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StartseiteInformationen am MorgenKein Grund zur Aufregung in Washington06.06.2018

Vor Grenells Antrittsbesuch im Auswärtigen AmtKein Grund zur Aufregung in Washington

Das US-Außenministerium hat die umstrittenen Äußerungen des amerikanischen Botschafters in Deutschland, Richard Grenell, verteidigt. Eine Sprecherin betonte: Auch Botschafter hätten ein Recht auf freie Meinungsäußerung. Doch es kommt auch Kritik an den Worten des US-Diplomaten auf.

Von Marc Hoffmann

US-Botschafter Richard Grenell bei einem Besuch in Hamburg (imago / Chris Emil Janßen)
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Die Aufregung und laute Kritik an Richard Grenell ist mittlerweile auch in Washington angekommen. Das State Department verteidigt: Der US-Botschafter in Deutschland habe nichts Falsches gesagt. Die Sprecherin von US-Außenminister Mike Pompeo stellte klar: Auch Botschafter hätten schließlich ein Recht auf freie Meinungsäußerung. Botschafter seien Repräsentanten des Weißen Hauses, betont Ministeriumssprecherin Heather Nauert. Sie könnten ihre eigene Meinung ausdrücken, egal ob man diese nun teile oder nicht.

Mehrmals haken Journalisten im Rahmen eines Pressebriefings am Dienstag nach. Die Außenamtssprecherin ist bemüht, Grenells umstrittene Aussagen zu entschärfen. Dieser hatte den österreichischen Kanzler Kurz wörtlich als "Rockstar" bezeichnet. Eine Einladung zu einem Essen inklusive.

Das ultrarechte Internetportal Breitbart News zitiert den Trump-Vertrauten Grenell mit den Worten, er wolle andere Konservative in Europa, andere Anführer, unbedingt stärken. Sprecherin Heather Nauert in Washington:

"Wir unterstützen keine bestimmten Parteien. Das tun wir nicht. Wir unterstützen die Demokratie und wir unterstützen die Länder, die selbst über ihre Amtsinhaber entscheiden."

Kritik in den USA - aus der zweiten Reihe

Ähnlich hatte sich der US-Botschafter und Trump-Vertraute Grenell bereits am Montag via Twitter verteidigt. Sprecherin Nauert wirbt: Die USA hätten sehr starke Beziehungen zu Deutschland und Grenell habe lediglich betont, dass einige Parteien und Kandidaten in Europa derzeit gut abschneiden. Dabei stoßen die Worte von US-Diplomat Grenell auch in seinem Heimatland auf Kritik, auch wenn diese nicht aus der prominenten ersten Reihe kommt.

Der demokratische Senator Chris Murphy reagierte auf Twitter, Grenells Breitbart-Interview sei "entsetzlich". Und Murphys Parteikollegin Shaheen legte nahe, Grenell müsse unverzüglich abberufen werden, sollte er nicht bereit sein, auf politische Erklärungen dieser Art zu verzichten.

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