Die Nachrichten
 

Deutschlandfunk24 Die Nachrichten

Die Nachrichten
 

von AlemannPolitologe nennt Schulz "Übergangskandidat"

Porträt von Ulrich von Alemann (dpa / Heinrich-Heine-Universität)
Der emeritierte Politikwissenschaftler Ulrich von Alemann lehrte früher an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. (dpa / Heinrich-Heine-Universität)

Der Politologe von Alemann hat das Ergebnis für SPD-Chef Schulz beim Parteitag in Berlin als "ordentlich" bezeichnet.

Er sagte im Deutschlandfunk mit Blick auf dessen Wiederwahl: "Ich glaube, es ist der Respekt der Delegierten, dass Schulz eine sehr offene, sehr selbstkrisische Rede gehalten hat, sich entschuldigt hat bei der Partei, bei den Wählern, bei der ganzen Öffentlichkeit, dass er ein so schlechtes Ergebnis hingelegt hat." Bei Neuwahlen sei die SPD aber gut beraten, einen neuen Anlauf zu machen mit einem neuen Spitzenkandidaten oder einer neuen Spitzenkandidatin. Schulz sei eher ein Übergangskandidat.

Die Behauptung, die SPD habe nur wegen einer Großen Koalition Niederlagen erlitten, sei nicht haltbar. Es sei also durchaus gerechtfertigt, Gespräche über eine neue Regierungsbildung zu führen, "und zwar offensichtlich mit dem Willen jetzt eine noch deutlichere Handschrift für eine mögliche Mitregierung einzubauen".

Der SPD-Vorsitzende Schulz war auf dem Bundesparteitag in Berlin im Amt bestätigt worden. Von den rund 600 Delegierten stimmten 81,9 Prozent für den Parteichef. Zudem erteilten sie ihm grünes Licht für Verhandlungen mit der Union über eine mögliche Regierungsbildung.

Den Vorstoß von SPD-Chef Schulz in der Europapolitik nannte von Alemann unnötig. "Ein einfaches Bekenntnis zu den Vorschlägen des französischen Präsidenten Macron wäre schon viel gewesen." Ob das nun die Richtung sei, die ihm Wähler und Unterstützer zutreibe, könne man bezweifeln.

Schulz hatte auf dem Parteitag in Berlin unter anderem angekündigt, die EU bis 2025 in die Vereinigten Staaten von Europa umwandeln zu wollen. Notwendig dafür sei ein gemeinsamer Verfassungsvertrag. Jene EU-Mitglieder, die dieser föderalen Verfassung nicht zustimmten, sollten die EU dann verlassen, sagte Schulz.