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Vom Young Scientists Contest in Budapest

Eine norwegische Juristin mit einem Faible für Wikingerschwerter

<strong>Beim EU Wettbewerb für junge Wissenschaftler präsentieren Jugendliche ihre Ideen und Erfindungen. Armin Himmelrath stellt im letzten Teil der Serie eine norwegische Jura-Studentin vor, deren Hobby nicht etwa internationale Vertragsangelegenheiten, sondern Wikinger-Schwerte sind.</strong>

Ein Beitrag von Armin Himmelrath

Lang, scharf, schwer – so schmiedeten zwischen dem 8. und dem 11. Jahrhundert die Wikinger ihre Schwerter. Die Norwegerin Katerine Lillerud fand die bis zu einem Meter langen Waffen schon als Kind faszinierend. In ihrem Wettbewerbsbeitrag zum EU-Contest for Young Scientists hat die 19-jährige Studentin deshalb ein solches Schwert genauer unter die Lupe genommen.

Das ist eine Arbeit über ein kleines Fragment eines Wikingerschwertes. Das war sehr stark durch Korrosion beschädigt, deshalb habe ich die Erlaubnis bekommen, es zu zerschneiden und zu analysieren, woraus es gemacht worden ist. Und ich habe einiges über den Herstellungsprozess des Schwertes herausgefunden.

Dabei war es für Katerine gar nicht so einfach, überhaupt an Originalmaterial heranzukommen und das dann auch noch für ihre metallurgische und chemische Untersuchung zerschneiden zu dürfen. Die 19-Jährige studiert nämlich Jura an der Universität Oslo. Als fachfremde Interessentin musste sie deshalb erst einmal kräftig Überzeugungsarbeit leisten, um eine Archäologie-Professorin von ihrem Projekt zu begeistern. Diese Forscherin hatte bereits etliche Wikingerschwerter untersucht. Und weil sie ein kleines, verrostetes Stück übrig hatte, durfte Katerine dann ebenfalls ihr Glück versuchen. Mit Erfolg:

Wir waren wirklich überrascht von der Qualität des Schwertes. Es ist sehr gut verarbeitet, und der Schmied muss sehr gute Informationen über den Stahl und das Eisen gehabt haben, mit denen er gearbeitet hat. Er hat wirklich ein richtig gutes Kampfschwert hergestellt. Es gab nämlich noch andere Schwerter, die waren nur zum Repräsentieren. Aber das hier, damit kann man kämpfen, das ist ein typisches, benutztes Schwert.

Dass sie als Jurastudentin auch Interesse für Chemie, Physik, Mathe und Archäologie hat, findet Katerine nicht weiter erwähnenswert. Ohnehin wolle sie eigentlich auch gar nicht Juristin werden, sondern im nächsten Jahr ein Medizinstudium aufnehmen – nicht in Oslo oder an einer anderen norwegischen Uni, sondern im irischen Dublin. Sie sei eben ein internationaler Mensch, sagt Katerine, und deshalb begrüße sie auch die Reformen, die derzeit im norwegischen Hochschulsystem umgesetzt würden.

Die Universitäten sind gerade dieses Jahr auf das EU-weite System umgestellt worden. Und jetzt haben wir den normalen Bachelor mit drei Jahren Studiendauer und den Master mit weiteren zwei Jahren. Aber in meinem Bereich, bei den Juristen, da macht man direkt den Master. Das ist in gewisser Weise ein konservatives Fach, und deshalb hat man da das norwegische System erst einmal beibehalten.

Die Teilnahme am Wettbewerb in Budapest hat Katerine vor allem genutzt, um neue, europaweite Kontakte zu knüpfen. Dass sie nicht zu den neun Hauptsiegern zählte, findet sie gar nicht so schlimm. Umso mehr freute sich dagegen Jana Ivanidze. Die 19-jährige Münchnerin hat mit einer biochemischen Grundlagenuntersuchung einen mit 5000 Euro dotierten 1. Platz belegt.

Ich habe gezeigt, dass bestimmte Bereiche einer Zelle einen anderen pH-Wert haben als andere Bereiche. Das ist wichtig für die Kommunikation von Zellen.

Schon als 14jährige hatte Jana Ivanidze nicht etwa Pferdefilme, sondern biochemische Detailfragen im Kopf.

Ich arbeite schon seit fünf Jahren mit dem Labor zusammen, mit dem ich die Untersuchungen jetzt gemacht habe. Ich habe mich immer für Grundlagenforschung interessiert, weil das cool ist, und Grundlagenforschung führt viel häufiger zu Ergebnissen als Forschung, bei der es von Anfang an um Anwendungsbeispiele geht und wo man auf direkten Erfolg aus ist.

Dass sie nach dem 1. Platz beim EU-Contest auf weiteren wissenschaftlichen Erfolg aus ist, daran lässt Jana Ivanidze keinen Zweifel. Die Leitung einer Arbeitsgruppe, sagt die Jungforscherin ganz unbescheiden, solle es in den nächsten zehn Jahren schon sein.

Ich habe nicht umsonst die letzten Jahre meine Nachmittage immer in Labors verbracht und bei ziemlich vielen Einrichtungen Praktika gemacht, um zu erfahren, wie das ist. Ich wollte einfach was lernen, was mich weiterbringen kann.

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