste Deutsche Frauenfußballmeisterschaft ausgespielt.
Reportage beim Finale der ersten Damenmeisterschaft:

Jetzt also haben sie es geschafft, auch auf dem Rasen hat das angeblich schwache Geschlecht endlich seinen Meister: TuS Wörrstadt. Fackelzug und 30-Mann-Kapelle waren im Heimatort bestellt, längst bevor der Endspielschlusspfiff ertönte.

Die Kickerinnen der TuS Wörrstadt besiegten im September 1974 die DJK Erle aus Gelsenkirchen 4:0 und wurden erster Deutscher Frauenfußballmeister. Eine nachhaltige Förderung des Frauenfußballs jedoch ließ weiter auf sich warten.

Der Durchbruch kam 1989 mit dem Gewinn der Europameisterschaft im eigenen Land. Erstmals berichteten die Medien gebührend über Frauenfußball. Das spannende Halbfinale der deutschen Elf gegen Italien war das erste Frauenfußball-Länderspiel der DFB-Auswahl, das live übertragen wurde. Und das Endspiel in Osnabrück war mit 22.000 Zuschauern ausverkauft.
Reportage zum EM-Finale 1989:

Bereits in der 22. Minute hatte Ursula Lohn ihren ersten großen Auftritt, 1:0. Die 22.000 Zuschauer feuerten an, wollten mehr, und die Tore purzelten geradezu. Freude über Freude, ein wahnsinniger Erfolg für die deutsche Mannschaft.

Direkt nach dem Titelgewinn richtete der DFB einen Ausschuss für Frauen- und Mädchenfußball ein, und 1990 startete die zweigleisige Bundesliga. Frauenfußball in Deutschland erfuhr nun eine immer größere Akzeptanz und Anerkennung. Silvia Neid, heute Bundestrainerin der Frauen, erinnert sich.

"Europameister, das war natürlich was Tolles. Und dadurch war's der Durchbruch und eben auch, dass viele junge Mädchen angefangen haben, sich dann in den Vereinen anzumelden oder die Eltern haben es dann befürwortet oder erlaubt, dass sie in einen Verein gehen dürfen und damit boomte das halt ganz einfach dieser Mädchen- und Frauenfußball."

Spielten 1990 rund 500.000 Fußballerinnen in den DFB-Vereinen, sind es heute über eine Million.

Motor dieser rasanten Entwicklung war einerseits die Nationalelf mit ihren großen internationalen Erfolgen, die schließlich zum Aushängeschild des DFB geworden ist. Andererseits hat sich aber auch der Verband gewandelt und das Potenzial des weiblichen Kicks erkannt.

Inzwischen gibt es zahlreiche Fußballschulen für Mädchen, und seit einigen Jahren fördern die Landesverbände den weiblichen Nachwuchs auch in eigenen Stützpunkt-Trainingslehrgängen. Gerade im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2011 hat der Verband vielfältige Maßnahmen und Förderprogramme gestartet. Alleine für die Werbekampagne "Team 2011" machte der DFB etwa 20 Millionen Euro locker. Hierdurch sollte die Kooperation zwischen Vereinen und Schulen gefördert werden. Tatsächlich sind durch diese Zusammenarbeit innerhalb eines Jahres über 1.500 neue Mädchenfußball-AGs an den Schulen entstanden. Weltweit, so erklärt Hannelore Ratzeburg, erfahre der DFB für sein Engagement im Frauenfußball große Anerkennung. Die Hamburgerin sitzt seit 2007 als erste und einzige Frau im DFB-Präsidium.

"Wir sind jetzt doch ´n Vorbild für ganz viele Nationen auf der Welt. Wir haben ganz viele Anfragen von Nationalverbänden: Wie macht ihr das eigentlich, wie schafft ihr das, wie habt ihr eure Strukturen aufgebaut, wie habt ihr eure Spielsystem aufgebaut, wie habt ihr Talentförderung aufgebaut. Wie kann das angehen, dass ihr in den internationalen Wettbewerb überall erfolgreich seid?"

Hannelore Ratzeburg ist auch im Weltfußballverband FIFA aktiv. Der hat sich mit der Anerkennung und Förderung des Frauenfußballs ebenfalls lange schwer getan. Erst 1991 richtete die FIFA in China die erste offizielle Frauen-Weltmeisterschaft aus. Inzwischen engagiert sich der Dachverband in der ganzen Welt vor allem auch als Entwicklungshelfer für den Mädchen- und Frauenfußball.

Dabei spielt der Fußballsport nicht nur unter Gesundheits- oder Freizeitaspekten eine wichtige Rolle. In vielen Ländern, in denen Frauen aus politischen oder religiösen Gründen vom gesellschaftlichen Leben weitgehend ausgeschlossen sind, besitzt das Fußballspiel eine große integrative Kraft und stärkt das weibliche Selbstbewusstsein. Etwa in Afghanistan, dort spielen einheimische Frauen auf einem Gelände der ISAF-Truppe Fußball, sind begeistert vom Sport und vom Team-Erlebnis.

Die FIFA hat auch das finanzielle Potenzial des Mädchen- und Frauenfußballs inzwischen erkannt. Nach einer FIFA-Erhebung betrieben im Jahr 2006 weltweit rund 26 Millionen Mädchen und Frauen diesen ehemaligen Randsport. Das wirkt im Vergleich zu 239 Millionen Männern bescheiden, doch haben die Mädchen im Jugendbereich seit Jahren wesentlich höhere Zuwächse zu verzeichnen als die Jungen. Kein Wunder, dass Frauenfußball für viele Sponsoren immer attraktiver wird.

Bei der letzten WM 2007 in China schüttete der Weltverband erstmals Prämien für die teilnehmenden Verbände aus. Die deutsche Elf etwa, die Weltmeister wurde, erhielt ein stattliches Preisgeld in Höhe von einer Million US-Dollar.

Auch von der diesjährigen Weltmeisterschaft, die morgen in Berlin angepfiffen wird, erhoffen sich sowohl die FIFA als auch der DFB als Organisator einen neuen Impuls für den Frauenfußball. DFB-Präsident Theo Zwanziger:

"Deshalb ist dieses Turnier, bei aller Wertschätzung und bei aller Freude, die wir dabei empfinden, auch ein Entwicklungsturnier. Und was ich mir wünsche ist, dass, wenn man Vergleiche anstellt, dann soll man die Erfolge im Frauenfußball genauso respektieren wie bei den Männern. Dann ist das für mich persönlich ganz speziell wirklich auch ein Sommermärchen. Ein anderes als 2006, aber eben auch eins."

Es soll eine WM der Superlative werden. Erstmals werden ARD und ZDF alle Spiele einer Frauen-WM live übertragen, an sechs Spieltagen sogar zur Primetime.

Daneben stellt der DFB mit "Spielraum 2011" ein Kulturbegleitprogramm auf die Beine, das möglichst alle Bevölkerungsgruppen ansprechen soll: vom Schülerzirkus über klassische Konzerte und interreligiöse Fußball-Camps bis zur Poetry-Slam-Tour. Steffi Jones, die Präsidentin des WM-Organisationskomitees, erwartet ein Volksfest.

"Dass wir die Stadien voll kriegen, und dass die Menschen sich wirklich treiben lassen und kommen und uns mit anfeuern und damit eine Euphorie auslösen."

Eine Wohlfühl-WM also wollen die Organisatoren, ein buntes, strahlendes Familien-Event, das die Frauennationalelf feiert - und sich selbst. Seinen Kickerinnen stellt der Verband eine Titelprämie von jeweils 60.000 Euro in Aussicht. 2003, beim ersten WM-Sieg waren es noch 15.000 Euro.

Natürlich erhoffen sich FIFA und DFB auch volle Stadien und Kassen. 74.000 Besucher werden allein das WM-Eröffnungsspiel im Berliner Olympiastadion sehen, ein neuer Zuschauer-Europarekord für den Frauenfußball.

Immerhin sind kurz vor der WM über 75 Prozent der Eintrittskarten verkauft, berichtet die Managerin der Nationalelf, Doris Fitschen:

"Wir haben jetzt 700.000 Tickets verkauft für die WM, unsere Spiele sind komplett ausverkauft und gerade in den letzten Tagen und Wochen ist auch das Medieninteresse enorm gestiegen. Also endlich haben wir diese Anerkennung, für die wir lange gekämpft haben."

Doch für die weniger attraktiven Begegnungen wie etwa Äquatorial Guinea gegen Australien bleibt die Nachfrage hinter den Erwartungen zurück. Um die Akzeptanz des hiesigen Mädchen- und Frauenfußballs im Rahmen dieses Weltturniers zu steigern, hat der DFB alle Register der Werbung und Vermarktung gezogen. Erstmals stand die Frauen-Nationalelf zwei Tage lang für Fotoshootings und Aufnahmen von Werbespots zur Verfügung. Die junge Generation der Nationalspielerinnen zeigt dabei eine neue, selbstbewusste Weiblichkeit, bei der sich Fußballschuhe und High-Heels keineswegs ausschließen.

Es kommt mitunter aber auch zu grenzwertigen PR-Aktionen, die dem Frauenfußball eine eher zwielichtige Aufmerksamkeit verschaffen. Gleich fünf Nachwuchs-Nationalspielerinnen zeigen sich in der jüngsten Ausgabe des Playboy im Eva-Kostüm.

Wir wollen mit unseren Playboy-Bildern dieses Mannweiber-Klischee widerlegen. Die Botschaft ist: Seht her, wir sind ganz normale - und hübsche - Mädels...

…begründet U-20-Weltmeisterin Kristina Gessat in dem Blatt ihre hüllenlose Vermarktung - und die des Frauenfußballs. Nacktheit als Botschaft? Als Argument gegen das eigentlich längst überholte Mannweiber-Vorurteil? Für viele geht diese Gleichung nicht auf. Aber den DFB scheint das nicht zu stören. Wenn eine Nationalspielerin Lust verspüre, die Trikothüllen fallen zu lassen, dann könne sie das auch tun, erklärte Managerin Fitschen in der Wochenzeitschrift "Die Zeit".

Viele Kritiker sprechen von einem kurzfristigen "Hype" um die Frauenfußball-WM in Deutschland und fragen sich, wie nachhaltig "2011 von seiner schönsten Seite", so das WM-Motto, tatsächlich wirken wird: Zum Beispiel für die Frauenfußball-Bundesliga, die als stärkste Spielklasse der Welt gilt. Dort hat sich zwar inzwischen das Halbprofitum etabliert, und die Spielerinnen erhalten monatlich zwischen 500 und 2.000 Euro. Aber seit Einführung der Bundesliga 1990 herrscht eine Zwei-Klassen-Gesellschaft.

Während die meisten Vereine sich immer noch an der Etablierung von professionellen Strukturen abarbeiten, haben es zumindest die Spitzen-Clubs geschafft, ihre Vereine Bundesliga tauglich aufzustellen und dadurch eben auch international konkurrenzfähig zu bleiben. FCR Duisburg, Turbine Potsdam und der 1. FFC Frankfurt: Alle drei Teams konnten sich bereits in die Siegerliste des UEFA-Cups oder der Champions League eintragen. Manager Siegfried Dietrich vom Vorzeige-Club 1. FFC Frankfurt mahnt schon seit Jahren ein Umdenken an.

"Wir sind von einem kleinen Vorstadtverein zu einem Verein geworden, mit dem man auch die Stadt Frankfurt mittlerweile identifiziert. Wir sind in ein richtiges Stadion umgezogen, wir haben verschiedene Medienpartner in Frankfurt auch und das sind dann verschiedene Anhaltspunkte, die auch einen Wert darstellen und den verkaufen wir dann auch angemessen."

Ob die diesjährige WM es schafft, auch die Strukturen in der Bundesliga und die öffentliche Wahrnehmung des Mädchen- und Frauenfußballs insgesamt nachhaltig zu verbessern? Die WM im eigenen Land kann zumindest wichtige Impulse geben, meint auch Ex-Nationalspielerin und WM-Botschafterin Sandra Minnert. Aber das allein reicht nicht:

"Die Bundesligamannschaften müssen auch noch einiges tun und ich hoffe, dass sie sich n bisschen was abschauen, auch hier von der WM, in Sachen Sponsoren. Und dass wir das dann mitnehmen."

Berichterstattung während der Frauenfußball-WM

In Deutschland werden die öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten ARD und ZDF 28 der 32 Turnierspiele live übertragen. Die restlichen vier Spiele werden bei Einsfestival und ZDFinfokanal zu sehen sein. Die Spiele des deutschen Teams und das Finale werden auch in unserem Live-Stream über den Kanal Dokumente und Debatten übertragen. Aus lizenzrechtlichen Gründen wird er jedoch bei Fußballübetragungen nur in Deutschland abzurufen sein. Einen Überblick über die Sendungen zur Frauenfußball-WM finden Sie hier. Im FIFA Frauen-WM 2011 Sammelportal finden Sie alle dradio.de-Beiträge vor, während und nach der WM.

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