Montag, 18.06.2018
 
Seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen
StartseiteSternzeitParallaxe gesucht, Aberration gefunden13.03.2018

Vor 325 wurde James Bradley geborenParallaxe gesucht, Aberration gefunden

Der englische Astronom James Bradley wollte 1725 die Parallaxe messen. Dies ist die scheinbare jährliche Bewegung eines Sterns, die durch den Lauf der Erde um die Sonne entsteht.

Von Dirk Lorenzen

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
James Bradley, Entdecker der Aberration (1693-1762) (Hudson)
James Bradley, Entdecker der Aberration (1693-1762) (Hudson)

Peilt man bei ausgestrecktem Arm den Daumen mal mit dem linken und mal mit dem rechten Auge an, so springt der Daumen vor dem Hintergrund hin und her.

Genau das passiert auch im All: Die Erde steht mal auf der einen, mal auf der anderen Seite der Sonne und so ändert sich im Laufe eines Jahres der Blickwinkel auf die Sterne – sie scheinen sich vor dem Hintergrund zu bewegen. Nahe Sterne bewegen sich stärker als ferne.

James Bradley, der vor 325 Jahren, irgendwann im März 1693, auf die Welt gekommen ist, hat beim Stern Gamma Draconis tatsächlich ein periodisches Pendeln bemerkt.

Doch dies war nicht die Parallaxe – James Bradley hatte die Aberration des Lichts entdeckt.

Im Universum gibt es zahlreiche Sterne, die alle neue Elemente schmieden (ESO)Im Universum gibt es zahlreiche Sterne, die alle neue Elemente schmieden. (ESO)

Sie entsteht, weil sich die Erde bewegt und das Licht nur eine endliche Geschwindigkeit hat. Während das Licht der Sterne durch das Teleskop läuft, bewegen sich Erde und Fernrohr ein wenig weiter.

Man sieht einen Stern im Teleskop nur, wenn es minimal gekippt ist. Ganz ähnlich, wie man einen Schirm etwas neigen muss, damit man beim Spaziergang im Regen keine Tropfen abbekommt.

Bradley hatte die Parallaxe gesucht, aber die Aberration gefunden. Auch sie war ein Beleg für die Bewegung der Erde. Über hundert Jahre später entdeckten die Astronomen schließlich die viel kleinere Parallaxe.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk